Innenminister Klaus Jeziorsky informiert über
Maßnahmen der polizeilichen Prävention auf dem Gebiet des Extremismus
26.04.2005, Magdeburg – 162
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 162/05
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 162/05
Magdeburg, den 26. April 2005
Innenminister Klaus Jeziorsky informiert über
Maßnahmen der polizeilichen Prävention auf dem Gebiet des Extremismus
Innenminister Klaus Jeziorsky hat heute das
Kabinett über Maßnahmen der polizeilichen Prävention auf dem Gebiet des
Extremismus informiert.
Jeziorsky: ¿Extremismus steht zumeist im
Zusammenhang mit gesellschaftlichen Konflikten. Und es sind insbesondere junge
Menschen, die sich von extremistischen Ideen einnehmen lassen. Sie sind einer
Vielzahl von Einflüssen durch die Familie, den Freundeskreis, den Medienkonsum
aber auch durch die Schule ausgesetzt.¿ Auf allen diesen Feldern könnten
Ansatzpunkte für Prävention genutzt werden. Zweifellos trage die Familie hier
eine besondere Verantwortung, aber auch Kinder- und Jugendhilfe sowie die
Schule seien gefragte Partner.
¿Deutlich mehr als die Hälfte der politisch
motivierten Straftaten werden von jungen Menschen begangen¿, so der
Innenminister. Es habe daher seinen guten Grund, dass die Polizei sich gerade
hier an der Prävention beteilige. Die von der Polizei betriebenen und
mitgetragenen Projekte und Maßnahmen zur Prävention seien dabei sehr breit
angelegt. Sie zielten nicht nur auf die unmittelbare Verhütung von Straftaten,
sondern sind auch auf die Ausprägung positiver Werte und Haltungen
ausgerichtet. Unumgänglich sei dabei die Kooperation mit anderen Präventionsträgern,
insbesondere mit der Schule. Dabei könne die Polizei
Sachsen-Anhalts auf bereits erprobte Medien des Programms Polizeiliche
Kriminalprävention der Länder und des Bundes zurückgreifen. Diese werden durch
das Landeskriminalamt an die Polizeidienststellen im Land und an Kooperationspartner
weiter gegeben. So wurden auch speziell für Schulen und Lehrer Medienpakete
erstellt und entsprechend verteilt.
Zur Unterstützung der Präventionsarbeit wurde vom LKA eine Info-Reihe
zur Kriminalprävention im Kinder- und Jugendbereich herausgegeben. Für Kinder
im Vorschul- und Grundschulalter entstand die Malheftserie des LKA ¿Super-Tipps
für Klein und Groß¿. Anliegen dieser Hefte ist, Kindern im Alter von ca. 4 bis
12 Jahren kriminalpräventive Themen in kindgerechter Form nahe zu bringen. In
jedem Heft gibt es dazu auch eine Seite für Eltern, Lehrer und Erzieher, in der
Hinweise und Ratschläge für die altersentsprechende Umsetzung und Wissensvermittlung
der Heftinhalte gegeben werden.
Einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Extremismus leisten auch die
Polizeidirektionen mit eigenen präventiven Maßnahmen, die teilweise bis auf
Bundesebene bekannt sind und ausgezeichnet wurden. Hier sei das Projekt
"Buntes Licht auf braune Schatten" der Polizeidirektion Halberstadt
erwähnt, das speziell auf Schüler zugeschnitten ist und an zahlreichen Schulen
mit sehr positiven Rückmeldungen durchgeführt werden konnte.
Mit der Aktion ¿Sport gegen Drogen und Gewalt¿ werden unter Beachtung
regionaler Schwerpunkte die Möglichkeiten der Vernetzung einer sinnvollen
Freizeitgestaltung für Jugendliche gegeben. Stressabbau, das Aufzeigen
gewaltfreier Konfliktlösungen, sportliche Aktivitäten als Ventil gegen Gewalt
und verschiedene Präventions- und Hilfsangebote bestimmen den Inhalt dieser
Aktion.
Die Polizeidirektion Magdeburg ist seit Jahren bestrebt, mit den ausländischen
Mitbürgern in der Stadt Magdeburg einen guten Kontakt herzustellen und zu vertiefen.
Zum ¿Fest der Begegnung¿, das alljährlich am Himmelsfahrtstag stattfindet, sind
ausdrücklich alle Menschen eingeladen, gleich welcher Nationalität, Rasse oder
welchen Glaubens.
Auch das Projekt ¿Grüne gehen fremd ¿ Fremde sehen grün¿ soll dazu
beitragen, Vorurteile ab- und Verständnis aufzubauen. Im Rahmen dieses
Projektes sind Polizeibeamte in Heimen und Wohnungen im Magdeburger Stadtgebiet
bei ausländischen Familien zu Gast, um das Leben in einer fremden Kultur kennen
zu lernen. Im Gegenzug sind ausländische Mitbürger eingeladen, einen Nachmittag
in der Polizeidirektion Magdeburg zu verbringen.
Die
Polizeidirektion Magdeburg wurde für diese Präventionsprojekte durch den vormaligen
Bundespräsidenten Johannes Rau zweimal im Rahmen des Wettbewerbs zur
Integration von Zuwanderern mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Die
Polizeidirektion Halle arbeitet mit Polizeibeamtinnen/-beamten als ¿Jugendkontaktbeamte¿
in den Revierbereichen Halle-Neustadt sowie Silberhöhe/Süd. Schwerpunkte der
Tätigkeit der Jugendkontaktbeamten sind die Durchführung von
Präventionsmaßnahmen an Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Jugendclubs,
Streifentätigkeit im Bereich von Treffpunkten der Jugendlichen im öffentlichen
Raum und die Zusammenarbeit mit Behörden, Institutionen und Einrichtungen.
Auch die
anderen Polizeidirektionen arbeiten mit den verschiedensten Initiativen
präventiv.
Innenminister Klaus Jeziorsky:
¿Die Polizei des Landes Sachsen-Anhalt ist auch als Kooperationspartner anderer
Institutionen tätig und beteiligt sich an deren Projekten und Maßnahmen zur
Prävention des Extremismus. Hervorzuheben sind insbesondere die auf kommunaler
Ebene betriebenen Projekte. Nur beispielhaft möchte
ich einige davon an dieser Stelle nennen. So beteiligt sich die Polizei im
Arbeitskreis "Netzwerk zur Integration von Migranten¿ der Stadt Stendal,
im "Netzwerk für Integration" der Stadt Halle, im Kommunalen Netzwerk
der Stadt Dessau zur Integration von Zuwanderern aus dem Ausland, im
Städtischen Sicherheitsrat der Stadt Wittenberg.¿
Außerdem begleite das Innenministerium das ¿Aussteigerprogramm für
Rechtsextremisten¿, dessen Umsetzung auf der Ebene der Polizeibehörden erfolge.
Ziel sei, Angehörige und Mitläufer der rechten Szene zum Ausstieg zu bewegen. Betroffene
werden gezielt angesprochen und es werden Unterstützungsmöglichkeiten anderer
Institutionen ¿ insbesondere der kommunalen Ebene ¿ aufgezeigt.
Impressum:
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