Kabinett legt europapolitische Schwerpunkte
fest/ Staatsminister Robra: ?Strukturpolitik im Mittelpunkt?
10.02.2004, Magdeburg – 63
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 063/04
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 063/04
Magdeburg, den 10. Februar 2004
Kabinett legt europapolitische Schwerpunkte
fest/ Staatsminister Robra: ¿Strukturpolitik im Mittelpunkt¿
Die
Landesregierung hat sich in ihrer heutigen Kabinettssitzung mit den
Arbeitsprogrammen von Europäischer Kommission und Rat befasst und Schwerpunkte
für die Europapolitik des Landes festgelegt.
Staats- und
Europaminister Rainer Robra unterstrich, dass 2004 ein Jahr umfassender
Veränderungen für die Europäische Union sei: Zum 1. Mai werden zehn neue
Mitglieder aufgenommen. Am 13. Juni wird das Europäische Parlament neu gewählt.
Am 1. November wird die neue Kommission unter Führung eines
Kommissionspräsidenten ihr Amt antreten. Hieraus resultiere ein großer
Zeitdruck für im Gesetzgebungsverfahren zu treffende Entscheidungen.
Sachsen-Anhalt
habe bereits im vergangenen Jahr durch eine aktive Lobbyarbeit in Brüssel und
die Vernetzung mit Ländern und Regionen, die ähnliche Interessen hätten, die
Landesinteressen aktiv vertreten. Beispielhaft nannte der Chef der
Staatskanzlei die gemeinsame Erklärung der vom statistischen Effekt betroffenen
Regionen, das Verfahren beim Regionalmodell für eine vereinfachte Flächenprämie
in der europäischen Agrarpolitik, verschiedene Aktivitäten zur Ausgestaltung
der Chemikalienpolitik sowie die Positionierung zum Grünbuch zu Dienstleistungen
von allgemeinem Interesse.
Diese
Schwerpunkte würden auch 2004 weiter geführt, da sie unvermittelt aktuell
seien. In der kommenden Woche werde der ¿Dritte Kohäsionsbericht¿ vorgelegt,
der für die künftige Ausgestaltung der Strukturpolitik und die Situation der
vom statistischen Effekt betroffenen Regionen von besonderer Bedeutung sei.
Hier werde sich die Landesregierung schnell positionieren, auch mit Blick auf
die weiteren Gespräche mit der Bundesregierung und das Kohäsionsforum im Mai
diesen Jahres. Im Bereich der Chemikalienpolitik werde die weitere
Auseinandersetzung mit der vorgeschlagenen Verordnung ¿Registrierung,
Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe¿ (REACH-Verordnung) im
Mittelpunkt stehen. Die Landesregierung werde eine Stellungnahme zu der in
Kürze anstehenden Behandlung der REACH-Verordnung erarbeiten.
Auch werde
das von der EU für dieses Jahr angekündigte Maßnahmenpaket im Bereich der
sogenannten Daseinsvorsorge unmittelbare Auswirkungen auf staatliche und
kommunale Einrichtungen haben. So will die EU konkretisieren, wann Zahlungen
für die Kosten von Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse
eine staatliche Beihilfe darstellen. Hiermit sollen insbesondere
Rechtsunsicherheiten bei der Auslegung des ¿Altmark-Urteils¿ (Ausschreibung,
Finanzierung und Beihilfen für den öffentlichen Personennahverkehr) beseitigt
werden. Darüber hinaus stünden das Grünbuch zu Konzessionen und
Public-Private-Partnership sowie das Weißbuch zu den Dienstleistungen von
allgemeinem Interesse an.
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