Abschlussbericht des Programms zur Bekämpfung
von Gewalt gegen Frauen und Kinder in Sachsen-Anhalt (2003-2004)/
Sozialminister Kley: Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit, sondern
eine Straftat
21.12.2004, Magdeburg – 541
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 541/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 541/04
Magdeburg, den 21. Dezember 2004
Abschlussbericht des Programms zur Bekämpfung
von Gewalt gegen Frauen und Kinder in Sachsen-Anhalt (2003-2004)/
Sozialminister Kley: Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit, sondern
eine Straftat
Minister Kley legte in der Kabinettssitzung
am heutigen Dienstag den Abschlussbericht zur Umsetzung des Programms zur
Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder in Sachsen-Anhalt vor.
Ausgangspunkt war ein Beschluss der Ministerrunde vom 26.11.2002. Mit diesem Beschluss
präzisierte die Landesregierung das ¿Programm zur Bekämpfung von Gewalt gegen
Frauen und Kinder¿ mit einer Laufzeit von zwei Jahren bis Ende 2004. Laut
Beschluss sollte bis zum Ende diesen Jahres der Bericht vorgelegt werden. Dies
ist nunmehr nach Abstimmung mit den Ressorts geschehen. Im nächsten Schritt
wird das Ministerium für Gesundheit und Soziales Anfang nächsten Jahres im
Landtags-Ausschuss für Gleichstellung, Familie, Kinder, Jugend und Sport hierzu
berichten.
Mit dem Landesprogramm wurde erstmals ein
umfassender, alle Handlungsfelder abdeckender Ansatz verfolgt, so Minister
Kley. Initiiert durch das Landesprogramm wurde mit dem dritten Gesetz zur
Änderung des Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes
Sachsen-Anhalt im Jahre 2003 eine Rechtsgrundlage geschaffen, mit der die
Polizei bzw. Sicherheitsbehörden Wohnungsverweisungen anordnen und
Betretungsverbote in Fällen häuslicher Gewalt erlassen können. Damit trägt die
frühzeitige, polizeiliche Intervention in vielen Fällen häuslicher Gewalt dazu
bei, das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit zu gewährleisten. Im selben
Kontext steht die Errichtung der drei proaktiven Interventionsstellen in Halle,
Magdeburg und Dessau. Gleichzeitig wurde aber auch ein
Qualitätsentwicklungsprozess in den Frauenhäusern des Landes angeschoben.
Minister Kley hob die Wichtigkeit dieses Themas
hervor: ¿Häusliche Gewalt ist keine Privat- oder Familienangelegenheit. Sie ist
schon gar kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, gegen die mit aller
Gesetzeshärte vorgegangen werden muss.¿
Polizei und Justiz haben sich als wichtigster
Partner bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt bewiesen und durch zahlreiche
Fortbildungs-Maßnahmen die Handlungs-Kompetenz der Beamtinnen und Beamten aus
Polizei, Staatsanwaltschaft und Richterschaft verbessert, so der Minister. Bei
der Polizei fanden zum Thema häusliche Gewalt von Januar 2002 bis August 2003
insgesamt 226 Fortbildungs-Veranstaltungen statt, an denen 2.430 Polizeibeamte
teilnahmen. Für die Richter- und Staatsanwaltschaft gab es zahlreiche
Fortbildungs-Angebote, so z.B. zu den Themen "Gewalt im häuslichen
Bereich", "Sexuell missbrauchte Kinder", "Gewalt in der Familie",
"Recht, Gewalt, Aggression", "Gewalt gegen Frauen und Kinder"
sowie "Recht der Familie und des Kindes". Aber auch für Lehrerinnen
und Lehrer gab es zahlreiche Angebote, sich auf diesem Gebiet fortzubilden.
Kley wies auch auf die große Bedeutung hin,
die die frühzeitige Gewaltvermeidung in der Gegenwart für das friedlichere
Miteinander in der Zukunft habe. Der Minister betonte: ¿Die Bekämpfung
häuslicher Gewalt ist die beste Primärprävention von Gewalt. Denn wir wissen
inzwischen, dass Kinder, die häusliche Gewalt direkt oder indirekt erleben,
dazu neigen, diese Verhaltensmuster im Jugend- und Erwachsenenalter für sich zu
übernehmen.¿
Zum Hintergrund:
Informationen zur Polizeilichen
Kriminalitätsstatistik in Sachsen-Anhalt ¿Häusliche Gewalt¿: Im Jahr 2003 hat
es in Sachsen-Anhalt 1.865 Straftaten mit Körperverletzung gegeben. Von den
Tatverdächtigen waren 89 Prozent männlichen und 11 Prozent weiblichen
Geschlechts, von den Opfern waren 87 Prozent weiblichen und 13 Prozent
männlichen Geschlechts gewesen. Mehr als 91 Prozent der Opfer waren im Erwachsenenalter
gewesen ¿ die Zahl der minderjährigen Opfer betrage knapp 9 Prozent.
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