Steuerschätzer errechnen für Sachsen-Anhalt
weitere Ausfälle in diesem Jahr in Höhe von 180 Millionen Euro / Prognose für
Einnahmedefizit in 2004 sagt 110 Millionen Euro voraus / Finanzminister Paqué:
Auch für 2004 soll verfassungsgemäßer Haushalt vorgelegt werden
10.11.2003, Magdeburg – 66
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 066/03
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 066/03
Magdeburg, den 10. November 2003
Steuerschätzer errechnen für Sachsen-Anhalt
weitere Ausfälle in diesem Jahr in Höhe von 180 Millionen Euro / Prognose für
Einnahmedefizit in 2004 sagt 110 Millionen Euro voraus / Finanzminister Paqué:
Auch für 2004 soll verfassungsgemäßer Haushalt vorgelegt werden
Sachsen-Anhalt muss im kommenden
Jahr mit Steuerausfällen in einer Höhe von 110 Millionen Euro rechnen. Das
ergeben die regionalisierten Berechnungen der letzten Steuerschätzung. Für
dieses Haushaltsjahr prognostizieren die Steuerschätzer weitere
Steuermindereinnahmen von etwa 180 Millionen Euro. Bereits die Mai-Steuerschätzung ging von einem Defizit in diesem
Jahr gegenüber den Planungen von 188 Millionen Euro aus. Damit liegen die
Steuerausfälle insgesamt in diesem Haushaltsjahr bei rund 368 Millionen
Euro.
Finanzminister Karl-Heinz Paqué:
¿Zum sechsten Mal nimmt Sachsen-Anhalt weniger Steuern ein als prognostiziert.
Angesichts der prekären Haushaltslage treffen uns die Ausfälle hart. Wir liegen
mit dem Haushaltsplanentwurf 2004, der zur Zeit in den Ausschüssen diskutiert
wird, rund 40 Millionen Euro unter der Verfassungsgrenze. Wir stehen nun vor der äußerst schwierigen
Aufgabe, unter Maßgabe eines verfassungsgemäßen Haushalts die Ausfälle in einen
Haushaltsentwurf einarbeiten zu müssen,
der ohnehin schon von tiefen Einschnitten geprägt ist. Die Einhaltung der
Verfassungsgrenze bleibt unser oberstes Ziel. Es muss also ein großer Teil der
Ausfälle eingespart werden.¿ Die Einhaltung der Verfassungsgrenze bedeutet, die
Höhe der Kredite darf nicht die Summe der eigenfinanzierten Investitionen
überschreiten.
Zu den Auswirkungen auf den
Haushalt 2003 sagte Paqué: ¿Der Landeshaushalt unterliegt bereits einer
rigorosen Bewirtschaftung. Nach der Verschärfung im September der bereits im
Frühjahr erlassenen Haushaltssperre habe ich eine Vollbremsung veranlasst. Ich
habe meine Kollegen im Kabinett um äußerste Ausgabendisziplin gebeten. Es wird
angesichts der Höhe der Ausfälle schwer werden, einen ausgeglichenen Haushaltsabschluss
vorzulegen.¿
Der dramatische Zustand der
öffentlichen Haushalte lege die Konzeptionslosigkeit der rot-grünen
Bundesregierung offen, so Paqué. ¿Erst treiben eine diffuse Wirtschafts- und
Finanzpolitik die Einnahmen in den Abgrund. Und dann geht Bundesfinanzminister
Hans Eichel den einfachsten Weg, in dem er im Nachtragshaushalt die
Kreditaufnahme verdoppeln will. Die Landesregierung Sachsen-Anhalts wird es
sich nicht so leicht machen. Wir werden weiter daran arbeiten, das
Ausgabevolumen zu reduzieren.¿
Unter den gegeben Umständen sieht Paqué
keinen Spielraum für ein Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform, so wie
von der Bundesregierung geplant. ¿Nur wenn es gelingt, in den
Vermittlungsverhandlungen deutlich dauerhafte Entlastungen für die Länder zu
erreichen, kann man über das Vorziehen reden¿, sagte Paqué. Er nannte in diesem
Zusammenhang die Belastung der ost- und mitteldeutschen Länder durch die
Sonder- und Zusatzversorgungssysteme, für die Sachsen-Anhalt allein in diesem
Jahr rund 425 Millionen Euro ausgeben muss.
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