Sachsen-Anhalts Finanzminister Paqué: Eine Absenkung der Körperschaftsteuer kann
es nur mit vollständiger und seriöser Gegenfinanzierung geben
15.04.2005, Magdeburg – 24
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 24/05
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 24/05
Magdeburg, den 15. April 2005
Sachsen-Anhalts Finanzminister Paqué: Eine Absenkung der Körperschaftsteuer kann
es nur mit vollständiger und seriöser Gegenfinanzierung geben
Sachsen-Anhalts Finanzminister
Karl-Heinz Paqué lehnt die Gegenfinanzierungsvorschläge der Bundesregierung zur
Senkung der Körperschaftsteuer von 25 auf 19 Prozent ab. Nach der
Finanzministerkonferenz heute sagte er, es müsse unbedingt eine vollständige und
seriöse Gegenfinanzierung gesichert sein. Davon sei die Bundesregierung aber
noch weit entfernt.
Als ¿Luftbuchung¿ bezeichnete
Paqué den von der Bundesregierung veranschlagten Selbstfinanzierungseffekt
durch die Repatriierung in Deutschland erwirtschafteter, aber bisher im Ausland
versteuerter Gewinne. ¿Niemand weiß, ob dieser Effekt tatsächlich eintritt,
schon gar nicht in der von Bundesfinanzminister Eichel prognostizierten
Größenordnung.¿ Paqué erinnert in diesem Zusammenhang an die groteske Überschätzung
Eichels der Einnahmen aus der Steueramnestie im letzten Jahr, als statt fünf
Mrd. Euro nur knapp über eine Milliarde
Euro zustande kamen.
Vor diesem Hintergrund erweise
sich auch der Vorschlag, die Gewerbesteuerumlage zu Gunsten des Bundes zu ändern,
als eine Bereicherung auf dem Rücken der Kommunen. Der damit beabsichtigten
realen Kürzung der Gewerbesteuerumlage der Kommunen stünden nur virtuelle,
wenig realistische Gewerbesteuermehreinnahmen gegenüber.
Der Minister wies ebenfalls die
beabsichtigte weitergehende Begrenzung des Verlustabzugs von bisher 60 auf 50
Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte (sogenannte Mindestbesteuerung) als
Verstoß gegen das Prinzip der Leistungsfähigkeit zurück. Dies könnte zu einer
Substanzbesteuerung führen, die nicht hinnehmbar sei.
Diskutieren hingegen könne man,
so Paqué, über die von Eichel vorgeschlagenen Steuersparmodelle bei bestimmten
Verlustbeteiligungen (z.B. Medienfonds). Allerdings seien hier noch Fragen
offen. Die Bundesregierung sei aufgefordert, konkretere Vorschläge und
Formulierungen auf den Tisch zu legen.
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