Minister Rehberger: Ausbau des Hansehafens
auf gutem Weg Magdeburger Hafen sieht große Chancen, zum ?Duisburg des Ostens?
aufzusteigen
31.03.2005, Magdeburg – 39
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 039/05
Ministerium
für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 039/05
Magdeburg, den 31. März 2005
Minister Rehberger: Ausbau des Hansehafens
auf gutem Weg Magdeburger Hafen sieht große Chancen, zum ¿Duisburg des Ostens¿
aufzusteigen
Der optimale Mittelpunkt für europaweite
Logistiknetze hat sich mit der EU-Erweiterung von den Benelux-Ländern nach
Ostdeutschland verlegt. Durch die Verschiebung der wichtigsten Verkehrsströme
gen Osten gewinnt auch der Hafen Magdeburg eine völlig neue Dimension. In
weitem Umkreis bietet nur die Region Magdeburg eine derart optimale Kombination
von Autobahn, Wasserstraßenkreuz und Hauptlinien der Bahn. Der Hafen Magdeburg
hat deshalb beste Chancen, zum ¿Duisburg des Ostens¿ aufzusteigen. Mit dem vor
zwei Jahren begonnenen Ausbau des Hansehafens und starkem Engagement in der
Logistik will die Magdeburger Hafen GmbH die Weichen in Richtung Zukunft
stellen.
In den Ausbau des Hansehafens auf einem Areal
von 40 Hektar werden rund 35 Millionen Euro gesteckt. Mit einem
Fördermittelbescheid über 18,5 Millionen Euro ¿ auch den Eigenanteil der
Landeshauptstadt von 1,83 Mio Euro hatte das Land mit dem KommInvest-Programm
übernommen ¿ hatte Minister Dr. Horst Rehberger im August 2003 den Hafenausbau
auf den Weg gebracht. Knapp zwei Jahre später sind rund 750 Meter Spundwand für
die künftig fast 1,5 Kilometer lange Kaimauer gerammt. Der Bau einer 1,7 Kilometer
langen Verbindungsstraße zum August-Bebel-Damm/Richtung Autobahn und für eine
3,5 Kilometer lange neue Hafenbahntrasse ist in Angriff genommen. Die Stadt
Magdeburg will 35 Hektar der Hafenfläche für Industrieansiedlungen vermarkten;
damit entstehen weitere neue Arbeitsplätze, sagte Magdeburgs
Wirtschaftsbeigeordneter Dr. Klaus Puchta heute vor Journalisten. Er betonte
ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium: ¿Mit
diesem Projekt wird ein Traum von Magdeburg wahr.¿
Entscheidende Voraussetzung für die
ganzjährige Nutzung des Hansehafens unabhängig vom Wasserstand der Elbe ist
allerdings der Bau einer Hafenschleuse. Das ist im Verkehrsprojekt Deutsche
Einheit als Bestandteil des Projekts Wasserstraßenkreuz Magdeburg vorgesehen.
Erst im Vorjahr hatte das Bundesverkehrsministerium den baldigen Baustart für
die Hafenschleuse angekündigt. Inzwischen scheint dieses Vorhaben angesichts
der Haushaltslage allerdings wieder gefährdet. Rehberger verwies darauf, dass
viele der jetzigen und auch künftigen Investoren im Umfeld des Hafens auf die
Zusagen des Bundes vertraut haben. Die Landesregierung hofft auf baldige positive
Klärung; Anfang April sind dazu Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium
geplant.
Wichtig ist die Hafenschleuse auch für den
neuen Container-Terminal und für die Schwerlastplatte, die als Umschlagsplatz
für den Windenergie-Riesen Enercon dringend benötigt wird. Wie Vertriebsleiter
Frank Ihme mitteilte, ist Enercon mit rund 2.500 Beschäftigten einer der
größten Arbeitgeber im Raum Magdeburg. Rund 50 Prozent der Produktion geht in
alle Welt, bis nach Australien. Für die über 50 Meter langen und über 20 Tonnen
schweren ¿Windmühlenflügel¿ sowie für andere großdimensionale Teile von
Windkraftanlagen bietet sich der Schiffsumschlag von Magdeburg nach Hamburg
geradezu an.
Im Containerumschlag sieht Hafenchef
Karl-Heinz-Ehrhardt ein enormes Entwicklungspotenzial. 1999 wurden im Hafen
Magdeburg erst 644 Containereinheiten umgeschlagen; 2004 waren es schon 9.200.
Der neue Container-Terminal ist auf einen Umschlag von jährlich 20.000
Containern ausgelegt. Dabei will Magdeburg weiterhin vom boomenden
Chinageschäft des Hamburger Hafens profitieren und sich zur Drehscheibe
zwischen dem Seehafen und dem Hinterland ¿ bis in die Ukraine ¿ profilieren.
Für Minister Dr. Rehberger gehören die
Wasserwege gleichrangig mit Straßen und Schienen zu den wichtigsten
Verkehrsträgern. ¿Eine gute und umweltverträgliche Infrastruktur schließt alle
Verkehrswege ein. Im Vertrauen auf Zusagen des Bundes wurden in den vergangenen
Jahren Hunderte von Millionen Euro in den Ausbau von Saale, Elbe und
Wasserstraßenkreuz sowie der Häfen gesteckt. Jetzt müssen auch die letzten
Hürden für ganzjährig nutzbare Wasserwege beseitigt werden: Der Bau des
Saalekanals bei Barby ist ebenso dringlich wie die Errichtung der
Niedrigwasserschleuse für den Hafen Magdeburg.¿
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