Gesprächsrunde der Kaufleute-Brüderschaft zu
Magdeburg/ Ministerpräsident Böhmer: Reformpolitik unverzichtbar zur Sicherung
des Sozialstaats
30.09.2004, Magdeburg – 397
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 397/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 397/04
Magdeburg, den 30. September 2004
Gesprächsrunde der Kaufleute-Brüderschaft zu
Magdeburg/ Ministerpräsident Böhmer: Reformpolitik unverzichtbar zur Sicherung
des Sozialstaats
Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer hat
heute bei einer politischen Gesprächsrunde der Kaufleute-Brüderschaft zu
Magdeburg die Reformpolitik als unverzichtbar zur Sicherung des Sozialstaats
bezeichnet. Dabei gehe es nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen, sondern
darum, den Wohlstand insgesamt zu erhalten. Nur wenn das gelinge, gebe es
überhaupt etwas zu verteilen.
Deutschland habe lange Zeit über seine Verhältnisse
gelebt, betonte Böhmer. Der Zeitpunkt zu dem noch allmähliche Reformen möglich
gewesen wären, sei längst verpasst. Deshalb seien die notwendigen Schnitte
jetzt umso härter. Würden diese Zusammenhänge besser verdeutlicht, entstehe
auch die Bereitschaft, Einzelinteressen zurückzustellen und Belastungen zu
akzeptieren.
Oberstes Ziel der Reformen sei eine gesunde
Wirtschaft, unterstrich der Regierungschef. Besonders auf dem Mittelstand laste
die schwere Bürde der hohen Lohnnebenkosten. Insofern seien die Reformen die
beste Mittelstandspolitik überhaupt. Nur ein starker Mittelstand könne
Arbeitsplätze sichern und neue schaffen. Sozial sei eine Politik, die die
Rahmenbedingungen für Aufschwung und Arbeitsplätze schafft. Eine Politik, die
nicht erwirtschaftete Wohltaten verteilt, sei in Wirklichkeit höchst unsozial.
In ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich setze die
Landesregierung zur Belebung der mittelständischen Wirtschaft auf die Stärkung
des Gründungsgeschehens sowie auf die Unterstützung von Wachstum und Festigung
bestehender Unternehmen, sagte Böhmer. Neben der Weiterentwicklung des
Förderinstrumentariums gehörten dazu Aktivitäten zur Verbesserung der
Rahmenbedingungen im Land. Sie zielten insbesondere auf den Abbau von
Bürokratiebelastungen und die Entwicklung eines unternehmensfreundlichen Klimas.
Konkret nannte Böhmer die Investitionserleichterungsgesetze,
die Sicherung von Finanzierungsgrundlagen durch die Investitionsbank, die Existenzgründeroffensive
ego sowie eine stärkere Unternehmensorientierung der Innovationspolitik. Dazu
kämen ressortübergreifende Maßnahmen zur Verbesserung der Standortqualität,
z.B. in der Verkehrs- und Städtepolitik sowie in der Hochschul- und
Wissenschaftspolitik.
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