Ministerpräsident Böhmer: Sachsen-Anhalt auf
wesentlichen Feldern vorangekommen/ Höchste Investitionsquote in der Industrie/
Zügiger Personalabbau im öffentlichen Dienst/ Zukunft unserer Kinder mit
Augenmaß sichern
12.01.2005, Magdeburg – 4
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 004/05
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 004/05
Magdeburg, den 12. Januar 2005
Ministerpräsident Böhmer: Sachsen-Anhalt auf
wesentlichen Feldern vorangekommen/ Höchste Investitionsquote in der Industrie/
Zügiger Personalabbau im öffentlichen Dienst/ Zukunft unserer Kinder mit
Augenmaß sichern
Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer
hat heute in Magdeburg beim traditionellen Presseempfang zum Jahresauftakt
unterstrichen, dass das Land im vergangenen Jahr auf wesentlichen Feldern ein
gutes Stück vorangekommen sei. Jetzt gelte es, die eingeleiteten Reformen in
Bildung und Verwaltung erfolgreich abzuschließen und die Wirtschaftskraft und
die Schaffung von Arbeitsplätzen weiter zu verbessern. Wichtigste Ziele für 2005 seien zudem die
Ausgestaltung einer erfolgreichen Familienpolitik und die Weichenstellungen für
die Kreisgebietsreform. Mit Blick auf den Volksentscheid am 23. Januar mahnte
der Regierungschef, die Zukunft der Kinder von der Geburt bis zum Eintritt ins
Berufsleben mit Augenmaß zu sichern. Übermäßige Forderungen nur für die Kinderbetreuung
würden neue Schulden oder Einsparungen in anderen Bereichen erzwingen. Zudem
werde durch überzogene Forderungen die Debatte über Fördergelder aus dem Westen
zusätzlich verschärft.
Der Regierungschef zog eine ermutigende
Bilanz.
So seien vor allem die Wachstumszahlen in der Industrie und auf dem Ausbildungsmarkt
erfreulich. Mit fast 12.000 Euro je Beschäftigten lag Sachsen-Anhalt bei den
Industrieinvestitionen bundesweit an erster Stelle. Das dynamische Industriewachstum zeigt sich auch an der Umsatz- und
Arbeitsplatzentwicklung : In den ersten drei Quartalen 2004 wuchs der
Umsatz der Industriebetriebe um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der
Auslandsumsatz stieg um 12,2 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten stieg
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,4 Prozent, das waren rund 2.600
Beschäftigte mehr. Die meisten neuen Arbeitsplätze entstanden in der Chemieindustrie
(plus 600), in der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (plus 580), in
der Ernährungswirtschaft (plus 400) und im Papiergewerbe (plus 390).
Der Regierungschef hob auch die positive Bilanz des gemeinsam von der
Wirtschaft, der Landesregierung und der Bundesagentur für Arbeit getragenen ¿Paktes für Ausbildung¿ hervor. Bis Ende
November 2004 konnten 99 Prozent der Lehrstellenbewerberinnen und ¿bewerber
vermittelt werden. Damit ist Sachsen-Anhalt auch in diesem Jahr das ostdeutsche
Bundesland mit dem höchsten Versorgungsgrad an Ausbildungsplätzen. Besonders
erfreulich sei, so Böhmer, dass sich die Zahl der neu abgeschlossenen
betrieblichen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr (Stand 31.10.) um
drei Prozent auf insgesamt 12.759 erhöht habe.
Wichtige Neuansiedlungen setzten ein klares Signal für den weiteren wirtschaftlichen
Aufbruch im Land . Böhmer nannte beispielhaft NicePak Osterweddingen,
Schuberth Helme Magdeburg, Zellstoffwerk Arneburg, Hi-Bis Bitterfeld (als erste
japanische Investition), Solarstromkraftwerk BP Solar im Geiseltal (eines der
größten der Welt), Bioethanolwerk Zeitz.
Auch in diesem Jahr würden wichtige
Investitionsvorhaben fertig gestellt oder auf den Weg gebracht: Kartogroup
Leuna, Thyssen Krupp Presta Ilsenburg (Erweiterung zum weltgrößten
Nockenwellenproduzenten), Pulvermetallurgisches Zentrum Thale, BioPark
Gatersleben, Erweiterung Hexal Salutas Barleben, Erweiterung AKT Gardelegen,
Delipapier Arneburg (Baustart).
Die Arbeitslosenzahl
im Dezember 2004 ist zwar, wie in allen Bundesländern, saisonal bedingt
gestiegen. Trotzdem ist es Sachsen-Anhalt nach zehn Jahren erstmals gelungen,
im Jahresdurchschnitt nicht mehr die höchste Arbeitslosenquote aller Bundesländer
zu haben. Das ¿Schlusslichtimage¿ ,
unterstrich der Regierungschef, habe abgelegt
werden können . Dies sei nicht nur
für die Wahrnehmung von außen wichtig, sondern ein mutmachendes Signal nach
innen, wenngleich die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt bleibe. Das
Wahlziel, die ¿rote Laterne¿ abzulegen, sei erreicht, so der Regierungschef.
Aber es könne noch nicht zufrieden stellen, das zweitschlechteste Land zu sein.
Für 2005 erwartet der Ministerpräsident, dass die Ansiedlungs- und Investitionsoffensive
Früchte trägt, so dass durch Firmeneröffnungen und Erweiterungen weitere
Arbeitsplätze entstehen.
Besondere Erfolge konnten beim Personalabbau in der Landesverwaltung
erzielt werden. Erstmals habe es hier echte
Fortschritte gegeben. So hat die Landesregierung von Mai 2002 bis
Dezember 2004 insgesamt 6.455 Stellen im Landesdienst abgebaut. Nach dem
Haushaltsplanentwurf 2005/2006 werden bis Ende 2006 rund 10.500 Stellen
zurückgeführt sein. Dieser Stellenabbau zeigt seine Wirkung auch bei der
Entwicklung der Personalausgaben. Sie werden 2005/06 real gegenüber dem Vorjahr
sinken - und das inklusive der in Landesbetriebe ausgegliederten Personalausgaben.
Sachsen-Anhalt wird damit im Bundesvergleich im Mittelfeld aller Flächenländer
liegen. Damit sei das selbst gesteckte Ziel erreicht, den Stellenbestand in der
Landesverwaltung auf ein finanzierbares Maß zurückzuführen. Der
Ministerpräsident dankte den Gewerkschaften, die mit ihrem Einverständnis zur
Arbeitszeit- und Tarifabsenkung bei den Angestellten im öffentlichen Dienst zur
Entlastung des Landeshaushaltes beigetragen hätten. Bedauerlich sei allerdings,
dass sich die Zunahme der Industrie-Arbeitsplätze und die Abnahme der
Verwaltungs-Arbeitsplätze in der Arbeitsmarkt-Statistik praktisch gegenseitig
noch aufhöben.
Die Familienpolitik
und die Kreisgebietsreform nannte
Böhmer als zentrale politische Vorhaben im Jahr 2005. Mit der Initiierung des
¿Landesbündnisses für Familien¿ und der erstmaligen Zertifizierung von neun
familienfreundlichen Betrieben habe man erste wichtige Schritte getan. Die
Partner im Landesbündnis kämen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Dies sei
wichtig, da das Bewusstsein für die Stärkung
der Familie quer durch die ganze Gesellschaft gehen müsse. Für
dieses Jahr seien die Vorlage eines Familiengesetzes, die Einführung eines
Familienpasses und ein Familientag geplant.
Der Ministerpräsident hob in diesem
Zusammenhang die deutschlandweit beste Kinderbetreuung in Sachsen-Anhalt
hervor. Mit Blick auf den Volksentscheid zur
Kinderbetreuung sagte er, dass die Zukunft unserer Kinder nicht nur
von guten Kinderkrippen und ¿gärten abhinge. Genauso wichtig seien gute
allgemeinbildende und Berufsschulen, gute Universitäten, Hochschulen und
Fachhochschulen wie auch eine gute Berufsausbildung. Alle Etappen der
Entwicklung eines Kindes bis in das junge Erwachsenenalter hinein müssten
ausgewogen finanziert werden. Erst die Gesamtheit mache die Zukunft unserer
Kinder aus, nicht nur die ersten Lebensjahre.
Böhmer kritisierte die Doppelzüngigkeit der
PDS, die in Sachsen-Anhalt Motor des Volksentscheides sei und gleichzeitig in
Mecklenburg-Vorpommern als Regierungspartei einen ähnlichen Gesetzentwurf zur Kinderbetreuung
eingebracht habe, wie es ihn in Sachsen-Anhalt bereits gibt. Die dortige
PDS-Landessozialministerin habe unmissverständlich gesagt, dass mehr nicht zu
verteilen sei.
In Zeiten knapper Kassen sei die
Finanzierungsfrage ein zentrales Argument. Dieses werde noch bedeutender vor
dem Hintergrund der bundesweiten Debatte über den Fortschrittsbericht der
Bundesregierung über den Aufbau Ost. Wenn sich Sachsen-Anhalt, das schon die
beste Kinderbetreuung in Deutschland habe, noch mehr leisten wolle als die
westdeutschen Bundesländer, dann müsse man sich nicht wundern, wenn die Frage
nach der sachgerechten Verwendung der Solidarpaktgelder aufkomme. Böhmer
mahnte, sich wie eine verantwortungsbewusste Familie bei den Ausgaben zu
verhalten und sich an den Einnahmen zu orientieren. Bei einem Erfolg des
Volksentscheides könne das Geld nur bei anderen freiwilligen Leistungen, z.B.
für Jugend, Sport und Familie, gekürzt werden.
Die Landesregierung hat die Weichen zur Reform der Kreisgebiete gestellt. Der Gesetzentwurf
orientiert sich an den für 2015 prognostizierten Einwohnerzahlen. Danach soll die Größe der Landkreise eine
Flächengröße von etwa 2.500 Quadratkilometern in der Regel nicht übersteigen,
die Mindesteinwohnerzahl soll bei 150.000 liegen, wobei diese in begründeten
Fällen bis zu fünf Prozent unterschritten werden kann. Im größer gewordenen
Europa gewinne die Wahrnehmung von Metropolen und Regionen an Bedeutung, so Böhmer.
Sie habe auch für die künftige Vergabe von EU-Fördermitteln weitreichende
Folgen. Daher sollten die Stadt-Umland-Beziehungen künftig zwischen den
Oberzentren, angrenzenden Gemeinden und Kreisen in gemeinsamen Zweckverbänden
geregelt werden. So könnten wichtige Aufgaben wie beispielsweise die Flächennutzungsplanung
besser abgestimmt werden. Der Ministerpräsident kündigte für den Frühsommer die
Vorlage eines Kreisgebietsreformgesetzes an.
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