Finanzminister Karl-Heinz Paqué: Kein
bedingungsloses Vorziehen der Steuerreform
12.12.2003, Magdeburg – 74
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 074/03
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 074/03
Magdeburg, den 12. Dezember 2003
Finanzminister Karl-Heinz Paqué: Kein
bedingungsloses Vorziehen der Steuerreform
Sachsen-Anhalts Finanzminister
Karl-Heinz Paqué hält ein Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform auf 2004
für prinzipiell wünschenswert. Drei Bedingungen müssten dabei allerdings
erfüllt werden:
·
Es müsse klare
Reformschritte in Richtung Liberalisierung am Arbeitsmarkt geben, denn nur so
könne der konjunkturelle Impuls in mehr Wachstum und Beschäftigung münden.
·
Das Vorhaben müsse
bundesweit zum großen Teil ohne zusätzliche Nettoneuverschuldung
gegenfinanziert werden, denn nur so könne
eine weitere Beschädigung des stabilitätspolitischen Rufes Deutschlands verhindert
werden.
·
Für die besonders
finanzschwachen Länder, insbesondere auch für Sachsen-Anhalt, dürften keine
zusätzlichen Haushaltsbelastungen entstehen.
Paqué wörtlich zur Situation
Sachsen-Anhalts: ¿Der Landeshaushalt 2004, der gestern vom Landtag verabschiedet
wurde, ist unter größten Mühen entstanden. Es hat enormer Anstrengungen der
Landesregierung bedurft, unter der Verfassungsgrenze zu bleiben. Ein Vorziehen
der Steuerreform ohne Gegenfinanzierung würde aber das Land zusätzlich über 200
Mio. Euro kosten. Die Erfolge der Haushaltskonsolidierung würden zunichte
gemacht. Das darf nicht sein.¿
Mit Blick auf die weiteren
Beratungen des Vermittlungsausschusses weist Paqué darauf hin, dass es durchaus
Möglichkeiten gäbe, der besonderen
Situation der finanzschwachen mittel- und ostdeutschen Länder Rechnung
zu tragen.
Paqué erinnert in diesem
Zusammenhang an die Sonderbelastung der neuen Länder durch die Zusatz- und
Sonderversorgungssysteme der DDR. Paqué: ¿Allein in diesem Jahr muss
Sachsen-Anhalt dafür 425 Millionen Euro aufbringen. Das sind über vier Prozent
des Gesamtetats des Landeshaushaltes. Für alle fünf neuen Länder sind es
jährlich über 2 Mrd. Euro. Von 2004 bis 2019 summiert sich dies auf über 34
Milliarden Euro.¿
Paqué betonte, dass eine
deutliche Entlastung der neuen Länder in dieser Hinsicht auch im
gesamtdeutschen Interesse sei. ¿Es geht um Belastungen, die als Spätfolge der
deutschen Einheit anzusehen sind und in den frühen neunziger Jahren nicht
vorherzusehen waren, weil die entsprechenden Gerichtsurteile noch nicht
vorlagen. Hier darf der Bund die neuen Länder nicht im Regen stehen lassen.¿
Paqué weist auch darauf hin,
dass die großen Teil schlechten Ergebnisse der neuen Länder, die in den
Fortschrittsberichten zum Solidarpakt II ausgewiesen werden, auch Ergebnis der
Belastung durch die Zusatz- und Sonderversorgungssysteme sei.
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