Landesregierung legt Schwerpunkte ihrer
europäischen Aktivitäten für 2006 fest / Staatsminister Robra: Europäische
Strukturpolitik für Sachsen-Anhalt nutzen und Teilnahme an europäischen
Förderprogrammen verbessern
12.01.2006, Magdeburg – 15
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 015/06
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 015/06
Magdeburg, den 10. Januar 2006
Landesregierung legt Schwerpunkte ihrer
europäischen Aktivitäten für 2006 fest / Staatsminister Robra: Europäische
Strukturpolitik für Sachsen-Anhalt nutzen und Teilnahme an europäischen
Förderprogrammen verbessern
Die Landesregierung hat sich in ihrer heutigen Kabinettssitzung mit den
Schwerpunkten ihrer europäischen Aktivitäten für das Jahr 2006 befasst. Sie zog
eine Bilanz über die Entwicklung der bilateralen und multilateralen
interregionalen Zusammenarbeit des Landes mit europäischen Partnern und wertete
die Arbeitsprogramme von Europäischer Kommission und Rat für das Jahr 2006 aus.
Staats- und
Europaminister Rainer Robra stellte einleitend fest, dass Sachsen-Anhalt im
vergangenen Jahr seine Interessen gegenüber der Europäischen Union und dem Bund
aktiv vertreten habe. Beispielhaft nannte der Chef der Staatskanzlei die
Initiativen des Landes bei der Ausgestaltung der europäischen Strukturpolitik,
zur Reform der Agrarpolitik, bei den Vorhaben zur europäischen
Chemikalienpolitik und den Regelungen zur Daseinsvorsorge in Europa. Parallel
dazu konnten die Kontakte des Landes zu europäischen Partnerregionen auf
bilateraler Basis und in europäischen Netzwerken zur gemeinsamen
Interessenvertretung ausgebaut werden.
Robra verwies
darauf, dass im Jahr 2006 die Vorbereitungen für die neue Förderperiode der
Europäischen Strukturpolitik 2007 bis 2013 abgeschlossen werden müssen. ¿Es
muss sichergestellt werden, dass Sachsen-Anhalt auch in Zukunft ausreichende
Mittel aus der EU-Strukturpolitik erhält¿, betonte der Staatsminister. Im
Interesse des pünktlichen Beginns der Förderung zum 1. Januar 2007 begrüßte er
die Einigung der Mitgliedstaaten über die künftige Finanzierung der EU trotz
der damit verbundenen Kürzungen der EU-Mittel für Sachsen-Anhalt und alle
ostdeutschen Länder. Da die Kürzungen den Bundeshaushalt entlasten, müssten die
Verluste der ostdeutschen Länder im Rahmen der für Korb II des Solidarpaktes
fest zugesagten 51 Milliarden Euro vom Bund ausgeglichen werden. Diese Summe
sei im Koalitionsvertrag festgeschrieben, unabhängig davon, in welcher Höhe die
Hilfen aus Brüssel kämen.
Zur
Vorbereitung der Programmplanungsdokumente für die neue Periode würde der breite
Dialog über die künftige Förderpolitik in Sachsen-Anhalt fortgesetzt.
Anschließend sei die schnelle und unbürokratische Genehmigung der Programme
durch die Europäische Kommission erforderlich. Robra kündigte für Ende Januar
eine "Zukunftskonferenz" in Magdeburg mit Partnerregionen aus Frankreich,
Spanien und Ungarn an, um die Strategien zur Stärkung von Wachstum,
Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung gegenseitig zu vergleichen, Erfahrungen
auszutauschen und voneinander zu lernen.
Auch zur
Stärkung der Teilnahme des Landes an anderen EU-Förderprogrammen sollen 2006
neue Akzente gesetzt werden. Nachdem 2005 die Vorschläge zur künftigen
Ausgestaltung der Förderprogramme der EU in den Bereichen Forschung, Bildung,
Kultur, Jugend, Gesundheit und Verbraucherschutz vorgelegt wurden, sind die
Träger und Institutionen des Landes nun gefordert, sich auf die künftigen
Ausschreibungen vorzubereiten. Die Landesregierung wird diesen Prozess aktiv unterstützen
und frühzeitig durch gezielte Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote
über die neue Programmgeneration informieren.
Zur weiteren Entwicklung des europäischen Binnenmarktes werde 2006 ein
entscheidendes Jahr für die Umsetzung der so genannten Lissabon-Strategie für
Wachstum und Beschäftigung. Dazu seien insbesondere Aktivitäten zur
Verbesserung der Rahmenbedingungen für Europas Wirtschaft erforderlich.
Sachsen-Anhalt werde seinen Beitrag leisten und Vorschläge zur Vereinfachung
und Deregulierung des EG-Rechts und zur Verbesserung des ordnungspolitischen Umfeldes
der Wirtschaft unterbreiten.
Beispielsweise werde das Engagement des Landes in der Europäischen
Chemiepolitik fortgesetzt. Dazu werde das Land auch weiterhin gemeinsam
mit der hiesigen Chemieindustrie im Europäischen Netzwerk der Chemieregionen und
in Kontakten mit Vertretern der Kommission und des Europäischen Parlaments
seine Interessen vertreten.
Darüber
hinaus will die Landesregierung die interregionale Vernetzung mit den neuen
EU-Mitgliedstaaten durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Regionalpartnerschaften
fortsetzen und seine Kooperationsstrategie mit europäischen Partnern ausbauen.
Hierzu werden die Regionalpartnerschaften mit der Region Centre in Frankreich
sowie mit Masowien in Polen ebenso fortgesetzt wie die Realisierung der vier begonnenen
Projekte im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III C. Die
Zusammenarbeit mit Bulgarien richte sich vor allem auf die Vorbereitung des
Landes auf den Beitritt zur EU.
Ein weiterer Schwerpunkt der europapolitischen Aktivitäten des Landes
sei die Initiierung einer breiten öffentlichen Debatte über die Zukunft Europas
im Zusammenhang mit dem EU-Verfassungsentwurf. Robra: Wir werden durch
verstärkte europapolitische Öffentlichkeitsarbeit über Stand und Perspektiven
des europäischen Integrationsprozesses unterrichten und insbesondere in der
Europawoche im Mai 2006 den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern über die
Zukunft der erweiterten Europäischen Union führen. Die Stärkung von Akzeptanz
und Bürgernähe der EU ist von grundsätzlicher europapolitischer Bedeutung und
berührt auch die Interessen des Landes Sachsen-Anhalt unmittelbar. Deshalb
rufen wir alle Verbände, Vereinigungen, alle Einrichtungen und Institutionen
des Landes und der Kommunen auf, in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich die
europäischen Bezüge ihrer Tätigkeit herauszustellen und mit den Bürgerinnen und
Bürgern über die Bedeutung der Europäischen Union für Sachsen-Anhalt ebenso wie
über die Rolle Sachsen-Anhalts in Europa zu diskutieren.¿
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