Innenminister Klaus Jeziorsky: Verkehrssicherheitsarbeit mit den Erfahrenen, denn "Mit Erfahrung kommt man besser an"
25.10.2004, Magdeburg – 164
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 164/04
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 164/04
Magdeburg, den 25. Oktober 2004
Innenminister Klaus Jeziorsky: Verkehrssicherheitsarbeit mit den Erfahrenen, denn "Mit Erfahrung kommt man besser an"
Innenminister Klaus Jeziorsky eröffnete heute im Rahmen einer Pressekonferenz die neue Verkehrssicherheitskampagne " Mit Erfahrung besser ankommen".
Jeziorsky: "In den letzten Jahren haben wir verschiedene Aktionen durchgeführt, um die Verkehrssicherheit in Sachsen-Anhalt zu erhöhen. So sind z.B. für spezielle Zielgruppen, wie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen Alkohol und Drogen oder allgemein für ein besseres Miteinander der Verkehrsteilnehmer entsprechende Verkehrssicherheitsaktionen durchgeführt worden.
Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit herzlich bei den öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt bedanken, die nicht zum ersten Mal Partner in Sachen Verkehrssicherheit für das Land Sachsen-Anhalt sind und auch die heute beginnende Aktion mit einem wesentlichen finanziellen Beitrag unterstützt haben.
Die neue Aktion wendet sich an die erfahrenen Verkehrsteilnehmer. Sie steht unter dem Motto: ¿Mit Erfahrung besser ankommen.` Dabei möchte ich gleich betonen, dass wir keine Altersbeschränkung beim Autofahren wollen, denn die älteren verursachen die wenigsten Verkehrsunfälle."
Aufgrund der demographischen Entwicklung würden ältere Menschen künftig eine immer größere Rolle als Verkehrsteilnehmer spielen, sowohl als Fußgänger, als Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel, als Radfahrer und als Autofahrer. Dem solle mit der heute gestarteten Aktion Rechnung getragen werden, bei der jedoch nicht nur die "klassischen" Senioren erreicht werden sollen.
"Wir wenden uns an diejenigen, die schon lange Auto fahren und dadurch über entsprechend vielfältige Erfahrungen im Straßenverkehr verfügen, aber vielleicht doch gern unsere Tipps und Anregungen aufgreifen, weil sie selbst merken, dass das eine oder andere Zipperlein das so gewohnte Autofahren erschwert," so der Minister, "denn die meisten der heute noch jungen Alten werden auf diese Mobilität auch später nicht verzichten wollen."
In den letzten Jahren seien die Verkehrsunfallzahlen im Lande Sachsen-Anhalt kontinuierlich gesenkt worden, wozu neben der intensiven Verkehrsüberwachung auch die delikt- und zielgruppenorientierte Verkehrssicherheitsarbeit beigetragen habe. So seien seit 1996 die Verkehrsunfallzahlen um 18,64% zurückgegangen. Die Anzahl der bei diesen Verkehrsunfällen getöteten Verkehrsteilnehmer sei aber noch immer bedauerlich hoch, obwohl die Verkehrsunfallhäufigkeit in der Relation zur Einwohnerzahl (Verkehrsunfälle pro 100.000 Einwohner) trotz des Bevölkerungsrückgangs insgesamt zurückgegangen sei.
Jeziorsky: "Der Anteil der an Verkehrsunfällen mit Personenschaden beteiligten Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre ist seit 1998 bis 2003 von 4,6 % auf 6,7 % stetig gestiegen. Betrachtet man nur die Altersgruppe über 65, dann muss man feststellen, dass die Anzahl der Verunglückten zugenommen hat. Besonders auffällig ist dabei, dass die Zahl der tödlich verletzten Personen von 40 auf 58 gestiegen ist. Damit war jeder 12. Verunglückte und jeder 5. tödlich Verletzte über 65 Jahre alt. Nimmt man noch ein paar Altersgruppen dazu und setzt die Betrachtungen ab 50 Jahre an, ergibt sich ein ähnliches Bild." (siehe Anlage)
Aus der Unfallstatistik könne man jedoch ableiten, dass diese Altersgruppen bei den von der Polizei festgestellten Unfallursachen anteilmäßig weit unter der auffälligen Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen liege.
Aus diesem Grund wolle man mit dieser Aktion auch nicht belehren oder für eine gesetzliche Altersbegrenzung beim Autofahren plädieren! "Nein, ganz im Gegenteil, wir bauen auf den großen Erfahrungsschatz und das vorhandene Wissenspotenzial dieser Altersgruppe und wollen darüber hinaus lediglich einige Tipps, Hilfen und Anregungen geben," betonte der Innenminister.
Die "jungen Senioren" würden zu einer ausgesprochen mobilen Bevölkerungsgruppe gehören, die allerdings auf ein sich änderndes Fahrverhalten aufmerksam gemacht werden sollten, betonte der Minister "Mental ist diese Zielgruppe weiter vom Alter weg, als die beginnenden körperlichen Defizite vermuten lassen! Deshalb lautet unsere Botschaft: Ihr seid die Vorbilder im Straßenverkehr. Durch eine schleichend einsetzende Beschränkung der Wahrnehmungsfähigkeit und Beweglichkeit besteht jedoch ein hohes Gefährdungspotenzial. Seid euch dessen bewusst!"
Jeder Zweite akzeptiere altersspezifische Unfallursachen wie langsameres Reaktionsvermögen, Sehprobleme, Konzentrationsschwächen, meint aber, dies betreffe vorzugsweise die anderen. "Kritische Selbstkontrolle und regelmäßige ärztliche Kontrollen sollen in eigener Verantwortung wahrgenommen werden", so Jeziorsky. Im Gegensatz zu anderen Verkehrssicherheitsaktionen, wie z.B. "Don¿t drug and drive", handele es sich bei der Aktion "Mit Erfahrung besser ankommen" um eine reine Präventivmaßnahme, die das Problembewusstsein in dieser Altersgruppe zu diesem Thema wecken soll.
Neben der heutigen Pressekonferenz als Auftaktveranstaltung werden in den drei großen Städten des Landes die hier vorgestellten Plakate an 73 Stellen angebracht. Zur Aktion werde ein Internetauftritt auf der Seite des Innenministeriums des Landes Sachsen-Anhalt vorbereitet. Für die Aktion sei eine Broschüre entwickelt worden, die Informationen, Anregungen und Ansprechpartner für auftretende Fragen bereit hält. Es wird Beiträge zum Thema sowohl in den Print- als auch in den Funk- und Fernsehmedien geben. Ein Preisausschreiben locke mit attraktiven Preisen. Die Teilnehmerkarten dafür lägen in der Broschüre.
Ein Dank gehe in diesem Zusammenhang auch an Mercedes Benz in Magdeburg, die den Hauptpreis mitgestaltet haben.
Verunglückte bei Straßenverkehrsunfällen nach Art der Verkehrsbeteiligung und Verletzungsschwere nach Altersgruppen 2003
nach Altersgruppen
Gesamt
Fahrer und Mitfahrer von
Fußgänger
PKW
Fahrradfahrer
Getötete
304
192
21
28
18-25
65
58
0
0
50-55
20
13
5
0
55-60
9
7
0
2
60-70
37
19
6
9
70 und mehr
43
25
5
7
Anteil 60 +
80 entspricht 26,32%
44 entspricht 22,92%
11 entspricht 52,38%
16 entspricht 57,18%
Schwerverletzte
3.401
1.902
519
282
18-25
853
675
45
25
50-55
180
95
40
10
55-60
124
67
29
7
60-70
283
133
88
34
70 und mehr
211
81
64
52
Anteil 60 +
494 entspricht 14,52%
214 entspricht 11,25%
152 entspricht 29,28%
86 entspricht 30,49%
Leichtverletzte
10.600
6.391
2.028
651
18-25
2.604
1.963
273
73
50-55
582
379
97
30
55-60
438
286
85
30
60-70
760
391
243
62
70 und mehr
448
197
119
59
Anteil 60 +
1208 entspricht 11,39%
588 entspricht 9,20%
362 entspricht 17,85%
121 entspricht 18,59%
Ausgewählte Unfallursachen / Unfallfolgen / Beteiligte Fahrzeugführer 2003
VU-Ursache
Anzahl VU-PS gesamt
dabei
Verkehrsunfälle / Fehlverhalten im Vergleich 18-25 und 55+
Getötete
SV
LV
Gesamt VU
VU 18 - 25
Anteil %
VU 55 und älter
Anteil %
Geschwindigkeit
2.939
139
1.238
2.644
2.945
1.196
40,6%
261
8,9%
Vorfahrt
1.771
31
500
1.825
2.155
435
20,2%
459
21,3%
Abstand
1.504
22
220
1.766
1.551
392
25,3%
196
12,7%
Abbiegen
884
6
242
917
1.644
304
18,5%
308
18,7%
Alkohol
731
19
309
633
737
235
31,9%
66
8,9%
Rechtsfahrgebot
533
20
216
541
1.219
288
23,6%
191
15,7%
überholen
149
8
104
151
708
203
28,7%
80
11,3%
Verh. gegen Fußgänger
67
1
17
51
476
88
18,5%
65
13,6%
SV - Schwerverletzte
LV - Leichtverletzte
VU - Verkehrsunfälle
PS - Personen
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Verantwortlich: Dr. Matthias Schuppe
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