PPP-Modelle müssen stärker als bisher
berücksichtigt werden
16.03.2005, Magdeburg – 18
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 18/05
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 18/05
Magdeburg, den 16. März 2005
PPP-Modelle müssen stärker als bisher
berücksichtigt werden
(Sachsen-Anhalts Finanzminister Karl-Heinz Paqué auf
Public-Private-Partnership-Forum der Deutschen Kreditbank-AG in Wittenberg)
Sachsen-Anhalts
Finanzminister Karl-Heinz Paqué sieht trotz nicht optimaler Rahmenbedingungen
PPP-Projekte als erfolgversprechende Alternative zur herkömmlichen Finanzierung
öffentlicher Bauvorhaben. ¿Public Private Partnership eröffnet angesichts der
knappen Kassen neue Handlungsspielräume¿,
sagte er heute auf einem Public-Private-Partnership-Forum der Deutschen Kreditbank AG in Wittenberg.
Gleichwohl
kritisierte er die Benachteiligung von
PPP-Projekten durch Vergabe- und Steuerrecht und förderrechtliche
Bestimmungen. Im deutschen Vergaberecht herrsche die Auffassung vor, dass Auftragnehmer
die an sie vergebenen Leistungen zu wesentlichen Teilen im eigenen Betrieb zu
erbringen hätten. PPP-Projekte bräuchten jedoch keine Generalunternehmer,
sondern Generalübernehmer. PPP-Projekte würden außerdem häufig durch
förderrechtliche Bestimmungen benachteiligt, da öffentliche Förderprogramme
zumeist nicht auf PPP-Projekte ausgerichtet und daher nicht mit ihnen
kompatibel seien.
Paqué
betonte aber, dass trotz dieser nicht optimalen Rahmenbedingungen PPP-Projekte
eine erfolgversprechende Alternative zur herkömmlichen Finanzierung
öffentlicher Bauvorhaben darstellten. Er sprach sich dafür aus, bei geeigneten
Aufgaben prinzipiell auch PPP-Modelle in die Wirtschaftlichkeitsberechnungen
einzubeziehen.
Paqué: ¿ Bei
PPP macht jeder das, was er am besten kann.¿ Daraus leite sich auch ein großer
Vorteil von PPP gegenüber der herkömmlichen Finanzierung öffentlicher Vorhaben
ab: Die private Seite bringe ihre Fähigkeit des am Markt orientierten
effizienten Handelns ein. Für viele Länder und Kommunen sei auch von Vorteil,
dass Haushaltsmittel erst ab Fertigstellung des Objekts als monatliche Raten
fällig würden. Diese Tatsache allein aber sei noch kein Argument für die
Wirtschaftlichkeit von PPP-Projekten, merkte der Minister an.
Das
Finanzministerium hat im Sommer 2002 eine Projektgruppe zu PPP gegründet, an
der sich mittlerweile alle Ressorts beteiligen. Die dort gesammelten
Erfahrungen fließen ein in die von Finanzstaatssekretär Ulrich Koehler
geleitete ressortübergreifende ¿Arbeitsgemeinschaft PPP Kommunen¿. Paqué sagte,
es sei erfreulich, dass es gelungen sei, eine enge Zusammenarbeit zwischen
Landes- und Kommunalverwaltungen zu organisieren.
Zurzeit werden in Sachsen-Anhalt auf kommunaler
Ebene folgende PPP-Projekte geprüft:
- Landeshauptstadt Magdeburg: Sanierung und
Betrieb von Schulen
- Landkreis Anhalt-Zerbst: Sanierung und Betrieb von Schulen
- Stadt Halle (Saale): Sanierung und Betrieb von Schulen und Kindertagesstätten
Auf Landesebene ist derzeit der Bau
und (Teil-)Betrieb einer Justizvollzugsanstalt (JVA) im Raum Burg in Form eines
PPP-Modells wichtigstes Projekt.
Darüber hinaus gibt es eine Vorstudie zum
Thema Ortsumgehung Wernigerode.
Schließlich wurden in Sachsen-Anhalt in den
vergangenen Jahren bereits Pilotprojekte außerhalb des Hochbaus in
Partnerschaft mit der Industrie durchgeführt. Hierzu gehören u. a. die
Initiative Multimedia@LSA zwischen dem Land
und der Deutschen Telekom AG mit sieben Projekten sowie die Rahmenverträge mit
Microsoft und Cisco Systems über verschiedene Pilotprojekte, insbesondere im
Bildungsbereich.
Stichwort PPP: Unter
Public Private Partnershops (PPP) versteht man die Kooperation von öffentlicher
Hand und privater Wirtschaft bei der Planung, Finanzierung, Erstellung,
Unterhaltung, Sanierung und dem Betrieb bzw. Management bisher öffentlich erbrachter
Leistungen und Dienste. Der
Grundgedanke von PPP besteht darin, dass die öffentliche Hand festlegt, welche
Dienstleistungen und Infrastruktur sie benötigt. Private Unternehmen treten in
den Wettbewerb, um die Anforderungen des Staates zu erfüllen. Dies hat Vorteile
für beide Seiten: Die Privaten bringen im Wettbewerb ihr Know-how, ihre
Erfahrungen und ihre Kreativität ein, und die öffentliche Hand kann den Bürgern
die benötigten Dienste schneller, kostengünstiger und in besserer Qualität zur
Verfügung stellen.
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