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Wald hat Hitzestrapazen von 2003 gut verarbeitet/Wieder deutlichmehr gesunde Bäume/Baumschädlinge weiterhin aktiv

20.12.2005, Magdeburg – 201

  • Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

 

 

 

 

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 201/05

 

 

 

 

 

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Pressemitteilung Nr.: 201/05

 

Magdeburg, den 19. Dezember 2005

 

 

Wald hat Hitzestrapazen von 2003 gut verarbeitet/Wieder deutlichmehr gesunde Bäume/Baumschädlinge weiterhin aktiv

 

Sachsen-Anhalts Wald geht es wieder besser. Die Strapazen des Rekordhitzejahres 2003 sind weitgehend überwunden. Das geht aus dem aktuellen Waldschadensbericht 2005 hervor, den Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke in Magdeburg vorstellte. Demnach sind mit 52 Prozent wieder mehr als die Hälfte der Bäume rundum gesund. Im Vorjahr waren es lediglich 43 Prozent. Die Zahl der sichtbar kranken Bäume hat abgenommen. Laut Erhebung weisen 20 Prozent deutliche Schäden auf. Gegenüber dem Vorjahr sind das fünf Prozentpunkte weniger. Damit ist in etwa wieder das Niveau vor dem Extrem-Jahr 2003 erreicht. Entscheidenden Anteil an dieser Positiventwicklung hat die Kiefer. Rund 45 Prozent des Waldes in Sachsen-Anhalt besteht aus Kiefern.

Wernicke äußerte sich vorsichtig optimistisch: "Für den Wald hat offenbar eine zumindest leichte Erholungsphase begonnen. Das extrem trocken-heiße Wetter von 2003 ist verkraftet. Allerdings gibt es keinen Grund zur Sorglosigkeit. Nach wie vor machen neben dem Witterungsverlauf, Luftverunreinigungen sowie Baumschädlinge dem Wald zu schaffen."

Die Ministerin betonte: "Das Wetter müssen wir so nehmen wie es kommt. Für Luftverunreinigungen trägt hingegen der Mensch die Verantwortung und vor Baumschädlingen ist Schutz möglich." Als eine "gute vorbeugende Maßnahme zur Gesunderhaltung des Waldes" nannte Wernicke eine aktive Waldpflege. Sie sagte: "Der Wald braucht Erneuerung. Nur wenn altes Holz aus dem Wald geerntet wird, schaffen wir Platz für junge Bäume und machen damit den Weg frei für eine gesunde Durchmischung des Waldes."

Auch mahnte die Ministerin mehr Eigenverantwortung an. Jeder habe es mit seinem Verhalten selbst in der Hand, dem Wald zu schaden oder zu nützen. Wernicke: "Es ist für den Wald nicht unerheblich, ob wir schadstoffarme Autos fahren, energiesparende Geräte im Haushalt verwenden und Holzprodukte aus der Region kaufen oder nicht." Ein gesteigerter Absatz für einheimisches Holz bedeute letztlich auch, dass mehr geschlagen werde.

 

Zu Detailergebnissen aus dem Waldschadensbericht

 

Am weitesten verbreitet (45 Prozent der Gesamtwaldfläche) und gesündeste Baumart in Sachsen-Anhalt ist und bleibt die Kiefer . Etwa drei von vier Kiefern ¿ genau 73 Prozent ¿ wurden als gesund eingestuft. Der Anteil der deutlich geschädigten Bäume nahm gegenüber 2004 noch einmal um fünf Prozentpunkte ab und beträgt nunmehr lediglich vier Prozent. Diese Positiventwicklung ist bemerkenswert, ist aber nicht unwesentlich auch auf einen umfangreichen Pflanzensschutz begründet. Auch 2005 waren Nadel fressende Schmetterlingsraupen wie die Nonne und der Spinner auf größeren Flächen aktiv. Auf rund 18.600 extrem betroffenen Hektar wurden Pflanzenschutzmittel gesprüht.

Der Fichte gelang noch keine wesentliche Besserung. Sie leidet nach wie vor extrem an den Folgen der Trockenheit 2003. Der Anteil deutlich geschädigter Fichten liegt bei 38 Prozent. Das ist noch einmal ein Prozentpunkt mehr als 2004 und damit der höchste Wert in der 15-jährigen Geschichte der Schadenserhebung. Die über 60 Jahre alten Fichten sind dabei besonders gezeichnet (69 Prozent). Geschwächte Fichten waren wiederum ein gefundenes Fressen für Schädlinge. Vor allem der Buchdrucker trieb sein Unwesen. Die unter der Rinde fressenden Larven bringen die entkräfteten Bäume zum Absterben.

Eine leichte Entspannung gab es für die Buche. Im Vorjahr noch das Sorgenkind Nummer eins, ging der Anteil der unübersehbar kranken Buchen von 66 Prozent auf 44 Prozent zurück. Leider stieg die Gruppe der gesunden Buchen nicht im gleichen Verhältnis. Der Wert stagnierte bei etwa 15 Prozent. Das heißt, die meisten der sich erholenden Buchen weist dennoch geringe Kronenschäden auf (so genannte Warnstufe).

Auch für die Eiche können leichte Verbesserungen bilanziert werden. Der Anteil deutlich geschädigter Eichen ging um zwei Prozentpunkte zurück, bleibt aber mit 51 Prozent nach wie vor sehr hoch. Blatt fressende Schmetterlingsraupen setzen den Eichenkronen nach wie vor zu.

Zur Zeitenreihe des Waldschadensberichtes

In Sachsen-Anhalt wurde 2005 die fünfzehnte Waldschadenserhebung im Folge durchgeführt. Der erste Waldschadensbericht 1991 wies für mehr als jeden dritten Baum ¿ oder 34 Prozent des Gesamtbestandes - deutliche Schäden auf. Lediglich 28 Prozent des Waldes war eine tadellose Gesundheit attestiert worden.

 

 

Waldschäden Sachsen-Anhalt 1991, 2004 und 2005

(in Prozent der jeweiligen Baumart)

 

 

 

Baumart

 

Jahr

 

Nicht

geschädigt

Schadstufe 0

 

Schwach

geschädigt

Schadstufe 1

 

Deutlich

geschädigt

Schadstufe 2-4

 

 

Fichte

 

1991

2004

2005

 

45

37

37

 

34

26

25

 

21

37

38

 

 

Kiefer

 

1991

2004

2005

 

19

57

73

 

41

34

23

 

40

9

4

 

 

Buche

 

1991

2004

2005

 

42

16

15

 

47

18

41

 

11

66

44

 

 

Eiche

 

1991

2004

2005

 

23

16

15

 

33

30

33

 

44

53

51

 

 

Alle Arten

 

1991

2004

2005

 

28

43

52

 

38

32

28

 

34

25

20

 

 

 

 

Zur Methode:

Das Land wird virtuell in vier mal vier Kilometer große Quadrate eingeteilt. An den Eckpunkten werden Aufnahmepunkte angelegt. An diesen in der Summe 274 Aufnahmepunkten werden exakt 6.576 Probebäume erfasst ¿ davon sind rund 53 Prozent die Gemeine Kiefer, zwölf Prozent die Gemeine Fichte, sieben Prozent Rotbuche und zehn Prozent Trauben- und Stieleiche.

 

Sachsen-Anhalt zählt mit einem Waldanteil von rund 24 Prozent zu den eher waldärmeren Bundesländern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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