Kabinett: Raumordnungsminister Daehre stellt raumordnerische Grundsätze für Kreisgebietsreform vor: Zweckverbände sollen Stadt-Umland-Beziehungen regeln/ Eingemeindungen sind möglich
07.12.2004, Magdeburg – 73
- Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr
Ministerium für Bau und Verkehr - Pressemitteilung Nr.: 073/04
Ministerium für Bau und Verkehr - Pressemitteilung Nr.: 073/04
Magdeburg, den 7. Dezember 2004
Kabinett: Raumordnungsminister Daehre stellt raumordnerische Grundsätze für Kreisgebietsreform vor: Zweckverbände sollen Stadt-Umland-Beziehungen regeln/ Eingemeindungen sind möglich
Nach den Vorstellungen der Landesregierung sollen die Stadt-Umland-Beziehungen zwischen Oberzentren, angrenzenden Gemeinden und Kreisen künftig in gemeinsamen Zweckverbänden geregelt werden. Wichtige Aufgaben wie die Flächennutzungsplanung könnten so abgestimmt wahrgenommen werden, sagte Raumordnungsminister Dr. Karl-Heinz Daehre heute nach der Kabinettssitzung in Magdeburg. "Die künftige Entwicklung der Gebietsstrukturen muss davon geprägt sein, dass Städte und Gemeinden über den eigenen Gartenzaun hinausschauen", forderte er. Im größer gewordenen Europa spiele die Wahrnehmung von Metropolen und Regionen eine zunehmende Rolle. Sie sei auch für die künftige Vergabe von EU-Fördermitteln von großer Bedeutung.
"Das Prinzip der Freiwilligkeit soll auf jeden Fall Vorrang haben", erläuterte Daehre die Vorstellungen der Landesregierung. Der Gesetzentwurf sehe aber auch vor, dass kleinere Umlandgemeinden den benachbarten Oberzentren teilweise oder vollständig zugeordnet werden können. Als Voraussetzung dafür lege der Gesetzentwurf fest, dass neben der Ausdehnung der Bebauung in Richtung des Oberzentrums mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sein müssen:
Entweder beträgt der Anteil der in der Gemeinde wohnenden, sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in die kreisfreie Stadt auspendeln, mehr als 50 v.H. oder im Gebiet liegen großflächige Industrie- und Gewerbeansiedlungen und es pendeln mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in das Gebiet der Gemeinde hinein als aus ihm hinauspendeln.
Die Einwohnerzahl der Gemeinde ist seit 1990 um mehr als 33 v.H. gestiegen.
Die Siedlungs- und Verkehrsfläche der Gemeinde hat sich seit 1990 um mehr als 10 v.H. vergrößert.
Nach Auskunft von Daehre sieht der Gesetzentwurf vor, dass die neuen Landkreise im Jahr 2015 in der Regel eine Einwohnerzahl von 150.000 aufweisen. Dies gelte nicht, wenn die durchschnittliche Einwohnerdichte des bisherigen Landkreises bei weniger als 70 Einwohnern je Quadratkilometer liege. In begründeten Fällen könne die Mindesteinwohnerzahl von 150.000 um bis zu fünf Prozent (= 142.500 Einwohner) unterschritten werden.
Als Obergrenze wird im Gesetzentwurf eine Einwohnerzahl von ca. 300.000 und eine Fläche von 2.500 Quadratkilometern festgelegt. "Die künftige Struktur der Kreise muss so gestaltet sein, dass die regionale Identität dadurch nicht völlig zerstört wird", hob Daehre hervor. Deshalb werde der Vollfusion von Kreisen Priorität eingeräumt. Die Teilung jetziger Landkreise soll weitgehend vermieden, grundsätzlich aber möglich sein, so der Minister.
Das Kabinett hat beschlossen, den Gesetzentwurf im Januar in den Landtag einzubringen. Zuvor sollen kommunale Spitzenverbände, Kammern und betroffene Kommunen angehört werden. Die Umsetzung der raumordnerischen Grundsätze wird unter Verantwortung des Innenministers in nachfolgenden Gesetzen erfolgen.
Weitere Informationen:
Größe und Einwohnerzahl der Landkreise
Fläche 2002 in km²
Einwohner 2015 (gerundet)
Landkreis
Altmarkkreis Salzwedel
2.292
87.400
Anhalt-Zerbst
1225
63.700
Aschersleben-Staßfurt
655
80.000
Bernburg
414
57.500
Bitterfeld
504
82.700
Bördekreis
872
69.600
Burgenlandkreis
1041
117.700
Halberstadt
665
68.800
Jerichower Land
1337
86.100
Köthen
480
59.300
Mansfelder Land
759
87.000
Merseburg-Querfurt
805
111.400
Ohrekreis
1494
108.600
Quedlinburg
540
65.400
Saalkreis
628
75.100
Sangerhausen
690
55.700
Schönebeck
461
63.500
Stendal
2.423
118.800
Weißenfels
372
64.600
Wernigerode
798
84.700
Wittenberg
1508
108.300
Dessau, Stadt
148
64.900
Halle/Saale, Stadt
135
207.000
Magdeburg, Stadt
201
208.200
Sachsen-Anhalt
insgesamt
20.447
2.196.000
Harald Kreibich
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