Auswärtige Kabinettssitzung in Burg:
Gezielter Ausbau der Infrastruktur in den Städten und auf dem Land
22.09.2004, Magdeburg – 378
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 378/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 378/04
Magdeburg, den 21. September 2004
Auswärtige Kabinettssitzung in Burg:
Gezielter Ausbau der Infrastruktur in den Städten und auf dem Land
Die
Landesregierung ist heute zu einer auswärtigen Kabinettssitzung in Burg
zusammengekommen. Auf der Tagesordnung standen neben allgemeinen (siehe hierzu
PM-Nr. 380/2004) auch regionalspezifische Themen wie Infrastrukturmaßnahmen in
der Stadt Burg und dem Landkreis Jerichower Land, die soziale und kulturelle
Förderung, die Schulentwicklung, die Dorferneuerung sowie die Altlastensanierung.
Der gezielte Ausbau der Infrastruktur im
Landkreis Jerichower Land bietet nach Ansicht von Staatskanzleichef Rainer
Robra gute Chancen für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der
Region. Die Nähe zur Autobahn A2 und zum Großraum Magdeburg gepaart mit der
ländlich geprägten Struktur des Jerichower Landes seien wichtige Standortfaktoren,
die es zu nutzen gelte. In diesem Jahr sind folgende Straßenbaumaßnahmen geplant:
Umbau der B107 in der Ortsdurchfahrt Genthin,
Ausbau der B246a in Gommern, Erneuerung der L54 von Derben bis Neuderben
sowie in der Ortslage Hohenseeden.
Ebenso große
Bedeutung habe die städtebauliche Entwicklung
der Kommunen. Der Staatsminister wie darauf hin, dass die Stadt Burg
zu den 43 Kommunen in Sachsen-Anhalt mit einem qualifizierten Stadtentwicklungskonzept
gehöre. Von den insgesamt erfassten rund 12.600 Wohnungen stehen derzeit etwa
1.800 (ca. 14%) leer. Das Entwicklungskonzept sieht den schrittweisen Abriss
von 671 Wohnungen vor. Bislang sind Abriss und Aufwertungsmaßnahmen in Burg mit
gut 1,14 Millionen Euro vom Land gefördert worden. Im Rahmen der verschiedenen
Städtebauförderprogramme hat der Landkreis aus den Programmen 1991-2003 mehr
als 47 Millionen Euro erhalten, knapp 25 Millionen davon gingen an die Stadt
Burg.
Für die
Wiederherstellung der kommunalen Infrastruktur sind nach dem August-Hochwasser
2002 im Landkreis mehr als drei Millionen Euro bewilligt worden. Die
Mittel sind vor allem in die Instandsetzung des Straßennetzes sowie von Wegen
und Brücken (u.a. Biederitz, Gerwisch, Elbe-Parey, Gommern) geflossen. Von den
insgesamt 84 im Landkreis gestellten Anträgen auf finanzielle Unterstützung bei
der Beseitigung von Hochwasserschäden an Wohngebäuden wurden 72 Anträge mit
einem Gesamtvolumen von rund 2,3 Millionen Euro bewilligt. Daneben sind aus
Bundes- und Landesmitteln rund 120.000 Euro als so genannte Übergangshilfen
gezahlt worden.
Im Schuljahr
2004/05 gibt es in der Stadt Burg und im Landkreis Jerichower Land
19 Grundschulen, elf Sekundarschulen, drei Gymnasien und fünf Sonderschulen in
öffentlicher Trägerschaft. Zurzeit werden an diesen Schulen 8732 Schülerinnen
und Schüler unterrichtet. Die Schülerzahl wird voraussichtlich im Schuljahr
2008/09 auf 7290 zurückgehen. Der Schulentwicklungsplan sieht die Schließung
der Sekundarschulen in Magdeburgerforth und Jerichow nach dem 1. Juli 2005 vor.
Darüber hinaus sind derzeit keine weiteren Schulschließungen geplant.
Staatsminister Robra unterstrich, dass die Grundschule
¿Albert Einstein¿ in Burg
in die Landesprioritätenliste des Ganztagsschulprogramms aufgenommen worden
sei. Für den Umbau und die Renovierung des Schulgebäudes seien der Stadt
2.633.500 Euro Fördermittel zugesagt worden. Bis 2008 würden an der Schule ca.
180 Ganztagsplätze neu geschaffen.
Auf sozialpolitischem Gebiet sind in den vergangenen Jahren (1998 ¿ 2004) in der Stadt Burg und im
Landkreis Jerichower Land Projekte und Vorhaben in einem Umfang von fast 80
Millionen Euro gefördert worden. Damit ist die soziale Infrastruktur in dieser
Region maßgeblich aufgewertet worden.
Mehr als die Hälfte dieser Fördersumme floss
beispielsweise in Krankenhaus-Vorhaben ,
um die akutstationäre Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Hinzu kamen im
gleichen Zeitraum pauschale Krankenhaus-Fördermittel von rund 6,4 Mio Euro. So
erhielten beispielsweise das Kreiskrankenhaus Burg, die Lungenklinik Lostau und
das Fachkrankenhaus für Rheumatologie und Orthopädie Vogelsang-Gommern für Umbau-
und Neubau-Vorhaben finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe.
Zu den Schwerpunkten der Landesförderung
zählen weiterhin Kindertagesstätten
und Einrichtungen für behinderte Menschen .
Für Kindertagesstätten stellte das Land dem Landkreis insgesamt 3,4 Mio Euro
bereit. Rund 0,7 Mio Euro Fördermittel gingen an Behinderteneinrichtungen in
dieser Region. Nach den Vorgaben des Pflegeversicherungsgesetzes erhielten im
Landkreis sechs Einrichtungen für Umbau- und Neubau-Vorhaben insgesamt eine
Unterstützung von rund 17 Mio Euro.
Für kommunale und Vereins- Sportstätten wurden rund 5,4 Mio Euro
ausgegeben. Davon flossen mehr als 780.000 Euro in den Bau einer
Zweifeld-Sporthalle in Gerwisch, 603.000 Euro in die Sanierung und Erweiterung
des Sportkomplexes in Güsen sowie 588.000 Euro in die Sanierung der Sportanlage
¿Am Flickschupark¿ in Burg.
Für die vielfältigen Leistungen in der Jugendarbeit gingen knapp 3,3 Mio Euro in
den Landkreis. Die Beratungsangebote der präventiven Sozialpolitik wurden mit
knapp 1,6 Mio Euro unterstützt. So erhält in diesem Jahr zum Beispiel die
Drogen- und Suchtberatungsstelle Burg/Genthin einen Zuschuss von 49.000 Euro zu
den Personalkosten.
Für die Kulturförderung
wurden im vergangenen Jahr mehr als 387.000 Euro für den gesamten Landkreis und
die Stadt Burg zur Verfügung gestellt. Sie flossen vor allem in
Sanierungsarbeiten an der Klosteranlage Jerichow (50.000 Euro) und der
Evangelischen Kirche ¿Unser Lieben Frauen¿ in Burg (46.000 Euro), in die
Literatur- und Leseförderung des Friedrich-Bödecker-Kreises Sachsen-Anhalt e.
V. (148.400 Euro), in die Burger Musikschule ¿Joachim a Burck¿ (87.500 Euro)
sowie in den Biederitzer Musiksommer und die Jerichower Sommermusiken (rund
16.200 Euro).
Für die Dorferneuerung flossen im vergangenen Jahr
knapp 5,4 Millionen Euro für 310 Projekte ins Jerichower Land. Eine
Gesamtinvestitionssumme von 10,13 Millionen Euro wurde ausgelöst. Vor allem der
kommunale Straßenbau erfuhr mit 3,6 Millionen Euro Fördergeld einen Schub. 27
Vorhaben konnten umgesetzt werden.
Mit knapp 900.000 Euro hat das Land in den
zurückliegenden zwei Jahren den ländlichen Wegebau im Jerichower Land
unterstützt. Wege mit einer Gesamtlänge von rund zehn Kilometern entstanden neu
und können auch für den Fahrradtourismus genutzt werden. Zudem wurden gut 13
Kilometer Wege repariert, die während der Hochwasserkatastrophe 2002 beschädigt
wurden. Dafür wandte das Land 1,17 Millionen Euro auf.
Mit rund 183.000 Euro unterstützt das Land in
diesem Jahr Arbeiten zur Altlastensanierung im Jerichower Land. Elf
Projekte werden realisiert. Insgesamt gingen seit Anfang der 90-er Jahre 1,6
Millionen Euro für die Altlastensanierung ins Jerichower Land. Vor allem
ehemalige MINOL-Tankstellen und ¿Lager wurden gereinigt. Ein Schwerpunkt war
auch die Grundwassersanierung im Bereich der Hausgeräteservice Genthin und die
Bodensanierung auf dem Gelände der Zehm-Vertrieb Burg.
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