Finanzminister Karl-Heinz Paqué zur Debatte
um EU-Stabilitätspakt: Eichel misst mit zwei Ellen
17.02.2005, Magdeburg – 12
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 12/05
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 12/05
Magdeburg, den 17. Februar 2005
Finanzminister Karl-Heinz Paqué zur Debatte
um EU-Stabilitätspakt: Eichel misst mit zwei Ellen
Sachsen-Anhalts Finanzminister
Karl-Heinz Paqué hat sich heute verwundert über die Sichtweise von
Bundesfinanzminister Hans Eichel auf den EU-Stabilitätspakt gezeigt. ¿Der
Bundesfinanzminister misst mit zwei Ellen. Auf EU-Ebene fordert er eine
ökonomisch sinnvolle Anwendung der Kriterien, die nicht nur quantitativ
betrachtet werden sollen. Auf Bundesebene jedoch argumentiert er genau
andersherum. Rein formalistisch begründet kritisiert er die mittel- und
ostdeutschen Länder wegen angeblicher Fehlverwendung der Aufbau-Ost-Mittel.
Dabei macht er seine Kritik an Zahlen fest, die rein mechanisch errechnet
werden und die unbestrittenen Konsolidierungsleistungen und auch
Schwierigkeiten des Aufbaus in den neuen Bundesländern völlig ignorieren.¿
Nach Presseberichten hat Hans
Eichel in einem Brief an den Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs
Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker, eine ¿ökonomisch sinnvolle Anwendung¿
des EU-Stabilitätspaktes gefordert. Defizitverfahren sollten künftig nur noch
eingeleitet werden, wenn einem EU-Staat neben der Überschreitung der Drei-Prozent-Defizitgrenze
auch schwerwiegende Fehler vorgeworfen werden können. Die Überprüfung könne
nicht nur anhand quantitativer Faktoren erfolgen. Es müssten auch qualitative
Gesichtspunkte wie länger andauernde Stagnationsphasen und Stabilitätsbeitrag berücksichtigt
werden.
Paqué: ¿Genau
diese Diskussion sollte der Bundesfinanzminister auch zum Aufbau Ost führen. Er
muss bei seiner Einschätzung der Mittelverwendung berücksichtigen, welche
Sparleistungen die Länder bringen und unter welchen Voraussetzungen sie ihre
Haushalte erstellen. Dann endlich bekommen wir eine faire, vorurteilsfreie
Sicht auf die Mittel-Verwendung.¿
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