Zweitägige Beratungen abgeschlossen
Beschlüsse der Wirtschaftsministerkonferenz in Wörlitz
13.06.2005, Magdeburg – 85
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 085/05
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 085/05
Magdeburg, den 10. Juni 2005
Zweitägige Beratungen abgeschlossen
Beschlüsse der Wirtschaftsministerkonferenz in Wörlitz
Zu ihrer ersten Beratung unter
dem Vorsitz Sachsen-Anhalts traf die Konferenz der Länder-Wirtschaftsminister
und ¿senatoren (WiMiKo) am 9. und 10. Juni 2005 in Wörlitz zusammen. Am Abend
des 1. Konferenztages fand das traditionelle Kamingespräch mit Bundeswirtschaftsminister
Wolfgang Clement statt. Im Verlauf der Konferenz diskutierten die Wirtschaftsminister
mit dem stellvertretenden Generaldirektor Unternehmen und Industrie der Europäischen
Union Probleme der EU-Industriepolitik, Heinz Zourek. Mit dem Präsidenten des
Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Gregor Braun, erörterten
die Konferenzteilnehmer Perspektiven und Probleme der deutschen Wirtschaft.
Die
wichtigsten Beschlüsse der Wörlitzer Wirtschaftsministerkonferenz:
Europäische
Strukturpolitik: Die Konferenzteilnehmer
erkennen die zukünftige Verteilung der Mittel der europäischen Strukturpolitik
gemäß dem vorgeschlagenen Pro-Kopf-Verteilungsschlüssel als geeignete Grundlage
für die Verhandlungen zwischen dem Bund und diesen Ländern an. Sie halten ein Sicherheitsnetz
für erforderlich, das einzelne Länder vor einem gegenüber der laufenden
Förderperiode bruchartigen Mittelrückgang schützt. Dieses Sicherheitsnetz soll
einen Mittelverlust gegenüber der jetzigen Verteilung auf 15 Prozent begrenzen.
Rechtsvereinfachung
im Umweltschutz: Die Konferenz stellt
fest, dass die nationale Umsetzung der EU-Umweltrichtlinien zum Teil erheblich
über die Erfordernisse des EU-Rechts hinausgeht. Um insbesondere kleine und
mittlere Unternehmen deutlich zu entlasten und eine Benachteiligung im europäischen
und internationalen Wettbewerb zu vermeiden, darf EU-Recht im deutschen Recht
nicht zusätzlich verschärft werden. Die Wirtschaftsministerkonferenz fordert
daher eine 1:1-Umsetzung der EU-Umweltrichtlinien in Deutschland. Ziel muss
sein, Wettbewerbsnachteile deutscher Unternehmen zu vermeiden und einen
praktikablen Vollzug zu gewährleisten.
Netzintegration
von Windenergie: Nach mehrheitlicher
Auffassung der Konferenzteilnehmer liefert die Studie der Deutschen
Energieagentur über die Netzintegration von Windenergie in Deutschland seriöse
Grundlagen für die notwendige politische Beurteilung der Entwicklung der
Windstromeinspeisung und die Qualität der Stromversorgung. Nach Auffassung der
Mehrheit der Minister und Senatoren zeigt die Studie Probleme und Risiken auf.
Sie besteht schon jetzt bei starker Windstromeinspeisung die Gefahr der Netzüberlastung.
Die Kostenbelastungen der Stromverbraucher durch Einspeisevergütungen,
Netzausbau un d Reserveenergiebereitstellung nehmen kontinuierlich zu und
belasten die Stromverbraucher. Nach ebenfalls mehrheitlicher Auffassung ergibt
sich aus der Studie Handlungsbedarf für Netzbetreiber, aber auch für den
Gesetzgeber, der geltende Regelungen zur Förderung erneuerbarer Energien
überprüfen und anpassen muss.
Beschleunigung von
Planverfahren: Die Minister und Senatoren teilen die in einem Bericht der
Freien und Hansestadt Hamburg vorgetragene Auffassung, dass durch eine
effiziente Ausgestaltung des Planverfahrens erhebliche Synergie- und
Beschleunigungseffekte erzielt werden. Sie regen Maßnahmen zur Verbesserung der
Kommunikation zwischen Vorhabensträgern und Behörden an, zum Beispiel die
Einführung eines ¿Behördenscouts¿ oder die Nutzung elektronischer Medien
parallel zur Auslegung der Unterlagen vor Ort. Durch Änderung der
Fachplanungsgesetze soll u. a. die Zusammenlegung v on Anhörungs- und
Planfeststellungsbehörde erleichtert werden.
EU-Dienstleistungsrichtlinie: Der
Bund-Länder-Ausschuss ¿Dienstleistungen¿ wird beauftragt, die weitere
Diskussion um die Ausgestaltung der EU-Dienstleistungsrichtlinie fachlich zu
begleiten, aus wirtschaftspolitischer Sicht zu bewerten und auf der
Herbstkonferenz 2005 der Wirtschaftsministerkonferenz entsprechend zu
berichten.
EU-Tabakwerberichtlinie: Die
Konferenz unterstützt die Nichtigkeitsklage der Bundesregierung gegen die
EU-Tabakwerbeverbotsrichtlinie vor dem Europäischen Gerichtshof.
Ladenschlussgesetz: Die
Wirtschaftsminister und ¿senatoren halten die Übertragung des Ladenschlusses an
die Länder auch vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse wie der
Fußball-Weltmeisterschaft 2006 für so dringlich, dass einem weiteren Zuwarten
auf eine mögliche, aber keinesfalls gesicherte Verständigung in der
Föderalismuskommission nicht zugestimmt werden kann.
Deregulierung im Gaststätten- und Baurecht: Die Konferenz bittet die Bundesregierung,
die Gaststättenerlaubnis zukünftig als Personalkonzession, also auf eine rein
personenbezogene Erlaubnis mit bundesweiter Geltung, auszugestalten und in die
Gewerbeordnung zu integrieren. Beim Wechsel des Lokals durch den
Erlaubnisinhaber würde damit keine neue Gaststättenerlaubnis erforderlich. Auf
diese Weise können zeit- und kostenintensive doppelte Prüfungen der
baurechtlichen Voraussetzungen durch die Bauaufsichtsbehörden einerseits und
durch Gewerbebehörden andererseits zukünftig entfallen. Der Bund wird gebeten,
die dafür erforderlichen gesetzgeberischen Schritte zügig noch in der laufenden
Legislaturperiode einzuleiten. Der Bauministerkonferenz wird vorgeschlagen,
einen gemeinsamen Arbeitskreis ¿Gaststätten- und Baurecht¿ einzurichten, der
weitere Deregulierungs- und Entbürokratisierungspotenziale aufzeigt und prüft.
Public Private Partnership: Die Konferenzteilnehmer sehen darin eine Option
und eine Chance, die Infrastruktur kostengünstig und zügig zu modernisieren.
Das eröffnet auch der Bauwirtschaft und dem Mittelstand neue Chancen. Die
Bundesregierung wird gebeten, zur Herbstkonferenz 2005 der Wirtschaftsminister
und ¿senatoren über den Stand der Maßnahmen zur Verbessereung der
Rahmenbedingungen unter angemessener Berücksichtigung von Mittelstandsaspekten
zu berichten.
Die nächste
Wirtschaftsministerkonferenz findet am 13. und 14. Dezember in Stuttgart statt.
Impressum:
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit
Pressestelle
Hasselbachstr. 4
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567 - 43 16
Fax: (0391) 567 - 44 43
Mail: pressestelle@mw.lsa-net.de
Impressum:Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierungdes Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hasselbachstr. 4
39104 Magdeburg
Tel.: +49 391 567-4316
Fax: +49 391 567-4443E-Mail: presse@mw.sachsen-anhalt.deWeb: www.mw.sachsen-anhalt.deTwitter: www.twitter.com/mwsachsenanhaltInstagram: www.instagram.com/mw_sachsenanhalt






