?Rudolf Christian Boettger Stiftung? in Aschersleben anerkannt
08.09.2004, Halle (Saale) – 68
- Landesverwaltungsamt
Landesverwaltungsamt - Pressemitteilung Nr. 68/2004
Landesverwaltungsamt
Pressemitteilung
Nr.: 68/2004
Halle, den
08. September 2004
Das
Landesverwaltungsamt informiert
¿Rudolf Christian Boettger Stiftung¿ in Aschersleben anerkannt
¿Mit Überreichung dieser Urkunde erkenne ich gemäß § 80 des
Bürgerlichen Gesetzbuches in Verbindung mit dem Stiftungsgesetz des Landes
Sachsen-Anhalt die ¿Rudolf Christian Boettger Stiftung¿ mit Sitz in
Aschersleben an.¿ Mit diesen Worten rief der Präsident des
Landesverwaltungsamtes Thomas Leimbach heute eine neue Stiftung ins Leben.
Stifterin ist die Stadt Aschersleben. Diese richtete die Stiftung auf der
Grundlage eines Stadtratsbeschlusses bereits im Juni 2004 ein.
Im Rahmen der Eröffnung
eines Polytechnischen Zentrums in Aschersleben überreichte er die
Anerkennungsurkunde an den Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben, Andreas
Michelmann.
Damit hat
die Stiftung die Rechtsfähigkeit einer Stiftung des privaten Rechts erhalten
und wird in das Stiftungsverzeichnis der Stiftungen des privaten Rechts unter
der Registriernummer: LSA-11741-163 eingetragen.
Festgeschriebener
Zweck der Stiftung ist die Förderung der Erziehung, der Bildung (Aus-, Weiter-
und Fortbildung) von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie die Förderung
praxisorientierter Wissenschaft und Forschung zur Standortförderung und ¿ entwicklung
in der Stadt Aschersleben ¿ ganz im Sinne ihres Namensgebers.
Der am 28.
April 1806 in Aschersleben geborene Naturwissenschaftler und Erfinder Rudolf
Christian Boettger widmete sich nach einem Theologiestudium intensiv der Chemie
und Physik. Vom Physikalischen Verein Frankfurt a.M. wurde Boettger auf Grund
seiner experimentell orientierten Vorlesungsweise zum Lehrer für Chemie und
Physik berufen. Dieser Lehrtätigkeit widmete er sich mit besonderer Hingabe und
großem Erfolg.
In diesem
Jahr ist die ¿Rudolf Christian Boettger Stiftung¿ bereits die vierte Stiftung
des privaten Rechts, neben der ¿Ruth- und Otto-Hildebrandt-Stiftung¿ in
Gräfenhainichen, der ¿Willi-Sitte-Stiftung für realistische Kunst¿ in Merseburg
und der ¿Bürger.Stiftung.Halle¿, die durch das LVwA als Stiftungsbehörde
anerkannt wurde. Derzeit bestehen damit 159 Stiftungen des privaten Rechts im
Land Sachsen-Anhalt. Weitere sollen noch im Jahr 2004 hinzu kommen.
Hintergrund:
Zur
Stiftung:
Bei der ¿Rudolf Christian
Boettger Stiftung¿ tritt die Stadt Aschersleben als Stifterin auf.
Nach der
Gemeindeordnung ist es allerdings nur unter eng gefassten Voraussetzungen
möglich, dass eine Gemeinde eine Stiftung errichtet. Gemeindevermögen darf nur
eingebracht werden, wenn der mit der Stiftung verfolgte Zweck auf andere Weise
nicht erreicht werden kann. Außerdem muss sich der Stiftungszweck im Rahmen der
freiwilligen Aufgaben der Gemeinde bewegen und nicht zuletzt darf die Hergabe
von Gemeindevermögen dem Haushaltsausgleich nicht entgegenstehen.
Diese
Voraussetzungen sind bei der Stadt Aschersleben erfüllt.
Ausweislich
des Stiftungsgeschäfts beträgt der Grundstock der Stiftung 100.000 Euro. Gleichzeitig
sichert die Stadt Aschersleben Zustiftungen bis zu einer Höhe von insgesamt
150.000 Euro unter der Voraussetzung zu, dass für jede von Privaten oder
Unternehmen geleistete Zustiftung ebenfalls eine Zustiftung der Stadt in Höhe
jeweils des gleichen Betrages vorgenommen wird.
Durch diesen
sogenannten ¿matching fund¿ gibt die Stadt Aschersleben einen Anreiz für
Zustiftungen und stellt sicher, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen
öffentlichen Geldern und Privatmitteln entsteht, ohne dass die Gemeinde mit
einem unverhältnismäßig hohen Finanzvolumen in Vorleistung tritt.
Zum
Namensgeber:
Namensgeber
der Stiftung ist der am 28. April 1806 in Aschersleben geborene Naturwissenschaftler
und Erfinder Rudolf Christian Boettger.
Nach einem Theologiestudium widmete er sich bald der
Chemie und Physik. Vom Physikalischen Verein Frankfurt a.M. wurde Boettger auf
Grund seiner experimentell orientierten Vorlesungsweise zum Lehrer für Chemie
und Physik berufen.
Er
experimentierte vielfach mit Erfolg, erfand und entwickelte die
Glasversilberung, galvanische Metallisierungsverfahren, die Schießbaumwolle
sowie die Sicherheitszündhölzer.
Verschiedene
Professurangebote lehnte Boettger zugunsten seiner Lehrtätigkeit in Frankfurt a.M.
ab.
Die Stadt
Frankfurt a.M. verlieh ihm den Professorentitel und die Ehrenbürgerschaft.
Neben
weiteren außergewöhnlichen Ehrungen sprach ihm der Kaiser von Österreich das
Ritter-Kreuz des Ordens der Eisernen Krone zu, welches ihn in den Adelsstand
hob.
Im Alter
von 75 Jahren verstarb Rudolf Christian Boettger 1881 in Frankfurt a.M.
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