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Große Pläne in Halle und in drei
Landkreisen?Region der Himmelsscheibe? wird bis 2006wissenschaftlich und
touristisch erschlossen

24.05.2004, Magdeburg – 66

  • Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

 

 

 

 

 

 

 

 

Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 066/04

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ministerium

für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 066/04

 

 

 

Magdeburg, den 19. Mai 2004

 

 

 

Große Pläne in Halle und in drei

Landkreisen¿Region der Himmelsscheibe¿ wird bis 2006wissenschaftlich und

touristisch erschlossen

 

 

 

Die weltweit bedeutsamen

archäologischen Fundorte im südlichen Sachsen-Anhalt werden wissenschaftlich

und touristisch erschlossen. Damit wird ein Beschluss des Landtags von

Sachsen-Anhalt vom 13. Juni 2003 umgesetzt. Ziel ist es, das touristische

Gesamtprojekt ¿Region der Himmelsscheibe¿ ab der Sommersaison 2006 touristisch

ähnlich zu vermarkten wie die ¿Straße der Romanik¿. Große Reiseveranstalter und

Busunternehmer haben bereits starkes Interesse signalisiert.

 

 

 

Auf einem Pressegespräch im

Landesmuseum für Vorgeschichte Halle bekräftigte Wirtschaftsminister Dr. Horst

Rehberger die starke Unterstützung der Landesregierung beim Ausbau der

touristischen Infrastruktur. Erste Ergebnisse, so Rehberger, seien bereits

sichtbar: Touristische Leitsysteme wurden installiert, Radwege angelegt, die

Information und Betreuung der Besucher sowie die Verkehrsinfrastruktur wurden

verbessert. Ein Internetportal (www.himmelsscheibe-von-nebra.com) informiert

potenzielle Besucher. Allein zwischen Mai und August 2003 steuerten

schätzungsweise 5.000 Wanderer den Fundort der Himmelsscheibe am Mittelberg bei

Nebra an, und der Saale-Unstrut-Tourismus e.V. sowie das Staatliche Forstamt

Ziegelroda leiteten 900 archäologische Führungen.

 

 

 

¿Mit den sensationellen

archäologischen Funden von Nebra, Goseck und Langeneichstedt sowie dem

deutschlandweit führenden Landesmuseum für Vorgeschichte Halle wird die

reizvolle Region an Saale und Unstrut noch at­traktiver¿, konstatierte

Rehberger. ¿Hier findet sich alles, was Sachsen-Anhalt touristisch anziehend

macht: Burgen und historische Städte, romantische Wasserstraßen und guter Wein,

berühmte Bauwerke an der Straße der Romanik und ein beeindruckender Naturpark.

Jetzt konzentrieren sich hier auch gleich mehrere der interessantesten

archäologischen Fundorte der Welt.¿

 

 

 

Gemeinsam mit Rehberger

präsentierten Landesarchäologe Dr. Harald Meller, Halles Oberbürgermeisterin

Ingrid Häußler sowie die Landräte Harri Reiche (Burgenlandkreis), Dr. Tilo

Heuer (Merseburg-Querfurt) und Rüdiger Erben (Weißenfels) die Ergebnisse einer

Machbarkeitsstudie zur touristischen Erschließung der Saale-Unstrut-Region ¿in

Bezug auf die bedeutenden archäologischen Funde der bronzezeitlichen

Himmelsscheibe von Nebra (Landkreis Merseburg-Querfurt und Burgenlandkreis) und

des jungsteinzeitlichen Sonnenobservatoriums von Goseck (Landkreis Weißenfels)

unter Einbeziehung des Fundplatzes der Dolmengöttin von Langeneichstädt (Landkreis

Merseburg-Querfurt) und des Landesmuseums für Vorschichte Halle¿.

 

 

 

Diese Studie war vom Landesamt

für Denkmalpflege und Archäologie im Januar 2004 an die Arge Nebra/Goseck,

bestehend aus den Firmen Culture Concepts und Triad Berlin, vergeben worden.

Neun Firmen waren zuvor aufgefordert, Angebote einzureichen. Beschlossen worden

war die Studie in der Koordinierungsgruppe Himmelsscheibe, die unter Vorsitz

von Minister Rehberger sechsmal im vergangen Jahr zusammentraf. Vertreten in

dieser Gruppe sind das Kultusministerium, das Landesverwaltungsamt, die

betroffenen Landkreise und Bürgermeister, das Landesamt für Archäologie, die

Landesmarketinggesellschaft sowie Tourismus- und Umweltgremien.

 

 

 

Die Studie bescheinigt dem ¿Vorhaben zur Entwicklung eines Netzwerks touristischer

Attraktionen um die Himmelsscheibe von Nebra das Potenzial¿, ein ¿harter¿

Wirtschaftsfaktor für die Region zu werden. Nicht zu unterschätzen sei zudem

die Image prägende, den Freizeitwert steigernde Auswirkung auf die Region und

das Land Sachsen-Anhalt. Bei ihren Berechnungen und Empfehlungen gehen die

Macher der Studie von jährlich mindestens 100.000 Besuchern aus. Das setzt

allerdings eine beträchtliche Aufwertung des Umfelds und einen erheblichen

Marketing-Aufwand voraus.

 

 

 

Was tut sich, was muss noch

getan werden?

 

 

 

Fundort

Himmelssscheibe/Mittelberg

 

 

 

1. Am

Mittelberg, am ¿Langen Gestell¿ bei Klein Wangen, sollen ein Besucherzentrum

und Parkplätze für Bus und Pkw entstehen. Das Besucherzentrum soll als

Info-Center ausgelegt werden ¿ Kosten ca. 5 Mio Euro. Hier werden alle bis dato

gewonnen Kenntnisse zur Himmelsscheibe und zum archäologischen Umfeld präsentiert.

Der genaue Standort bedarf noch der Klärung, dabei sind auch naturschutzrechtliche

Belange zu prüfen. Alternativstandorte wurden in der Ortslage Klein-Wangen

sowie auf dem Mittelberg wurden.

 

 

 

2. Der

Fundort selbst kann sowohl zu Fuß, per Fahrrad oder künftig auch per Shuttle

(zum Beispiel mit Solarzellen-Antrieb) erschlossen werden. Die

Machbarkeitsstudie weist a darauf hin, dass die Besucherfrequenz sehr stark von

einem solchen Transportsystem zwischen Parkplatz und Fundort abhängt.

 

 

 

3. Am

Fundort auf dem Mittelberg wird empfohlen, eine Aussichtsplattform mit den

Sichtachsen Kyffhäuser und Brocken zu errichten. Die Überlegung, die

bronzezeitlichen Sichtachsen durch Schneisen wieder freizulegen, wurde aus Naturschutz-

und Forstwirtschaftsgründen verworfen.

 

 

 

4. Die

Machbarkeitsstudie empfiehlt eine teilweise Rekonstruktion der historischen

Ringwallanlagen auf dem Mittelberg.

 

 

 

Goseck

 

 

 

1. Hier

sehen die Empfehlungen neben der Rekonstruktion des Son­nenobservatoriums vor

allem Infrastrukturmaßnahmen (Info-Punkt, Parkplätze, Zuwegung) vor. Die

Koordinierungsgruppe und die regionalen Akteure präferieren eine stärkere

Einbeziehung des Schlosses Goseck.

 

 

 

Archäologische Erschließung

 

 

 

Zum einen ist ab Oktober in

Kooperation mit den Nationalmuseen in Dänemark und Ungarn eine Landesausstellung

¿Der geschmiedete Himmel ¿ die weite Welt im Herzen Europas vor 3.600 Jahren¿

geplant. Das Landesmuseum wird dafür zurzeit umfassend saniert. Zum anderen

laufen an den Fundorten Mittelberg (Himmelsscheibe) und Goseck

(Sonnenobservatorium) seit Ende letzten Jahres Ausgrabungen, um ein möglichst

authentisches Bild vom Fundort zu erlangen.

 

 

 

Touristische Erschließung

 

 

 

Mit dem Management des

Gesamtprojekts ¿Region der Himmelsscheibe¿ wurde der Naturpark Saale-Unstrut

Triasland e.V. beauftragt. Der Landkreis Weißenfels hat eine Arbeitsgruppe

unter Nutzung professioneller Dienstleister gebildet. Das Ministerium für

Wirtschaft und Arbeit hat einen Landeskoordinator installiert.

 

 

 

-

Für bislang fünf

Projekte (Beschilderung, Wegebau und Parkplätze) wurden Investitionen in Höhe

von 735.000 Euro beantragt und bewilligt. Sichergestellt wurden auch Führungen,

Ausgrabungen und Öffentlichkeitsarbeit (Internetportal, Info-Tafeln).

 

 

 

-

Derzeitige Aktivitäten:

Standortentscheidungen, Klärung von Eigentumsfragen, Schaffung von Planungs-

und Baurecht, Klärung naturschutzrechtlicher Belange, Einreichung der

Unterlagen für die GA-Förderung; Vorplanung für Gastronomie im Innen- und

Außenbereich, Erarbeitung dramaturgischer Rahmenkonzepte für das

Besucherzentrum und den Fundort Mittelberg.

 

 

 

-

Nach Förderzusage

Architektenwettbewerb (Besucherzentrum), Planungs- und Bauvergaben,

Baudurchführung.

 

 

 

-

Vorrangige

Infrastrukturmaßnahmen: Ausbau der Kreisstraße 2646; Ausbau der Ortsdurchfahrt

Klein-Wangen, Bahn-Haltepunkt in Wangen, Beschilderung nach einheitlichem

Konzept.

 

 

 

 

 

Impressum:

 

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