Übergabe SED-Justizausstellung/
Ministerpräsident Böhmer: Wahren Charakter der SED-Diktatur nicht verdrängen
21.06.2004, Magdeburg – 251
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 251/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 251/04
Magdeburg, den 21. Juni 2004
Übergabe SED-Justizausstellung/
Ministerpräsident Böhmer: Wahren Charakter der SED-Diktatur nicht verdrängen
Ministerpräsident Prof. Dr.
Wolfgang Böhmer hat heute in Magdeburg Bundesjustizministerin Brigitte Zypries
für die Schenkung der Ausstellung ¿IM NAMEN DES VOLKES? ¿ Über die Justiz im
Staat der SED¿ gedankt. Es sei eine Auszeichnung für Sachsen-Anhalt, wenn der
Bund dem Land diese bedeutende Ausstellung übergebe und eine Anerkennung für
die jahrelange Arbeit der Gedenkstätte Moritzplatz im Sinne der Vermittlung der
Wahrheit über das SED-Regime und der Betreuung der Opfer des SED-Staates
Im Rahmen der feierlichen
Übergabe in der St. Nicolai-Kirche hatten die Bundesjustizministerin und
Sachsen-Anhalts Innenminister Klaus Jeziorsky zuvor einen entsprechenden
Vertrag über die dauerhafte Präsentation der Ausstellung in der Gedenkstätte
Moritzplatz Magdeburg für die Opfer politischer Gewaltherrschaft 1945 ¿ 1989
unterzeichnet.
Der Ministerpräsident
unterstrich, dass sich mit der Präsentation der Ausstellung an einem
authentischen Ort die Informationsmöglichkeiten über die Strukturen und den
Charakter der SED-Diktatur verbessern würden. Angesichts der schwierigen
Situation in den neuen Bundesländern seien Verklärungs- und
Verdrängungsprozesse über den wahren Charakter des SED-Staates zu beobachten.
Haft und Verfolgung würden ausgeblendet und die Bedeutung eines demokratischen
Staatsaufbaus mit einer unabhängigen Justiz und elementaren Grundrechten wie
beispielsweise Wahlfreiheit, Rede- und Versammlungsfreiheit oder Pressefreiheit
gering geschätzt. In Verantwortung vor unserer eigenen Geschichte bräuchten wir
Erinnerungsorte, um uns der Vergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven
stellen zu können. Nur im Wissen um die Vergangenheit könne
zukunftsorientiertes Handeln erfolgen.
Der Regierungschef hob die
gemeinsame Bundesratsinitiative Sachsen-Anhalts mit Sachsen und Thüringen für
ein ¿Gesetz zur Bereinigung von SED-Unrecht¿ hervor, die jetzt in den
zuständigen Ausschüssen der Länderkammer beraten wird. Ziel sei es, ehemaligen
politischen Häftlingen in den neuen Bundesländern, die Haftstrafen von mehr als
einem Jahr verbüßen mussten, eine nach Haftdauer gestaffelte Opferpension zu gewährleisten.
Die mitteldeutschen Länder wollten damit ¿ neben der beruflichen und
verwaltungsrechtlichen Rehabilitierung ¿ eine symbolische finanzielle
Anerkennung erlittener Schäden und Nachteile erreichen.
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