Auswärtige Kabinettssitzung in Eisleben:
Abbau von Altlasten und Ausbau der Infrastruktur kommen voran
16.11.2004, Magdeburg – 491
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 491/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 491/04
Magdeburg, den 16. November 2004
Auswärtige Kabinettssitzung in Eisleben:
Abbau von Altlasten und Ausbau der Infrastruktur kommen voran
Die
Landesregierung ist heute zu einer auswärtigen Kabinettssitzung in Lutherstadt
Eisleben zusammengekommen. Auf der Tagesordnung standen neben allgemeinen auch
regionalspezifische Themen wie Infrastrukturmaßnahmen, die soziale und
kulturelle Förderung, die Schulentwicklung, die Dorferneuerung sowie die
Altlastensanierung.
Im Haushaltsjahr 2004 wurden für die Förderung von Kunst und Kultur im gesamten
Mansfelder Land und in der Lutherstadt Eisleben Landesmittel in Höhe von
1.477.065 Euro bewilligt. Ein wesentlicher Teil der Mittel ging an den
Theaterzweckverband Landesbühne Sachsen-Anhalt Lutherstadt Eisleben, der im
Rahmen der vertragsgebundenen Theaterförderung einen jährlichen Landeszuschuss
von 1,278 Mio. Euro erhält. Der neue Theatervertrag, welcher die Förderung der
Landesbühne Eisleben in den Jahren 2005 ¿ 2008 zum Gegenstand hat, wurde von
Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz und Landrat Hans-Peter Sommer
heute am Rande der Kabinettssitzung unterzeichnet (siehe hierzu PM 490/2004).
Das Projekt
¿Luther-Geburtshausensemble/Armenfreischule¿ in der Lutherstadt Eisleben wurde
mit 360.000 Euro gefördert, darin enthalten sind 180.000 Euro Bundesmittel. Das
Vorhaben umfasst die Ausstattung des auf der UNESCO-Welterbeliste stehenden
Geburtshauses Martin Luthers und der Luther-Armenfreischule in Eisleben mit
neuen Dauerausstellungen. Dabei werden u.a. erstmals interaktive und mediale
Elemente realisiert und vermehrt dreidimensionale Exponate und Modelle geschaffen.
In den Jahren 2005 bis 2006 will die Stiftung Luthergedenkstätten die
denkmalgerechte Sanierung und Instandhaltung des Gebäudeensembles durchführen
und es so der Allgemeinheit nutzbar machen. Insgesamt wird nach Abschluss der
Maßnahmen ein deutlich höherer Besucherstrom von bis zu 40.000 Personen
jährlich erwartet.
Im Schuljahr 2004/05 lernen 8924 Schülerinnen und Schüler im Landkreis
Mansfelder Land an insgesamt 26 Grundschulen, 10 Sekundarschulen, 4 Gymnasien,
1 Kooperativen Gesamtschule, 2 Schulen für Lernbehinderte, 2 Schulen für
Geistigbehinderte, 1 Schule mit Ausgleichsklassen sowie 1 Berufsbildenden
Schule. Laut vorliegender Prognose wird die Schülerzahl zum Schuljahr
2008/09.auf 6153 absinken. Wie sich diese Verringerung auf die Anzahl der
Schulstandorte auswirkt, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest. Am
13. April 2004 hat das Landesverwaltungsamt der Errichtung der KGS in Benndorf
zugestimmt. Dies hat Auswirkungen auf die Standorte der Sekundarschulen und
Gymnasien. Deshalb muss der Mittelfristige Schulentwicklungsplan für diese Schulformen
noch fortgeschrieben werden.
Die Beseitigung von Altlasten in den DDR-Industriebrachen im
Mansfelder Land kommt voran. Seit Anfang der 90-er Jahre wurden rund 28
Millionen Euro aufgewendet, um verseuchte Flächen zu reinigen,
Grundwasserverschmutzungen zu beseitigen und Alt-Gebäude abzureißen. Allein in
diesem Jahr werden mehr als 3,1 Millionen Euro für die Altlastensanierung
aufgewendet. Für das kommende Jahr gehen die Planungen von einem Finanzrahmen
von rund 6,5 Millionen Euro für das Mansfelder Land aus. Etwa die Hälfte davon
wird für die weitere Sanierung der Deponie Teich 10 aufgewendet, auf der über
Jahrzehnte besonders gefährliche Stoffe abgelagert wurden. Erstes Ziel der
Arbeiten ist es, dass keine Schadstoffe ins Erdreich und damit das Grundwasser
gelangen. Dazu wird das Abdecken der Deponie vorbereitet.
Für die
Investitionsförderung im Wasser-Abwasser-Bereich hat das Land in diesem Jahr für das Mansfelder
Land gut 16 Millionen Euro bewilligt. Ein Schwerpunktprojekt ist dabei der Bau
einer neuen Abwasserüberleitung von Eisleben zur Kläranlage Rollsdorf. Mit ihr
wird die Anfang der 90-er Jahre deutlich überdimensioniert gebaute Kläranlage
von Rollsdorf endlich ausgelastet und der Bau einer weiteren neuen Kläranlage
in Eisleben überflüssig. So können auch die Abwassergebühren für Bürger und
Wirtschaft im Rahmen gehalten werden.
Insgesamt
haben die vier Abwasserzweckverbände im Mansfelder Land von 1991 bis 2003 rund
51 Millionen Euro Fördermittel für Investitionen bekommen. Zudem zahlte das
Land 13,9 Millionen Euro Sanierungshilfen an die Verbände Mansfeld-Schlenze und
Süßer See und entlastete sie um zusammen knapp drei Millionen Euro Schulden.
Die
Teilentschuldung für Abwasserzweckverbände im Mansfelder Land ist damit abgeschlossen.
Im Gegenzug haben sich die Abwasserzweckverbände zu einer streng betriebswirtschaftlichen
Geschäftsführung verpflichtet. Dies schließt auch das Zusammenlegen von Verbänden
und damit Geschäftsführungen ein. Das Land erwartet, dass diese konkreten
Zusagen ¿ die Bedingung für Sanierungshilfen und Teilentschuldungen sind ¿ auch
umgesetzt werden.
Im Bereich der Wirtschaft
wurden seit 1990 mit Fördermitteln Investitionen in die Wirtschaft und
wirtschaftsnahe Infrastruktur von rund 890 Millionen Euro angeschoben. Diese
wurden von Bund, Land und EU mit 246 Millionen bezuschusst. 4.163 Arbeitsplätze
wurden so neu geschaffen, 9.093 gesichert. Auf die Stadt Eisleben entfielen
davon Investitionen von rund 150 Millionen Euro.
Die Arbeitslosenquote im Mansfelder Land liegt mit mehr als 20 Prozent
über dem Landesdurchschnitt. Positiv ist jedoch, dass 2003 erstmals seit Jahren
die Zahl der Gewerbeanmeldungen wieder über der der ¿abmeldungen (793 zu 745)
lag. Ebenso haben die Unternehmen der Industrie- und Handelskammer und der
Handwerkskammer mehr Ausbildungsplätze als im vergangenen Jahr zur Verfügung
gestellt. Im Bereich der IHK waren das 361 gegenüber 349, für die HWK 136 gegenüber
124.
Auf sozialpolitischem Gebiet sind im Zeitraum 1998 ¿ 2004 in der Lutherstadt Eisleben und im
Landkreis Mansfelder Land Projekte und Vorhaben in einem Umfang von fast 51
Millionen Euro gefördert worden.
Rund 9,3 Mio. Euro flossen in
Krankenhaus-Vorhaben, um die akutstationäre Versorgung der Bevölkerung zu
verbessern. Hinzu kamen im gleichen Zeitraum pauschale Krankenhaus-Fördermittel
von rund 4,4 Mio. Euro. So erhielt beispielsweise der Standort Eisleben des
Klinikums Mansfelder Land zur Erweiterung des Funktionstraktes finanzielle Unterstützung
in Millionenhöhe.
Zu weiteren Schwerpunkten der
Landesförderung zählen Kindertagesstätten und Einrichtungen der Altenhilfe. So
beteiligte sich das Sozialministerium in diesem Jahr mit 4,1 Mio. Euro an den
Kosten der Tagesbetreuung in Kindertageseinrichtungen im Landkreis. Von 1998
bis 2004 hat das Land dem Landkreis Mansfelder Land für Sanierung und Neubau
von Kindertageseinrichtungen in kommunaler und in freier Trägerschaft insgesamt
fast 600.000 Euro gezahlt.
Knapp 22,7 Mio. Euro
Fördermittel gingen seit 1998 an Altenhilfeeinrichtungen der Region. Mehr als
2,8 Mio. Euro standen seit 1998 für Investitionen in Behinderteneinrichtungen
zur Verfügung. Davon flossen mehr als 1,9 Mio. Euro in den Neubau einer Werkstatt
für 427 behinderte Menschen in Eisleben.
Für kommunale und
Vereins-Sportstätten wurden 1998 ¿ 2004 rund 2,3 Mio Euro ausgegeben. Davon flossen
knapp 600.000 Euro in den Neubau einer Dreifeld-Sporthalle in Eisleben und rund
900.000 Euro in den Neubau einer Zweifeld-Sporthalle mit Kegelbahnanlage in
Mansfeld.
Für die Jugendpauschale und das
Feststellenprogramm im Bereich Kinder- und Jugendarbeit wurden dem Landkreis
seit 1998 rund 2,7 Mio Euro aus Haushaltsmitteln des Sozialressorts überwiesen.
Für die Jugendarbeit flossen 1,9 Mio Euro, wovon 1,7 Mio Euro investiert wurden
in die Jugendbegegnungsstätte Schloss Mansfeld und die Jugendherberge Gorenzen.
Die Beratungsangebote der
präventiven Sozialpolitik wurden mit 1,7 Mio. Euro unterstützt. So erhielt
beispielsweise die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle des ABI e.V.
Eisleben seit 1998 Zuschüsse von mehr als 194.000 Euro.
Im Bereich der städtebaulichen Entwicklung gehört die
Lutherstadt Eisleben zu den 43 Kommunen in Sachsen-Anhalt, die ein
qualifiziertes Stadtentwicklungsprogramm erarbeitet haben. Als ein Schwerpunkt
ist darin die Verringerung des Wohnungsleerstands formuliert. Die Leerstandsquote
liegt bei 8,9 Prozent (von rund 11.000 Wohnungen) Im Stadtentwicklungskonzept
ist der Abriss von insgesamt 790 Wohnungen ausgewiesen. In den Jahren 2002 bis
2004 wurden davon bereits 436 Wohnungen zum Abriss bewilligt, der mit rund 1,45
Millionen Euro gefördert wurde. Darüber hinaus sind für so genannte
Aufwertungsmaßnahmen im vorigen Jahr insgesamt 480.000 Euro bewilligt worden.
Fester Bestandteil des
Stadtumbaus in Eisleben ist die Bewerbung der Stadt um die Teilnahme an der
Internationalen Bauausstellung Sachsen-Anhalt (IBA), die mit dem Thema ¿K3 ¿
kleiner, klüger, kooperativ¿ überschrieben ist. Dahinter verbirgt sich der
Ansatz, die ungünstigen Begleiterscheinungen des städtebaulichen Schrumpfungsprozesses
durch eine engere Zusammenarbeit der lokalen Akteure zu kompensieren.
Wie in anderen Landesteilen auch
misst die Landesregierung der verkehrlichen Erschließung und Anbindung des
Landkreises Mansfelder Land eine besonders hohe Bedeutung bei. Zu den
wichtigsten Straßenbauprojekten im
Landkreis gehört dabei der Bau der Südharzautobahn A38. Für den gut 16
Kilometer langen Teilabschnitt zwischen den Anschlussstellen (AS) Eisleben und
Schafstädt erfolgt derzeit die Baurechtschaffung. Zwei Großbrücken in diesem
Bereich sind bereits im Bau. Der Abschnitt Sangerhausen/Süd- A71 - AS Allstedt
- AS Eisleben mit einer Länge von 17,3 Kilometern ist seit Dezember 2002 für
den Verkehr freigegeben. Für den Bau der Strecke sind rund 66 Millionen Euro
aufgewendet worden.
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