Finanzplanungsrat berät Fortschrittsbericht
?Aufbau Ost? / Finanzminister Paqué: Diskussion ist sachlicher geworden
19.11.2004, Magdeburg – 52
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 52/04
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 52/04
Magdeburg, den 18. November 2004
Finanzplanungsrat berät Fortschrittsbericht
¿Aufbau Ost¿ / Finanzminister Paqué: Diskussion ist sachlicher geworden
Der Finanzplanungsrat hat in seiner heutigen Sitzung die Fortschrittsberichte
¿Aufbau Ost¿ der neuen Länder und Berlins für das Jahr 2003 und die
Stellungnahme des Bundes dazu erörtert. Im Ergebnis heißt es, mit Ausnahme von
Sachsen seien die zur Verfügung gestellten Mittel nicht vollständig
zweckgerecht eingesetzt worden. Dies liege nach Auffassung der betroffenen
Länder vor allem an den langjährigen konjunkturbedingten Einnahmeeinbrüchen,
die trotz ausgewiesener restriktiver Ausgabenkürzung eine erhöhte Kreditaufnahme
erzwangen. Die neuen Länder und Berlin trügen die Verantwortung, durch
konsequente Fortsetzung der Haushaltskonsolidierung die sachgerechte Verwendung
der Mittel zu gewährleisten.
Sachsen-Anhalts Finanzminister Karl-Heinz Paqué zeigte sich zufrieden
darüber, dass der Bund und die westdeutschen Länder Verständnis für die
besondere Situation der ost- und mitteldeutschen Länder gezeigt hätten.
Paqué: ¿Die Diskussion ist sachlicher geworden als es noch vor ein paar
Monaten der Fall war. Es wird nun durchaus anerkannt, dass die Einnahmeeinbrüche
der letzten Jahre eine zusätzliche Nettokreditaufnahme unumgänglich gemacht und
damit das Ergebnis der zweckgerechten Verwendung negativ beeinflusst haben. Das
ist eine gute Grundlage für die weitere Diskussion zum Aufbau Ost.¿
Paqué erläuterte in seiner Stellungnahme im Finanzplanungsrat, welche
Maßnahmen Sachsen-Anhalt seit 2002 ergriffen hat, um die Ausgaben zu senken:
Unter anderem konsequenter Personalabbau, Einschnitte in Leistungsgesetze,
Kürzungen von Sonderzuweisungen und Zielvereinbarungen mit den Hochschulen.
Des weiteren führte er aus, welchen Einfluss die Steuerausfälle auf den
Verwendungsnachweis für die Solidarpakt-Mittel ausübten. Hätte das Land
Sachsen-Anhalt im Jahr 2003 die Steuereinnahmen zur Verfügung gehabt, wie sie
in der Maischätzung 2002 prognostiziert worden waren und wie sie der
außerordentlich restriktiven Ausgabenpolitik der mittelfristigen Finanzplanung
aus 2002 zugrunde lagen, so läge der Verwendungsnachweis bei rd. 96 Prozent
anstelle derzeit bei 50 Prozent.
Paqué weiter: ¿Selbst bei striktester Konsolidierung bleibt
Voraussetzung für eine Realisierung der mittelfristigen Ziele zum Abbau der
Neuverschuldung eine Rückkehr zu stabilen Steuereinnahmen.¿ Er wies darauf hin,
dass dies nur bei entsprechendem gesamtwirtschaftlichen Wachstum möglich sei.
Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2003 Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen
in Höhe von 1,66 Milliarden Euro erhalten. Dank dieser Mittel konnte auch 2003
überdurchschnittlich investiert werden. Die Pro-Kopf-Investitionen waren etwa
doppelt so hoch wie die der Vergleichsländer West. Die Investitionsquote lag
2003 bei rd. 20 Prozent.
Bund, Länder und Gemeinden bekannten sich im
Beschluss des Finanzplanungsrates des weiteren zur Einhaltung des Stabilitäts-
und Wachstumspaktes. Länder und Gemeinden bekräftigen den Beschluss vom 16.
Juni 2004 zur Begrenzung des Ausgabenwachstums auf jeweils ein Prozent.
Unabdingbare Voraussetzung für die Wiedergewinnung der finanzpolitischen
Handlungsfähigkeit sei die nachhaltige Konsolidierung der öffentlichen
Haushalte. Dies müsse auch durch konsequenten Subventionsabbau geschehen.
Hintergrund
Die jährlich von den Finanzministerien der
neuen Länder vorgelegten Fortschrittsberichte geben Auskunft über die
Verwendung der Solidarpakt-Mittel und die finanzwirtschaftliche Entwicklung von
Land und Kommunen.
Nach dem zwischen Bund und Ländern
festgelegten Berechnungsschema wurden für Sachsen-Anhalt in Abgrenzung des
vorgelegten Fortschrittsberichts rund 56 Prozent sachgerechte Verwendung
der Mittel nachgewiesen. Der Bund selbst beziffert die sachgerechte Verwendung
auf 45-50 Prozent.
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