Finanzminister Paqué warnt vor schiefer
Debatte um Solidarpakt-Mittel
29.04.2004, Magdeburg – 20
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 20/04
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 20/04
Magdeburg, den 23. April 2004
Finanzminister Paqué warnt vor schiefer
Debatte um Solidarpakt-Mittel
Sachsen-Anhalts Finanzminister Karl-Heinz Paqué warnt nachdrücklich vor
einer falschen Richtung der Debatte um den Aufbau Ost. ¿Was in der Öffentlichkeit
zur Verwendung der Solidarpakt-Gelder durch die mittel- und ostdeutschen Länder
zu hören und zu lesen ist, entspricht nicht den Tatsachen¿, sagte der
Finanzminister heute in Magdeburg.
Vor allem werde der falsche Eindruck erweckt, die Mittel aus dem Solidarpakt
würden in Sachsen-Anhalt ¿ anders als in Sachsen - nicht für Investitionen
verwendet. Dazu Paqué: ¿Tatsache ist, dass die Pro-Kopf-Investitionen in
Sachsen-Anhalt und Sachsen nicht wesentlich voneinander abweichen. In diesem
Jahr sind es fluthilfebereinigt in Sachsen 826 Euro, in Sachsen-Anhalt 752 Euro
pro Einwohner.¿ Kritik aus dem Bund und aus Sachsen sei deshalb, was die
Mittelverwendung betrifft, vollkommen unangebracht.
In Sachsen-Anhalt lägen die Investitionen auch weiterhin deutlich höher
als in den westdeutschen Bundesländern. ¿Dieses Niveau kann nur mit Hilfe der
Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen (SOBEZ) gehalten werden¿, betonte der
Minister. Ohne die Transferleistungen
wäre das Land nicht in der Lage, überdurchschnittliche Investitionen in die
Infrastruktur zu leisten.
Die im Fortschrittsbericht 2002 ausgewiesene Zahl von 46 Prozent investiver
Mittelverwendung - Sachsen: ca. 100 Prozent -
sei grob irreführend, weil diese Zahl nach einem Modus berechnet werde,
der die Neuverschuldung von den geleisteten Investitionen abzieht. Paqué: ¿Die
Höhe der Neuverschuldung bestimmt somit maßgeblich die Berechnung der
investiven Mittelverwendung, hat aber mit der tatsächlichen Aufbauleistung
offensichtlich wenig zu tun.¿
Paqué wies darauf hin, dass die Höhe der Nettokreditaufnahme für Sachsen-Anhalt
das strukturelle Kernproblem sei, und eben nicht die Höhe und Struktur der
Investitionen. Paqué dazu: ¿Wir haben 2002 finanzielle und strukturelle
Probleme von der SPD-Vorgängerregierung geerbt: zu viel Personal, zu teure
Leistungsgesetze und hohe Zinszahlungen. Wir haben wesentliche Weichen
gestellt, um dies zu ändern, aber die volle Wirkung braucht Zeit, vor allem
beim Personalabbau.¿
Der Unterschied zu Sachsen sei, so Paqué, nicht die aktuelle Mittelverwendung,
sondern die Finanzpolitik der neunziger Jahre. ¿Sachsen kann in den Kennzahlen
des Fortschrittsberichts die Früchte früherer solider Finanzpolitik ernten, wir
in Sachsen-Anhalt müssen noch eine schwere Schieflage korrigieren. Aber es ist
unredlich zu behaupten, die Solidarpaktmittel würden in den Konsum fließen.¿
Paqué äußerte sich insgesamt besorgt über die
Unsachlichkeit der derzeitigen Diskussion. ¿Wenn Kennzahlen so
missinterpretiert werden wie derzeit im Solidarpakt, dann muss über die
Kennzahlen politisch neu geredet werden. Denn sonst entsteht schwerer
Rufschaden für unser Land.¿
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