Wirtschaftsdynamik erheblich gesteigert,
Arbeitsmarkt in Bewegung gekommen, beste Ausbildungsquote Deutschlands
Ministerpräsident Böhmer: "Sachsen-Anhalt wird als ein Land wahrgenommen,
das seine Probleme selbst anpackt und löst"
18.01.2006, Magdeburg – 33
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 033/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 033/06
Magdeburg, den 18. Januar 2006
Wirtschaftsdynamik erheblich gesteigert,
Arbeitsmarkt in Bewegung gekommen, beste Ausbildungsquote Deutschlands
Ministerpräsident Böhmer: "Sachsen-Anhalt wird als ein Land wahrgenommen,
das seine Probleme selbst anpackt und löst"
¿Wir haben guten Grund, optimistisch ins neue
Jahr zu blicken. Sachsen-Anhalt wird inzwischen als Land wahrgenommen, das
seine Probleme anpackt und löst,¿ das betonte Ministerpräsident Prof. Dr.
Wolfgang Böhmer beim traditionellen Pressebrunch zum Auftakt des Jahres 2006. Unter
der von ihm geführten Landesregierung habe Sachsen-Anhalt seit 2002 in der
öffentlichen Wahrnehmung einen Imagewechsel erarbeitet, das ¿Verlierer-Image¿
abgestreift. ¿Sachsen-Anhalt ¿ ein Land auf der Überholspur¿, so der ¿Focus¿. Die Bertelsmann-Stiftung nannte
Sachsen-Anhalt in dieser Legislaturperiode ¿shooting star¿.
Daten, Zahlen und Fakten belegten, dass sich
Sachsen-Anhalt seit 2002 besser entwickelt habe als die meisten deutschen Bundesländer.
Obwohl Deutschland insgesamt im gleichen Zeitraum in Europa zurückgefallen sei
und die bundespolitischen Rahmenbedingungen durch ständig wegbrechende
Steuereinnahmen und sinkende Konjunktur denkbar schlecht gewesen seien, habe
Sachsen-Anhalt mit ¿mutigem Schwimmen gegen den Strom¿ wichtige Reformen auf
den Weg gebracht, die Wirtschaftsdynamik gesteigert und Bewegung in den Arbeitsmarkt gebracht. Das
werde auch von der unabhängigen Fachwelt bestätigt.
So konstatierte die Bertelsmann-Stiftung,
dass Sachsen-Anhalt erstmals seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr den letzten
Platz beim Erfolgsindex belege. Das Land habe sich vom letzten auf den 13.
Platz verbessert und erreiche damit die beste Platzierung, die beginnend mit
der Wiedervereinigung je für das Land ermittelt worden sei. Kein anderes
Bundesland habe sich um so viele Positionen und um so einen hohen Punktwert
verbessern können. Das wird von den Autoren auf einen Richtungswechsel
zurückgeführt: weg von einer scheinbar fürsorglichen, aber nicht dauerhaft
tragbaren Sozialpolitik hin zu einer Politik, die stärker auf Eigenverantwortung
setzt und mehr auf Investitionen abzielt.
Die neueste PISA-Studie bescheinigte
Sachsen-Anhalt die größten Fortschritte in der Bildung. Die ¿Welt¿ vermeldete:
¿Im Osten was Neues - den größten
Schritt nach vorn macht überraschenderweise Sachsen-Anhalt.¿ Die heutige
Bundesbildungsministerin Annette Schavan erklärte das so: ¿Sachsen-Anhalt hat
der Bildung in der Landespolitik Priorität eingeräumt und konsequente
Bildungsreformen angestrengt. Diese Reformen sind so angelegt, dass sie sich
nachhaltig auswirken.¿
Alle Reformen, so der Regierungschef, seien
einem Ziel untergeordnet gewesen: der Entwicklung eines attraktiven
Wirtschaftsstandorts Sachsen-Anhalt und der Schaffung von zukunftsfähigen
Arbeitsplätzen. Böhmer: ¿Sachsen-Anhalt hat die Potenziale und Fähigkeiten, auf
die eigenen Füße zu kommen. Wer dieses Land
liebt, versucht nicht, es abzuschaffen, sondern seine eigenen Kräfte zu
mobilisieren und zu stärken.¿ Viele Indikatoren belegten, dass Sachsen-Anhalt
auf dem richtigen Weg sei:
1. Die wirtschaftliche Dynamik wurde durch eine Investitions-
und Ansiedlungsoffensive erheblich gesteigert .
Seit 2002 wurden in Sachsen-Anhalt rund 8,4 Milliarden Euro investiert, damit
verbunden sind 21.500 neue Dauerarbeitsplätze. Das gesamtwirtschaftliche
Wachstum war mit 1,0 Prozent im ersten Halbjahr 2005 das höchste in
Ostdeutschland, das dritthöchste in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 0,6
Prozent). In den ersten neun Monaten des Jahres 2005 ist der Umsatz der
Industrie (Verarbeitendes Gewerbe und Gewinnung von Steinen und Erden)
gegenüber den drei Vorjahresquartalen um 14,9 Prozent gestiegen ¿ dreimal höher
als der deutsche Durchschnitt. Der Auslandsumsatz der Industrie erhöhte sich im
gleichen Zeitraum um 27,6 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Investoren aus 40
Ländern sichern in Sachsen-Anhalt z.Zt. rund 40.000 Arbeitsplätze.
2. In den Arbeitsmarkt ist Bewegung gekommen .
Nach acht Jahren Stillstand ist Sachsen-Anhalt nicht mehr das Land mit der
höchsten Arbeitslosigkeit. Im November 2005 war die Arbeitslosigkeit mit 17,6
Prozent und im Dezember mit 18,2 Prozent so niedrig wie seit zehn bzw. neun
Jahren nicht mehr in diesen Monaten. Sachsen-Anhalt ist das einzige Land, das
gegenüber 2001 eine Zunahme der Erwerbstätigkeit in der Industrie erreichte.
Die Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau sehen das Land in
vielen Bereichen ¿auf einem guten Weg¿. ¿Der Strukturwandel der sachsen-anhaltischen
Wirtschaft setzt sich erfolgsgerichtet fort¿, konstatiert ihr gemeinsamer
Wirtschaftsreport. Magdeburgs IHK-Präsident Klaus Hieckmann: ¿Die Landesregierung
macht eine wirtschaftsfreundliche, der Entwicklung unseres Landes förderliche
Politik.¿ Viele Investitionen seien getätigt, neue Arbeitsplätze geschaffen
worden. Albrecht Hatton, Präsident der IHK Halle-Dessau, sieht die Industrie
¿auf einem robusten Wachstumspfad mit guten Umsatzzuwächsen¿ (Mitteldeutsche
Zeitung/ Volksstimme 12./13. Januar 2006). Trotzdem bleibe noch viel zu tun,
sei die Arbeitslosigkeit immer noch inakzeptabel hoch, so der Regierungschef.
3. Sachsen-Anhalt hat bundesweit den höchsten Versorgungsgrad
bei den Auszubildenden. Von 30.276 Bewerbern
konnten lediglich 152 (= 0,5 Prozent) nicht untergebracht werden. Dies ist auch
ein Erfolg des von der Landesregierung initiierten ¿Paktes für Ausbildung¿ und
des gemeinsamen Handelns aller Paktpartner.
Als weitere Schwerpunkte der zu Ende gehenden
Legislaturperiode zählte der Ministerpräsident auf:
- Familien
stärken und fördern,
- Kinderbetreuung
auf hohem Niveau sichern,
- Qualität
der Schulen verbessern,
- Hochschulen
profilieren und effizienter machen,
- Innovationen
fördern durch stärkere Vernetzung von Forschung und Wirtschaft,
- Kulturelles
Potenzial des Landes nutzen,
- Stadtumbau bis zur IBA 2010 vorbildlich umsetzen,
- Natur
und Umwelt bewahren,
- Infrastruktur
leistungsfähig ausbauen,
- Innere
Sicherheit stärken,
- Sozialpolitik
als Hilfe zur Selbsthilfe organisieren,
- Effiziente
und leistungsstarke Verwaltungsstrukturen schaffen,
- Haushalt
konsolidieren,
- Personalkosten
sozialverträglich reduzieren,
- Stellung
Sachsen-Anhalts in Europa stärken.
In vier Jahren, so Böhmer, wurde mehr
geschafft und umgesetzt, als die Vorgängerregierung in acht Jahren diskutiert
und geplant, aber nicht einmal ansatzweise verwirklicht habe. Zu den wichtigsten
Reformen zähle neben der Schul- und Hochschulreform die Neuorganisation der
Verwaltung auf Landes- und Kommunalebene bis hin zur Kreisgebietsreform, deren
gesetzliche Grundlagen gelegt seien. Auch der mit den Gewerkschaften
ausgehandelte Tarifvertrag über einen sozialverträglichen Stellenabbau im
öffentlichen Dienst sei vorbildlich und zukunftsweisend.
Als wichtigste Ziele für die kommende
Legislaturperiode nannte Böhmer:
1. Weitere
Verstärkung der Wirtschaftsdynamik und Schaffung von Arbeitsplätzen,
2. Ausgleich
des Wanderungssaldos durch eine aktive Familienpolitik und zunehmendes Angebot
von Arbeitsplätzen,
3. Senkung
der Neuverschuldung u. a. durch weitere Sparmaßnahmen und eine Neuausrichtung
der Förderpolitik.
Böhmer: ¿ Wir müssen Dinge, die wir nicht
verändern können, als Chance begreifen, um sie bewusst und aktiv zu gestalten.
Wenn uns das gelingt, werden wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, unser
Land zukunftsfähig zu machen. Die nächste Legislaturperiode muss davon gekennzeichnet
sein, dass umgesetzt wird, was wir in dieser Legislaturperiode auf den Weg
gebracht haben. Wir brauchen jetzt nach den vielen Reformen eine Phase der
Kontinuität für die Umsetzung.¿
Abschließend wies der Regierungschef darauf
hin, dass die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung über den Aufbau Ost
gute Chancen für die weitere Gestaltung der neuen Bundesländer biete. So solle
die Investitionszulage über 2006 hinaus erhalten bleiben und in den neuen
Ländern bewusst auf wachstumsrelevante und Arbeitsplatz schaffende
Investitionen konzentriert werden. Wichtig für die zügige Fortsetzung des
Aufbaus Ost seien auch Verfahrensbeschleunigung und Entbürokratisierung im
Bundesrecht. Erfreulich sei weiterhin, dass die Föderalismusreform nun endlich
umgesetzt werde. Mehr Gestaltungsspielraum der neuen Länder schaffe bessere
Voraussetzungen für den Aufbau Ost.
Impressum:
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Pressestelle
Hegelstraße 42
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Tel: (0391) 567-6666
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