Landesregierung stellt Weichen zur Entlastung
des Maßregelvollzugs in Uchtspringe
23.11.2004, Magdeburg – 499
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 499/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 499/04
Magdeburg, den 23. November 2004
Landesregierung stellt Weichen zur Entlastung
des Maßregelvollzugs in Uchtspringe
Die Landesregierung hat weitere Schritte zum
Abbau der Überbelegung im Maßregelvollzug Uchtspringe unternommen. Das Kabinett
beschloss am heutigen Dienstag, den Umbau des früheren Bundeswehrstandortes
¿Lochow¿ bei Möckern im Landkreis Jerichower Land zu forcieren.
Sozialminister Gerry Kley betonte nach der
Kabinettssitzung, dass mit dem zum Teil bereits erfolgten und noch geplanten
Ausbau des Standortes Bernburg sowie dem jetzt favorisierten Standort Lochow
kurzfristig ein Abbau der Überbelegung in Sicht sei: ¿Wir haben den gordischen
Knoten zerschlagen und den jahrelangen Stau in diesem Bereich beendet. Mit der
Fertigstellung des dritten Bauabschnitts in Bernburg und dem Umbau des
Standortes Lochow werden wir 2006 im Land ausreichend Plätze für den
Maßregelvollzug zur Verfügung haben. In der Quintessenz bedeutet das mehr Sicherheit
für die Bevölkerung.¿
Der Minister hob hervor, dass es sich aus
Landessicht bei ¿Lochow¿ in mehrfacher Hinsicht um einen angemessenen Standort
handele. Er verwies insbesondere auf die günstige Lage und die geringen Umbaukosten.
Zudem, so der Minister, biete der Standort aufgrund der hohen Sicherheitsstandards
ein Höchstmaß an Sicherheit für die Bevölkerung.
Die frühere Bundeswehrkaserne ¿Lochow¿ ist
als Nebenstandort des Landeskrankenhauses für Forensische Psychiatrie
Uchtspringe angelegt.
Das Konzept ¿Lochow¿
·
sieht 80
Therapieplätze für schuldunfähige beziehungsweise vermindert schuldfähige
psychisch kranke Straftäter vor, die nach § 63 StGB an psychischen Krankheiten
wie Schizophrenie, depressiven Psychosen, Neurosen und schweren
Persönlichkeitsstörungen leiden,
·
schließt ausdrücklich
Ausgang und Freigang für diese Patienten aus ,
d.h. die Patienten bewegen sich ausschließlich innerhalb des gesicherten
Klinikgeländes,
·
bringt insgesamt 80
sichere Arbeitsplätze, davon ca. 65 für die Region, hierbei handelt es sich
vor allem um Pflege-, Wach- und Begleitdienste, aber auch um Handwerker,
·
wird aus Landessicht
besonders günstig erachtet, weil ausreichend regionale Anbieter in Bereichen
wie Versorgung, Instandhaltung und Reparaturen vorhanden sind, um die notwendigen
Investitionen zu realisieren, aber auch den Klinikbetrieb abzusichern,
·
bedeutet somit einen
Schub für mittelständische Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen,
·
bringt der Region Ausbildungsplätze
im Rahmen der Möglichkeiten und Erfordernisse des SALUS-Verbundes (Gesundheits-
und Krankenpfleger, Handwerksberufe, Köche),
·
bedeutet geringe
finanzielle Aufwendungen für das Land, weil eine vorhandene Einrichtung
relativ schnell umgebaut und in Betrieb genommen werden kann. Die notwendigen
Investitionen werden mit acht Millionen Euro beziffert.
Derzeit sind in Uchtspringe 289 Patienten bei
einer Kapazität von 210 Plätzen untergebracht. Das ist eine Überbelegung von
rund 35 Prozent. In der Forensischen Klinik in Bernburg werden 144 Patienten
bei einer Kapazität von 137 Plätzen therapiert.
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