Innenminister Jeziorsky: Polizei in
Sachsen-Anhalt modern und leistungsfähig
18.05.2004, Magdeburg – 193
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 193/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 193/04
Magdeburg, den 18. Mai 2004
Innenminister Jeziorsky: Polizei in
Sachsen-Anhalt modern und leistungsfähig
Auf Vorschlag von Innenminister Klaus
Jeziorsky hat das Kabinett in seiner heutigen Sitzung die Antwort auf die Große
Anfrage "Polizei in Sachsen-Anhalt" beschlossen.
In der Antwort auf die Große Anfrage sind die
Konzepte und Maßnahmen der Landesregierung zur Ausstattung und Organisation der
Polizei, Kriminalitätsbekämpfung und -prävention, polizeilicher Präsenz und Verkehrssicherheitsarbeit
dargestellt.
Innenminister Klaus Jeziorsky: "Die
Gewährleistung der inneren Sicherheit ist Grundvoraussetzung für ein
lebenswertes Sachsen-Anhalt. Es ist Ziel der Landesregierung, die Voraussetzungen
für eine weiterhin leistungsstarke Landespolizei zu schaffen. Dabei wird die
Polizei auch zukünftig im Spannungsfeld zwischen ihrer Leistungsfähigkeit,
ihres professionellen Einschreitens, der Qualität der Arbeitsergebnisse, immer
moderneren Kriminalitätsformen, die ein Vielfaches an Ermittlungsaufwand
verlangen, und der Notwendigkeit, möglichst effektiv Personal- und Sachmittel
einzusetzen, stehen."
Angesichts der prekären Finanzlage müsse man
die vorhandenen Ressourcen in allen Bereichen besonders effizient einsetzen.
Die Landesregierung habe dazu umfangreiche
Vorhaben in Angriff genommen, von denen bereits ein Großteil erfolgreich
durchgeführt worden sei. Dabei sei es nicht nur darum gegangen, Sparvorhaben
lediglich stringent umzusetzen, sondern vielmehr mit intelligenten Lösungen
unter Berücksichtigung finanzieller Einsparpotentiale die Qualität der polizeilichen
Arbeit zu steigern und die Leistungsfähigkeit zu erhöhen.
"So ist es gelungen, trotz des insgesamt
notwendigen Personalabbaus einen Einstellungskorridor für junge
Nachwuchskräfte im Bereich der Landespolizei vorzusehen. Damit wird nicht nur
weiterhin eine angemessene Altersstruktur, sondern insbesondere für die
Bekämpfung neuer Kriminalitätsphänomene auch der Einsatz von jungen Menschen gewährleistet",
betont Klaus Jeziorsky.
Durch die Organisationsänderung auf Ebene der
Polizeireviere und Polizeistationen im Jahr 2002 konnte die Effektivität und
Effizienz des polizeilichen Aufgabenvollzugs deutlich gehoben werden, indem die
Führung der Polizeikräfte auf Ebene der Landkreise gestrafft, administrative
Tätigkeiten konzentriert und die tatsächlichen Präsenzzeiten der Polizeikräfte
in der Fläche ausgedehnt wurden. Die Zusammenführung der personalschwachen und
damit kaum leistungsfähigen Polizeistationen zu personalstarken und
leistungsfähigen Revierstationen ist die ¿ neben der beabsichtigten
Organisationsänderung der Landesbereitschaftspolizei ¿ entscheidendste von der
Landesregierung auf den Weg gebrachte Organisationsänderung. Sie hat bereits
jetzt zu nachweisbaren Synergieeffekten geführt hat.
Für die Aufgabenerfüllung der Landespolizei
kommt auch der Polizeiverwaltung mit ihren internen Dienstleistungen eine
tragende Rolle zu. Jeziorsky: "Die Arbeitsgruppe ¿Polizeiservice¿ hat
seit 2002 die vielfältigen Serviceaufgaben untersucht und damit die Grundlage
für die zukünftige Aufgabenwahrnehmung gelegt." So seien u. a. neben der
Bündelung der Zuständigkeiten für die Informationstechnik der Landespolizei im
Technischen Polizeiamt und der Neuorganisation des Bekleidungswesens die
Aufgabenbereiche bestimmt worden, in denen die Leistungen privater Unternehmen
sinnvoll genutzt werden können.
Ergebnisse und Erkenntnisse im Rahmen von
Ermittlungsverfahren zeigen, dass kriminelle Organisationen und Einzeltäter
sich immer der neuesten Technik bedienen. Die Polizei sei gefordert, technische
Neuerungen ständig zu prüfen und auch einzuführen. Hier sei es in den letzten
beiden Jahren gelungen, die Landespolizei in technischer Hinsicht so
auszustatten, dass sie damit eine führende Rolle in Deutschland einnimmt.
"Dabei ist Sachsen-Anhalt bei der elektronischen Abnahme von Finger- und
Handflächenabdrücken neben Thüringen sowie bei der digitalisierten
Lichtbildsammlung das erste Bundesland überhaupt, das diese Technik landesweit
eingeführt hat", so der Innenminister.
Daneben wurden die gesetzlichen Grundlagen
für die polizeiliche Arbeit verbessert, soweit dies in der Zuständigkeit des
Landesgesetzgebers lag. Die landesrechtlichen Grundlagen für die polizeiliche
Arbeit sind durch die letzte Änderung des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes
den Anforderungen der polizeilichen Praxis entsprechend sachgerecht fortentwickelt
worden. Die erweiterten Befugnisse der Polizei sorgen dafür, dass auch
zukünftigen Anforderungen an die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit auf
rechtlich sicherer Grundlage professionell begegnet werden kann.
Jeziorsky: "Darüber hinaus wurde mit der
¿Vereinbarung zwischen dem Sächsischen Staatsministerium des Innern, dem
Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt und dem Innenministerium des
Freistaates Thüringen über die Zusammenarbeit der Polizeien im Rahmen einer Sicherheitskooperation¿,
der sich auch das Land Brandenburg angeschlossen hat, eine Grundlage
geschaffen, auf der vorhandene Kontakte zwischen den Ländern weiter ausgebaut
werden können. Damit können zukünftig größere Synergieeffekte erzielt
werden."
Dass diese beispielhaft aufgeführten Vorhaben
auch zur besseren Aufgabenerfüllung beigetragen haben, sei in Ergebnissen
messbar. Während die Zahl der Straftaten zurückgegangen sei, konnte die Aufklärungsquote
weiter gesteigert werden. Dabei könne die Landespolizei auch international
anerkannte Ermittlungserfolge vorweisen, wie das weltweite Verfahren zur
Bekämpfung der Kinderpornographie ¿Marcy¿ zeige. Daneben sei es auch gelungen,
die Zahl der Verkehrsunfälle weiter zu senken und dabei auch die Zahl der
getöteten und verletzten Personen insgesamt zu reduzieren.
Damit sich diese Entwicklungen auch zukünftig
fortsetzen, legt die Landesregierung neben der Fortführung einer konsequenten
Ermittlungstätigkeit im Kriminalitätsbereich sowie einer stetigen
Verkehrsüberwachung großen Wert auf eine zielgerichtete Prävention in beiden
Tätigkeitsfeldern. Ein Schwerpunkt wird dabei zukünftig auf der Ebene der
kommunalen Kriminalprävention liegen, um so insbesondere die Kommunen in die
zielgerichtete, ortsnahe Präventionsarbeit unmittelbar einzubinden.
Jeziorsky: "Die Polizei in
Sachsen-Anhalt ist modern und leistungsfähig, Grundlagen für die sachgerechte
Weiterentwicklung angesichts zukünftiger neuer Herausforderungen sind geschaffen."
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