Festakt zum 60. Jahrestag des Kriegsendes in
Halle/ Ministerpräsident Böhmer: Erinnerung an Geschichte wach halten
18.04.2005, Magdeburg – 138
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 138/05
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 138/05
Magdeburg, den 17. April 2005
Festakt zum 60. Jahrestag des Kriegsendes in
Halle/ Ministerpräsident Böhmer: Erinnerung an Geschichte wach halten
Mit einer Festveranstaltung in
der Ulrichskirche wurde heute in Halle des 60. Jahrestages des Kriegsendes in
der Saalestadt gedacht. Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer würdigte in
seinem Grußwort den mutigen Einsatz von Hallenser Bürgern, der vor 60 Jahren
zur weitgehend friedlichen Übergabe der Stadt an die amerikanischen Truppen
führte.
Das Wirken der Widerstandsgruppe
um den Chemiker Prof. Dr. Theodor Lieser habe unnötiges Blutvergießen und eine
Zerstörung der Altstadt verhindert, betonte Böhmer. Das Beispiel zeige, dass es
auch unter der Diktatur des Nationalsozialismus Deutsche gegeben habe, die sich
couragiert und verantwortungsbewusst für Menschlichkeit und Demokratie
eingesetzt hätten. Zur Geschichte der letzten Kriegstage zählten leider jedoch
auch sinnloser Widerstand und nationalsozialistische Verbrechen, die noch kurz
vor Kriegsende Tausende von Menschen das Leben kosteten.
Der deutsche Widerstand, betonte
der Ministerpräsident, sei zu schwach gewesen, um die Herrschaft des
Nationalsozialismus zu beenden. So habe Deutschland die Befreiung vom
Nationalsozialismus erst dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Sieg der
alliierten Truppen zu verdanken. Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
und die friedliche Revolution in der DDR vom Herbst 1989 zeigten jedoch, dass
die Werte von Demokratie und Freiheit inzwischen auch in Deutschland fest verankert
seien. Das Erinnern an das Ende des Zweiten Weltkrieges mache deutlich, dass
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht naturgegeben seien, sondern immer
wieder neu mit Leben erfüllt werden müssten, betonte Böhmer. Es sei daher
wichtig, die Erinnerung an die Geschichte wach zu halten.
Mit dem Einmarsch amerikanischer
Truppen am 17. April 1945 ging für die Einwohner Halles der Zweite Weltkrieg zu
Ende. Dass der Einmarsch im größten Teil des Stadtgebietes friedlich erfolgen
konnte, war der Vermittlungstätigkeit einer seit 1942 bestehenden
Widerstandsgruppe um den Chemiker Prof. Lieser zu verdanken.
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