Ministerpräsident Böhmer vor
enviaM-Businessclub: Aufbau Ost braucht keine Neid-Debatte, sondern neue Ideen
14.06.2004, Magdeburg – 236
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 236/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 236/04
Magdeburg, den 14. Juni 2004
Ministerpräsident Böhmer vor
enviaM-Businessclub: Aufbau Ost braucht keine Neid-Debatte, sondern neue Ideen
In einer Rede zum Thema
"Zwischenbilanz im wirtschaftlichen Transformationsprozess" vor dem
Businessclub des Energieversorgers enviaM forderte Ministerpräsident Prof. Dr.
Wolfgang Böhmer heute in Halle eine Versachlichung der Diskussion um die
Förderung des Aufbaus in den neuen Bundesländern. Die Debatte dazu sei in den
letzten Wochen teilweise sehr polemisch und irrational geführt worden. Der
Aufbau Ost brauche jedoch keine Neid-Debatte, sondern vielmehr neue Ideen, so
Böhmer.
Es sei ein Irrtum gewesen zu
glauben, man könne den durch den Zweiten Weltkrieg und 40 Jahre sozialistischer
Planwirtschaft entstandenen Rückstand in der wirtschaftlichen Leistungskraft
des Ostens in etwas mehr als einem Jahrzehnt aufholen. Dies heute zu erkennen,
sei allerdings kein Grund, den Aufbau Ost insgesamt in Frage zu stellen.
In den letzten Jahren sei in den
neuen Bundesländern nicht nur eine moderne Infrastruktur entstanden, es gebe
auch Hoffnungszeichen auf wirtschaftlichem Gebiet. So habe sich die Exportquote
der ostdeutschen Industrie in den letzten zehn Jahren verdoppelt und liege nun
bei 25%. Auch der Anteil der ostdeutschen Industrie an den gesamtdeutschen Industrieumsätzen
sei gestiegen.
Als negativ bewertete Böhmer die
im Osten zu geringe Zahl von Großunternehmen und forschungs- und
humanintensiven Branchen mit hoher Wertschöpfung. Auch sei die Wirtschaft noch
zu stark auf regionale Märkte ausgerichtet. Es zeige sich zudem immer stärker,
dass das starre Gesetzes- und Regelwerk in Deutschland den Aufbau Ost bremse.
Die Übernahme westdeutscher Standards 1990 habe zwar das schnelle Funktionieren
der Verwaltungen ermöglicht, zugleich habe man jedoch ein System übernommen,
das bereits selber unter einem erheblichen Reformdruck gestanden habe.
Notwendig sei daher eine
Verbesserung der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für den Aufbau Ost. Dazu
zählten eine Stärkung der Gesetzgebungskompetenz der Länder und die Anpassung
von Bundesgesetzen an ostspezifische Bedingungen. Die öffentlichen
Investitionen im Osten müssten auf hohem Niveau gehalten werden und zugleich
die Förderstrategie verbessert werden. Hierzu zählte z. B. eine stärkere Förderung
von Humankapital und Forschungspotentialen.
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