Landesregierung stellt Entwurf des
Doppelhaushaltes 2005/2006 vor / Verfassungsgrenze wird eingehalten /
Konsolidierung der Ausgaben wird fortgesetzt
03.08.2004, Magdeburg – 309
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 309/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 309/04
Magdeburg, den 3. August 2004
Landesregierung stellt Entwurf des
Doppelhaushaltes 2005/2006 vor / Verfassungsgrenze wird eingehalten /
Konsolidierung der Ausgaben wird fortgesetzt
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer und Finanzminister
Karl-Heinz Paqué haben heute in Magdeburg den Entwurf des Doppelhaushaltes
2005/2006 vorgestellt. Ministerpräsident Böhmer sagte: ¿Zum ersten Mal hat eine
sachsen-anhaltische Landesregierung einen Doppelhaushalt vorgelegt. Der Vorteil
gegenüber einem Einjahreshaushalt liegt auf der Hand: Mehr Planungssicherheit
für alle, die am Landeshaushalt partizipieren und gerechtere Verteilung der
Lasten. Die Landesregierung hat schwer um diesen Haushalt gerungen. Viele
Länder kämpfen um verfassungsgemäße Haushalte. Sachsen-Anhalt macht da keine
Ausnahme. Die enormen Einnahmeausfälle der letzten Zeit hatten tiefe Löcher in
den Kassen zur Folge. Seit drei Jahren stagniert die Wirtschaft in Deutschland,
was die finanzpolitischen Rahmenbedingungen erheblich erschwert. Das Kabinett
hat nun aber den Entwurf eines Doppelhaushaltes vorgelegt, der für 2005 und
2006 verfassungsgemäß ist. Und dies, obwohl wir zum sechsten Mal hintereinander
die Steuereinnahmen nach unten korrigieren mussten.¿
Der Haushalt hat für 2005 ein Volumen von
rund 9,94 Milliarden Euro. Gegenüber 2004 ist dies ein Rückgang um 828
Millionen Euro. 2006 liegt der Ansatz bei rund 9,908 Milliarden Euro. Damit
liegt dieser Haushalt um 861 Millionen Euro unter dem des Jahres 2004.
Finanzminister Paqué wies darauf hin, dass diese Rückgänge den Sondereffekten
des Jahres 2004 geschuldet sind: Mittel für die Hochwasserhilfe, Ausgleich des
Defizites 2003 und die Auszahlung der Lehrerarbeitszeitkonten. ¿Wenn wir diese
Faktoren herausrechnen, zeigt sich, dass die Ausgaben trotz höherer
Zinsbelastung, Tarifsteigerungen und Mehraufwendungen für Sozialhilfe fast
konstant bleiben. Das ist eine besondere Leistung. Wir unterbieten die Vorgaben
des Finanzplanungsrates, den Ausgabenaufwuchs in den Länderhaushalten auf
maximal ein Prozent zu begrenzen. Und das vor dem Hintergrund, dass die
Landesregierung bereits in den vergangenen Jahren kräftig konsolidiert hat. Der
Entwurf belegt die Anstrengung der Landesregierung, die Ausgaben so niedrig wie
möglich zu halten. Alle Ressorts haben ihren Beitrag dazu geleistet.¿ Paqué
dankte seinen Kabinettskollegen für die konstruktive Zusammenarbeit, ohne die
ein solcher Konsolidierungskurs nicht möglich gewesen wäre.
Die Nettoneuverschuldung liegt für 2005 bei
893,7 Millionen Euro, für 2006 bei 797 Millionen Euro. Ministerpräsident
Böhmer: ¿Wir haben zwar eine deutlichere Reduzierung der Neuverschuldung, so
wie sie in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen war, nicht erreichen
können. Der Grund dafür sind die dramatischen Steuermindereinnahmen der vergangenen
Jahre. Für eine Erreichung des sich aus der Finanzplanung ergebenden Ziels
hätten wir auf Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe verzichten oder
freiwillige Aufgaben des Landes beenden müssen. Aber auch mit dieser
Entwicklung der Neuverschuldung setzen wir klare Signale, dass wir den Kurs
einer soliden Finanzpolitik fortsetzen wollen.¿ Dazu gebe es keine Alternative.
Schon 2005 müsse das Land fast eine Milliarde Euro für den Schuldendienst
aufbringen. ¿Wir müssen alles daran setzen, wenigstens noch einen geringen
Handlungsspielraum zu bewahren. Es darf nicht passieren, dass wir mit unseren
Einnahmen eines Tages nur noch Zinsen zahlen und Rechtsverpflichtungen bedienen.¿
Personalausgaben
Einen Schwerpunkt des Doppelhaushaltes
stellen die Personalausgaben dar. Der starke Rückgang der absoluten Zahlen ¿ im
Vergleich zu 2004 um 434 Millionen Euro im Jahr 2005 und 417 Millionen Euro
2006 - erklärt sich aus der Auszahlung der Lehrerarbeitszeitkonten in 2004 und
der Verlagerung von Personalstellen in die Landesbetriebe sowie die Einführung
von Globalhaushalten für die Fachhochschulen des Landes und die Hochschule für
Design Burg Giebichenstein in 2005. Rechnet man diese Sonderfaktoren heraus,
zeigt sich, dass es der Landesregierung gelungen ist, die Personalausgaben in
2005/2006 in etwa auf dem Niveau wie 2004 zu halten.
Dies geht auf die konsequente Umsetzung des
Personalabbaukonzeptes und auf Einsparungen bei den Sonderzahlungen zurück.
Paqué: ¿Die Personalausgaben machen fast ein Viertel der gesamten Ausgaben des
Landes aus. Es führt daher kein Weg daran vorbei, von den Beamten und
Angestellten einen weiteren Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu verlangen.¿
Konkret plant die Landesregierung, das bereits 2003 gekürzte Weihnachtsgeld für
Beamte größtenteils zu streichen. Eine soziale und eine Familienkomponente,
nämlich ein Mindestbetrag für die unteren Besoldungsgruppen sowie ein
Festbetrag pro Kind, werden bleiben. Die gegenüber der freien Wirtschaft höhere
Sicherheit des Arbeitsplatzes rechtfertigt nach Ansicht der Landesregierung
diese Entscheidung. Auch im Angestelltenbereich sind Einschnitte beabsichtigt.
Mit Blick auf die kommenden Tarifverhandlungen sieht die Landesregierung die
Tarifpartner in der Pflicht. Paqué: ¿Alle Länder in Deutschland ¿ und allemal
Sachsen-Anhalt ¿ sind auf die konstruktive Mitwirkung von Beamten und öffentlichen
Angestellten bei der Konsolidierung der Haushalte dringend angewiesen.¿
Investitionsausgaben
Im Haushalt 2005 sind Investitionsausgaben in
Höhe von 1,8 Milliarden Euro und in 2006 von 1,7 Milliarden Euro vorgesehen.
Damit sinkt die Investitionsquote von 18,5 Prozent in 2004 auf 17,9 Prozent in
2005 und 17,2 Prozent in 2006. ¿Angesichts der Haushaltssituation können auch
die Drittmittel nicht mehr von den Einsparungen völlig verschont werden¿, so
Paqué. Sachsen-Anhalt sei da in einer ähnlichen Situation wie die anderen
mittel- und ostdeutschen Länder. Im kommenden Jahr verzichtet das Land auf rund
39 Millionen Euro an Bundesmitteln, 2006 müssten es rund 52 Millionen Euro
sein. Das erbringt Einsparungen in annähernd der gleichen Höhe.
Die eigenfinanzierten Investitionen, die die
Verfassungsgrenze der Nettokreditaufnahme bestimmen, betragen 939,1 Millionen
Euro in 2005 und 898,8 Millionen Euro in 2006. Damit liegt die
Nettokreditaufnahme in beiden Jahren unterhalb der Verfassungsgrenze.
Zuweisungen an die Kommunen
Die Kommunen erhalten aus dem kommunalen
Finanzausgleich (FAG) im Jahr 2005 rund 1,67 Milliarden Euro und 2006 rund 1,71
Milliarden Euro. 2004 waren es 1,67 Milliarden Euro. Ihre Finanzausstattung zur
Finanzierung der kommunalen Verwaltungshaushalte bleibt also konstant und von
Kürzungen verschont.
Die Zuweisungen insgesamt an die Kommunen
(einschließlich der über die Ressorts laufenden Mittel, die nicht Bestandteil
des FAG sind) nehmen um rund 150 Millionen Euro ab ¿ von 3,177 Milliarden Euro
in 2004 auf 3,02 Milliarden Euro in 2005 und 3,021 Milliarden Euro in 2006. Das
ist allein auf den Abbau der Hochwasserhilfen zurückzuführen; diese betragen in
2004 noch 281 Millionen Euro, in 2005 nur noch 51 Millionen Euro und in 2006
Null.
Zu den Schwerpunkten
Wirtschaft und Arbeit
Der Haushaltsplan des Ministeriums für Wirtschaft
und Arbeit sieht für 2005 Ausgaben in Höhe von rund 341,5 Millionen Euro und
für 2006 in Höhe von rund 326,3 Millionen Euro vor. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass im Vergleich zu den Vorjahren die EU-Mittel (2005: rund
453,7 Millionen Euro; 2006: rund 436,6 Millionen Euro) nicht mehr im Einzelplan
des Wirtschaftsministers, sondern in den Einzelplänen des Finanzministers
veranschlagt sind. Dies erleichtere künftig die Koordination und ermögliche
eine straffere Kommunikation mit Brüssel hinsichtlich der EU-Mittel, so Finanzminister
Paqué.
Trotz aller Sparzwänge werden die zentralen Ziele
der Wirtschaftspolitik der Landesregierung weiterhin konsequent verfolgt. Dazu
gehören insbesondere Firmenansiedlungen und Erweiterungs- und Modernisierungsinvestitionen
im Verarbeitenden Gewerbe und im Bereich der wirtschaftsnahen Infrastruktur,
Existenzgründungen sowie die Bereiche Forschung und Entwicklung. Es bestand
Einvernehmen im Kabinett, dass alle wichtigen arbeitsplatzschaffenden
Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe auch in den kommenden beiden Jahren von
der Landesregierung so weit als nötig gefördert werden sollen.
Für die Wirtschaftsförderung werden aus 2005
knapp 255 Millionen Euro und 2006 knapp 245 Millionen Euro bereitgestellt.
Dabei stellt die Gemeinschaftsaufgabe ¿Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur¿ mit knapp 195 Millionen Euro in 2005 bzw. knapp 185
Millionen Euro in 2006 die größten Ausgabepositionen (hinzu kommen EFRE-Mittel
in Höhe von rund 150,7 Millionen Euro in 2005 bzw. 163,9 Millionen Euro in 2006).
Im
Haushaltsjahr 2005 sind für die wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung einschließlich
der Bundes- und sonstiger Drittmittelfinanzierung 44,7 Millionen Euro
vorgesehen; im Jahr 2006 sind es 28,6 Millionen Euro. Trotz Konzentration der
Förderpolitik auf die Schwerpunktbereiche Chemie/Neue Werkstoffe, Maschinen-
und Anlagenbau, Automotive sowie LifeScience (Biotechnologie, Pharmazeutische
Industrie, Medizin) wird eine starke Ausstrahlung auch auf alle anderen
Wirtschaftsbereiche angestrebt.
Für den Bereich des Arbeitsmarkts stehen im Haushalt
2005 mit 195,8 Millionen Euro rund 8 Millionen Euro mehr zur Verfügung als in
diesem Jahr. Landesmittel werden durch die verstärkte Einbindung von
ESF-Mitteln des Bundes eingespart. 2006 ist im letzten Bewilligungsjahr des ESF
mit 178,5 Millionen Euro ein etwas geringerer Mittelansatz vorgesehen.
Prioritäten in der Arbeitsmarktpolitik bleiben die Qualifizierung im und für
den ersten Arbeitsmarkt, die Schaffung von Ausbildungsplätzen und die
anschließende Integration in das Berufsleben für die junge Generation. Außerdem
werden jene Gruppen besonders unterstützt, die am Arbeitsmarkt derzeit so gut
wie chancenlos sind.
Bau und
Verkehr
Trotz der mit dem 50-prozentigen Wegfall des
Wohngeldes verbundenen Verringerung des Bau- und Verkehrsetats um netto 39
Millionen Euro auf 902 Millionen Euro im Jahr 2005 bzw. netto 58 Millionen Euro
auf 883 Millionen Euro im Jahr 2006 sieht die Landesregierung die Umsetzung
wichtiger Projekte als gesichert. Die Kürzung betrifft investive Ausgaben nur
zu einem Drittel. So wird es zum Beispiel beim Stadtumbau keine finanziellen
Abstriche geben. Fördermittel des Bundes werden auch künftig durch das Land
kofinanziert. In den Jahren 2005/06 sind für Stadtumbau-Maßnahmen insgesamt
knapp 50 Millionen Euro vorgesehen. Der Abbau des strukturellen
Wohnungsleerstands und die zielgerichtete Aufwertung der Städte bleiben eine
vorrangige Aufgabenstellung.
Von den
Einsparungen betroffen sind die Förderprogramme Städtebaulicher
Denkmalschutz/Stadtsanierung (2004: 67 Mio., 2005/06: -10%) sowie das Programm
Soziale Stadt (2004: 4,5 Mio.), das nicht wieder aufgelegt wird. Das Programm
Städtebauförderung im ländlichen Raum (9 Mio.) hingegen soll auf dem bisherigen
Niveau fortgeführt werden. Als einen wichtigen Schwerpunkt der künftigen
Förderpolitik im Bereich des Städtebaus sieht die Landesregierung die
schrittweise Instandsetzung und Sanierung von Schulgebäuden.
Für den
Straßenbau stehen in den Jahren 2005 und 2006 jeweils mehr als 50 Millionen
Euro zur Verfügung. Nach dem Wegfall von EFRE-Mitteln, die im Jahr 2004 voll
ausgeschöpft worden sind, wird damit wieder das Niveau des Jahres 2002
erreicht.
Soziales
Im Etat des Ministeriums für Gesundheit und
Soziales stehen 2005 knapp 945 Millionen Euro und 2006 ca. 949 Millionen Euro
zur Verfügung. Darin sind insbesondere die Aufwüchse bei den Sozialhilfeausgaben
aus den neuen Hartz-IV-Regelungen veranschlagt, die sich beim jetzigen Stand
mit insgesamt rund 10 Millionen Euro beziffern lassen. Allerdings gibt es im
Zusammenhang mit den bundesrechtlichen Rahmenregelungen für Hartz IV noch
Unsicherheiten bei den tatsächlichen finanziellen Auswirkungen. Es wird bereits
deutlich, dass das Land durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und
Sozialhilfe nicht ¿ wie vom Bund immer wieder betont ¿ entlastet wird.
Trotz erheblicher Mehrbelastungen an dieser
Stelle hält das Land auch in den kommenden beiden Jahren an einer
Landesförderung für die Kinderbetreuung auf hohem Niveau fest. Gegenüber 2004
erhöht sich der Haushaltsansatz 2005 um 6,6 Millionen Euro auf 135,4 Millionen
Euro. Für 2006 werden 147,7 Millionen Euro eingeplant. Damit bleibt die Kinderbetreuung
der größte Einzelposten bei den landesgesetzlichen freiwilligen Leistungen im
Sozialetat des Landes (14,3 Prozent bzw. 15,5 Prozent). Sie liegt damit nach
wie vor weit über dem Niveau in anderen Ländern.
Zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur
stehen 2005 rund 224 Millionen Euro und 2006 rund 209 Millionen Euro für
Investitionen bereit. Damit liegt die Investitionsquote im Gesundheits- und
Sozialbereich bei mehr als 20 Prozent.
Neben dem Krankenhausbau und der weiteren
Verbesserung der Pflegelandschaft wird damit die Sanierung von
Behinderteneinrichtungen, Kindertageseinrichtungen sowie Sportstätten
unterstützt.
Landwirtschaft und Umwelt
Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
legt den Schwerpunkt weiter auf den vorbeugenden Hochwasserschutz. Neben der
laufenden Gewässerunterhaltung sind für DIN-gerechte Deiche und Schutzanlagen
je etwa 34 Millionen Euro in 2005 und 2006 vorgesehen.
Im Einzelplan Umwelt sinkt der Ansatz von
rund 185 Millionen Euro in diesem Jahr auf rund 159 Millionen Euro 2005 und auf
rund 153 Millionen Euro 2006. Im Bereich Landwirtschaft/ländliche Räume steigt
der Mittelansatz vor allem wegen der Ausgaben im Hochwasserschutz von rund 289
Millionen Euro 2004 auf rund 303 Millionen Euro 2005 und rund 309 Millionen
Euro 2006.
Trotzdem können Umweltverbände und Naturparks
auch künftig mit Unterstützung durch das Land rechnen. Die Altlastensanierung
wird auf dem Niveau der Vorjahre fortgesetzt. Die Teilentschuldung der wenigen
notleidenden Abwasserzweckverbände soll zu Ende geführt werden. Über 40
Millionen Euro stehen jährlich für Investitionen im ländlichen Raum zur
Verfügung. Auch die Landwirte können weiter mit staatlicher Hilfe bei Betriebsberatung,
Vertragsnaturschutz, Tierzucht, Gartenbau und Agrarmarketing rechnen.
Es soll weiterer Landesbesitz wie
landwirtschaftliche Gebäude und die Mitteldeutsche Sanierungs- und Entsorgungs
GmbH (MDSE) im Jahr 2006 veräußert werden. Die MDSE betreibt die vier
Sondermülldeponien des Landes und ist Projektträger bei der Altlastensanierung.
Schulen,
Wissenschaft/Forschung, Kultur
Für den Etat des Kultusministeriums sind 2005
und 2006 insgesamt 2,147 bzw. 2,098 Milliarden Euro eingeplant.
Im Schulbereich hat die Landesregierung
finanzielle Vorsorge für die Absicherung der Unterrichtsversorgung auch in
Mangelfächern getroffen und setzt mit den Mitteln des Investitionsprogramms
¿Zukunft, Bildung und Betreuung¿ den Ausbau der Ganztagsschulen im Lande um.
Hierfür stehen aus Bundesmitteln insgesamt rund 126 Millionen Euro zur Verfügung.
Mit der Bereitstellung von Haushaltsmitteln
im bisherigen Umfang auch für 2005 wurden im Wissenschaftsbereich die
Voraussetzungen für die Hochschulen geschaffen, Qualitätsanspruch und
Wirtschaftlichkeit der Angebotsstrukturen besser miteinander zu verbinden. Auf
der Grundlage eines neuen Hochschulstrukturplanes für Sachsen-Anhalt sollen ab
2006 die Budgets der Hochschulen um rund 10 Prozent abgesenkt werden,
allerdings unter Anrechnung der Effekte des Tarifvertrages für den Öffentlichen
Dienst in Sachsen-Anhalt. Durch die inzwischen mit allen Hochschulen
abgeschlossenen Ergänzungszielvereinbarungen ist an allen Standorten mit neuen
Struktur- und Entwicklungsplänen dafür Vorsorge getroffen worden. Mit der
Hochschulstrukturplanung streben Landesregierung und Hochschulen trotz
rückläufiger Finanzierungsmöglichkeiten des Landes die Absicherung der
Wissenschafts- und Forschungslandschaft auf hohem Niveau und die Entwicklung
von Standortprofilen an. Die sogenannten x-Mittel wurden im vollen Umfang im
Haushaltsplan veranschlagt. Ab 2006 soll den Hochschulen durch den Abschluss
von neuen Zielvereinbarungen auch für die Folgejahre Planungssicherheit und
weitgehende Bewirtschaftungsfreiheit der verfügbaren Mittel gewährt werden.
Allerdings müssen beim Hochschulbau gegenüber dem laufenden Haushaltsjahr Einschnitte
hingenommen werden. Die Hochschulen behalten gegenüber allen anderen
Landeseinrichtungen ihre privilegierte Sonderstellung und werden weiterhin
durch Verträge von Vorschriften der Haushaltsordnung freigestellt.
Die Ausgaben für den Kulturbereich konnten
mit rund 95.2 Millionen Euro für 2005 und rund 94,2 Millionen Euro für 2006
etwa auf dem Niveau des Nachtragshaushaltes 2004 festgeschrieben werden. Diese
finanziellen Rahmenbedingungen gewährleisten trotz einiger Einbußen ein breites
kulturelles Angebot im Land.
Inneres, Justiz und Finanzen
In allen Sparten des Innenressorts konnten durch Organisationsveränderungen
und Effizienzbemühungen Einspareffekte erzielt werden. Dadurch ist es gelungen,
allen Bereichen die Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, die für eine ordnungsgemäße
Aufgabenerfüllung notwendig sind. Der Etat des Innenministeriums beträgt für
die Haushaltsjahre 2005 rund 565,6 Millionen Euro und 2006 rund 560,8 Millionen
Euro. Schwerpunkte der Finanzierung sind Polizei und Feuerwehr.
Im Haushalt der Justiz sind für das Jahr 2005 Ausgaben in Höhe von rund
311 Millionen Euro und für das Jahr 2006 in Höhe von rund 313 Millionen Euro
veranschlagt. Die Einnahmen belaufen sich 2005 auf rund 93 Millionen Euro und
2006 auf rund 94 Millionen Euro. Im Justizhaushalt sind fast alle Titel durch
Rechtsverpflichtungen gebunden. Dies gilt auch für die Auslagen in
Rechtssachen, die aufgrund des Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes ansteigen.
Die Justizvollzugsarbeitsverwaltung wurde in einen erwerbswirtschaftlich
ausgerichteten Landesbetrieb für Bildung und Beschäftigung der Gefangenen
umstrukturiert. Mit dem Haushalt werden zudem die finanziellen Voraussetzungen
geschaffen, um das Amtsgericht und - mit Ausnahme des Landgerichts ¿ auch alle
anderen Gerichte und die Staatsanwaltschaft am Standort Magdeburg in einem
Justizzentrum unterzubringen. Damit sollen die schon seit längerem bestehenden
räumlichen Mängel am bisherigen Standort des Amtsgerichts Magdeburg behoben
werden. Im Übrigen gibt es keine nennenswerten Veränderungen.
Der Verwaltungshaushalt des
Finanzministeriums umfasst ein Ausgabevolumen von 164,3 Millionen Euro in 2005
und von 163,2 Millionen Euro in 2006. Damit liegen die veranschlagten Ausgaben
leicht unter denen des Nachtragshaushaltes 2004. Ab dem Haushaltsjahr 2005
gelten die Oberfinanzdirektion, die Finanzämter und die Bezüge- und Kassenverwaltung
als budgetierte Einrichtungen. Es handelt sich dabei um ein Pilotvorhaben,
welches zunächst auf die Haushaltsjahre 2005/2006 beschränkt ist. Innerhalb des
Budgets wird dadurch eine Flexibilisierung bei der Haushaltsführung zugelassen;
nicht verbrauchte Budgetmittel sind in das Folgejahr übertragbar.
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Domplatz 4
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de






