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Neujahrsansprache von Ministerpräsident Prof.
Dr. Wolfgang Böhmer

30.12.2005, Magdeburg – 607

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 607/05

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 607/05

 

 

 

Magdeburg, den 01. Januar 2006

 

 

 

Neujahrsansprache von Ministerpräsident Prof.

Dr. Wolfgang Böhmer

 

 

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

wieder einmal hat ein neues Kalenderjahr angefangen.

Wie immer um diese Jahreszeit bilanzieren wir das vergangene und beginnen das

neue mit guten Vorsätzen und vielen Wünschen. Und wie fast immer hat das

vergangene Jahr nicht alle unsere damaligen Wünsche erfüllt.

 

Bewegt haben wir gemeinsam jedoch im letzten

Jahr einiges in Sachsen-Anhalt. Die Industrie entwickelt sich gut. Die

Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe ist im ersten Halbjahr 2005 um über

neun Prozent gestiegen. Auch für Investoren hat sich unser Land als ein guter

Standort erwiesen. Es sind neue Arbeitsplätze entstanden und in die Arbeitslosenstatistik

ist endlich Bewegung gekommen.

 

Ich weiß, in manchen Branchen und im Handwerk

sieht es noch nicht so gut aus. Die Bauwirtschaft befindet sich noch immer in

einem schwierigen Strukturwandel, hat aber nach eigenen Angaben die Talsohle

durchschritten.

 

Wichtige Reformen wurden in Sachsen-Anhalt im

letzten Jahr auf den Weg gebracht. Einige werden erst in den nächsten Jahren zu

erlebbaren Veränderungen führen. Wir haben eine breit angelegte Familieninitiative

gestartet, an der sich im Landesbündnis für Familien inzwischen viele Partner

beteiligen.

 

Die zunehmend immer bessere Vereinbarkeit von

Familie und Beruf gehört zu den wichtigsten gesellschaftspolitischen

Gestaltungszielen unserer Zeit.

 

Allen, die mit großem unternehmerischen oder

in vielen anderen Bereichen ehrenamtlichen Einsatz unser Land lebenswert

entwickeln und für den sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalt sorgen, sei

auch an dieser Stelle ausdrücklich gedankt.

 

Aber es gibt auch noch viel zu tun.

 

Wir haben erfahren, dass eine offene und

freie Leistungsgesellschaft einer hochgradig reglementierten

Umverteilungsgesellschaft gegenüber überlegen ist. Inzwischen haben wir aber

auch gelernt, dass einzelne unter uns sich ihn einer reglementierten Gesellschaft

geborgener gefühlt haben und mit der eigenen Freiheit in einer Leistungsgesellschaft

nicht zurecht kommen. Diesen unseren Mitbürgern sind wir Hilfe und Solidarität

schuldig. Ich habe mich in den letzten Wochen mehrfach davon überzeugen können,

mit wie viel freiwilligem Engagement in unterschiedlichen Strukturen tätige

Nächstenliebe gelebt wird. Das hält unsere Gemeinschaft auch in schwierigen

Zeiten zusammen.

 

Auch das beginnende neue Jahr wird uns

einiges abverlangen.

 

Seit dem es das Land Sachsen-Anhalt wieder

gibt, leben wir eigentlich über unsere Verhältnisse. In jedem Jahr haben wir

mehr ausgegeben als wir erwirtschaftet haben. In jedem Jahr bisher haben wir

Geld ausgegeben, das erst unsere Kinder und Enkelkinder werden erarbeiten

müssen. Das kann so nicht weitergehen. Zunehmend müssen wir uns auf das beschränken,

was wir selbst erwirtschaften können. Je besser wir die Dynamik der Wirtschaft

unseres Landes in Schwung bekommen, desto leichter können wir dieses Ziel

erreichen. Das sind wir uns und erst recht unseren Kindern und Enkelkindern

schuldig. Deshalb muss die Wirtschaftpolitik weiterhin höchste Priorität bei

allen Entscheidungen haben. Das gilt ebenso für die Politik der Bundesregierung.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

wir befinden uns in Deutschland derzeit in

einer schwierigen Situation. Die Welt hat sich verändert, und auch wir müssen

einiges ändern, wenn Deutschland als Wirtschaftsstandort, aber auch als Land

mit einem vorbildlichen Sozialsystem eine Zukunft haben soll. Wichtig ist

dabei, dass Reformen nicht nur in aller Munde sind, sondern auch von allen

verstanden und vor allem umgesetzt werden. Dazu gehört, dass unvermeidbare Belastungen

nicht nur einigen zugemutet, sondern von allen gemeinsam getragen werden. Und

wenn wir Deutschland wieder fit bekommen, dann dürfen davon nicht nur einige

profitieren, sondern alle Bürgerinnen und Bürger müssen etwas davon haben. Die

soziale Marktwirtschaft, auf die wir in Deutschland so stolz sind, muss unter

den veränderten neuen Bedingungen neu gestaltet werden. Wir haben die Voraussetzungen

und die Möglichkeiten, das zu schaffen.

 

Wenn es einen Glauben gibt, der Berge

versetzen kann, dann gehört dazu auch der Glaube an die eigene Kraft.

 

Ihnen und Ihren Angehörigen wünschen meine

Frau und ich für das begonnene neue Jahr Gesundheit, Kraft und Optimismus, um

auch die Herausforderungen dieses Jahres gemeinsam zu bestehen und unser Land

Sachsen-Anhalt weiter voran zu bringen.

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Domplatz 4

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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Hegelstraße 42

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Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de