Landesregierung beschließt Einführung eines
digitalen Funknetzes für die Sicherheitsbehörden bis zum Jahr 2010
02.03.2004, Magdeburg – 88
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 088/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 088/04
Magdeburg, den 2. März 2004
Landesregierung beschließt Einführung eines
digitalen Funknetzes für die Sicherheitsbehörden bis zum Jahr 2010
Die
sachsen-anhaltische Landesregierung nahm in ihrer heutigen Kabinettssitzung die
Vorlage von Innenminister Klaus Jeziorsky über die Unterzeichnung der
Vereinbarung zur Regelung der Zusammenarbeit beim Aufbau und Betrieb eines
landesweit einheitlichen digitalen Sprech- und Datenfunksystems für alle
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in der Bundesrepublik
Deutschland zur Kenntnis und ermächtigte den Innenminister, diese
Dachvereinbarung zu unterzeichnen.
Innenminister Jeziorsky: ¿Für die
Sicherheitsbehörden - Polizei, Feuerwehren, Rettungsdienste und
Katastrophenschutzverwaltungen - soll bis zum Jahr 2010 bundesweit ein
digitales Funknetz aufgebaut werden, um das technisch veraltete Analogfunknetz
abzulösen. Die Einführung des Digitalfunks ist eines der größten,
anspruchsvollsten und kostenintensivsten Vorhaben der öffentlichen Verwaltung
der letzten Jahrzehnte mit einem nach derzeitigem Stand geschätzten
Gesamtfinanzierungsvolumen von 3,5 Milliarden Euro. Die Kostenverteilung
zwischen den Ländern und dem Bund, der seinerseits auf das aus allen Ländernetzen bestehende Gesamtsystem angewiesen
ist, ist bisher nicht abschließend geklärt. Dies erfolgt vor Abschluss eines
Rahmenvertrages mit der Industrie. Ich gehe davon aus, das hier eine
vernünftige, alle Seiten zufriedenstellende Einigung erfolgen wird.¿
Vierzehn europäische Länder würden bereits
über ein leistungsfähiges digitales Funknetz verfügen bzw. es derzeit aufbauen.
Deutschland bilde dabei das europäische Schlusslicht mit der Folge, dass eine
länderübergreifende Kommunikation der Sicherheitsbehörden immer schwieriger
werde. Auch das bundesweite sicherheitsbehördliche Krisenmanagement für das
Großereignis Fußballweltmeisterschaft 2006 stelle sich wegen absehbarer Kommunikationsprobleme
problematisch dar. ¿Zudem haben die Erfahrungen aus dem Katastropheneinsatz des
Augusthochwassers 2002 gezeigt¿, so Klaus Jeziorsky, ¿dass die derzeitige Analogtechnik
nicht den Anforderungen eines reibungslosen Zusammenwirkens aller an der
Gefahrenabwehr beteiligten Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, THW
und anderen entspricht. Im Bewusstsein der besonderen sicherheitspolitischen
Bedeutung eines effektiven Informations- und Kommunikationssystems haben sich
die Innenressorts der Länder nach langjährigen Verhandlungen mit dem Bund auf
den Abschluss der Dachvereinbarung geeinigt.¿ Ziel sei das Vorhalten gleicher
Standards in Bund und Ländern mit möglichst gemeinsamer und zeitgleicher Umsetzung.
Die Regierungschefs der Länder haben die
Dachvereinbarung in der vorliegenden Fassung am 18. Dezember des letzten Jahres
zustimmend zur Kenntnis genommen und die Innenminister von Bund und Ländern
aufgefordert, die Vereinbarung unverzüglich zu unterzeichnen.
Die Dachvereinbarung sieht ab sofort die
Einrichtung einer gemeinsamen von Bund und Ländern getragenen zentralen
Projektorganisation mit der Bezeichnung ¿netzwerk BOS¿ bis voraussichtlich 2008
vor. Die Projektorganisation hat die Aufgabe, ein Vergabeverfahren zur
Einführung des Digitalfunks vorzubereiten und durchzuführen.
Die Kostenverteilung des jährlichen
Projektbudgets in Höhe von rund 10 Mio. Euro erfolgt nach dem modifizierten
Königsteiner Schlüssel mit Beteiligung des Bundes. Der Anteil Sachsen¿Anhalts
beträgt demnach jährlich 263.339 Euro. Diese Summe kann in diesem Jahr nur
unter Zurückstellung anderer unverzichtbarer Maßnahmen im Einzelplan des Innenministeriums
getragen werden.
¿Der ¿Startschuss` für den Netzaufbau
innerhalb eines Landes bleibt nach der Dachvereinbarung den einzelnen Ländern
vorbehalten, hängt jedoch entscheidend von der erforderlichen Zeitleiste für
Ausschreibung und Vergabe ab. Unter dieser Prämisse könnte im ersten Quartal
2006 auch in Sachsen¿Anhalt mit der technischen Realisierung begonnen werden.
¿Jedenfalls spätestens 2010 muss in Sachsen¿Anhalt der Digitalfunk eingeführt
sein¿, verdeutlicht der Innenminister.
Eine Lenkungsgruppe des Landes unter
Federführung des Innenministeriums, in der sowohl das Finanz- und Sozialressort
als auch der Städte- und Gemeindebund sowie der Landkreistag Sachsen¿Anhalt
vertreten sind, koordiniert die Einführung des Digitalfunks, um damit
verbundene und erhoffte Synergieeffekte optimal ausschöpfen zu können. In
diesem Zusammenhang ist auch an eine mögliche Optimierung der Leitstellenstruktur
in Sachsen-Anhalt gedacht. Die Lenkungsgruppe wirkt zudem darauf hin, dass der
Parallelbetrieb Analog- und Digitalfunk auf ein zeitlich unumgängliches Maß
beschränkt wird, um neben taktischen Problemen auch erhebliche Mehrkosten zu
vermeiden.
Innenminister Klaus Jeziorsky: ¿Der Aufbau
eines bundesweit einheitlichen digitalen Sprech- und Datenfunksystems ist
unumgänglich. Eine Abkoppelung vom künftigen technischen Kommunikationsstandard
der Sicherheitsbehörden in Deutschland und Europa ist weder aus sicherheitspolitischen
noch ökonomischen Gründen vertretbar und hätte verheerende bzw. nicht mehr
kalkulierbare Auswirkungen für die Kommunikation, z. B. bei Terroranschlägen,
gewalttätigen Demonstrationen, Katastrophen, aber auch im täglichen Einsatz der
Rettungsdienste.¿
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