Bundesrat stimmt Gesetzentwurf zum
Investitionszulagengesetz 2005 zu / Sachsen-Anhalts Finanzminister Prof. Dr.
Karl-Heinz Paqué: Vernünftiger Kompromiss über Länder- und Parteigrenzen hinweg
10.11.2003, Magdeburg – 65
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 065/03
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 065/03
Magdeburg, den 7. November 2003
Bundesrat stimmt Gesetzentwurf zum
Investitionszulagengesetz 2005 zu / Sachsen-Anhalts Finanzminister Prof. Dr.
Karl-Heinz Paqué: Vernünftiger Kompromiss über Länder- und Parteigrenzen hinweg
Der Bundesrat hat heute dem von
Sachsen-Anhalts Finanzminister Karl-Heinz Paqué vorgelegten Entwurf eines
Investitionszulagengesetzes 2005 als Antrag aller ostdeutschen Länder und
Berlins zugestimmt und beschlossen, diesen in den Deutschen Bundestag zur
Beschlussfassung einzubringen. Damit kommt eine viermonatige Beratung in den
Ausschüssen des Bundesrates zu einem erfolgreichen Ende. Das Verfahren ging auf
eine Initiative des Landes Sachsen-Anhalt zurück, die seitens der anderen
ostdeutschen Ländern frühzeitig Unterstützung fand.
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung Minister
Paqué zum Beauftragen des Bundesrates ernannt. Er wird den Beschluss des
Bundesrates zum Investitionszulagengesetz im Bundestag und in dessen
Ausschüssen vertreten.
Auf der Grundlage eines Gesetzesantrags, der
am 2. Juli von vier ostdeutschen Ländern in den Bundesrat eingebracht wurde,
kam es in intensiven Verhandlungen zu einem vernünftigen Kompromiss. Dabei
signalisierte auch der Bund seine Zustimmung.
Im inhaltlichen Kern lautet der Kompromiss:
Die Investitionszulage bleibt bis zum 31. 12. 2006 für das verarbeitende
Gewerbe erhalten. Die Förderung umfasst dabei auch Anzahlungen und
Teilherstellungskosten, die vor dem 31.12. 2006 entstehen ¿ und zwar bei
Investitionen, die erst nach diesem Zeitpunkt zum Abschluss kommen. Was die Modernisierung
an Mietwohngebäuden betrifft, gibt es noch keine Anschlussregelung. Hier wird
eine Wirkungsanalyse abgewartet, die das Bundesministerium für Verkehr, Bau-
und Wohnungswesen in Auftrag gegeben hat.
Über diesen Kompromiss wurde im
federführenden Finanzausschuss Konsens erzielt. Der Ausschuss empfiehlt, den
Gesetzentwurf in seiner vorliegenden Fassung beim Deutschen Bundestag
einzubringen.
Paqué bezeichnete den Entwurf als
vernünftigen Kompromiss über Länder- und Parteigrenzen hinweg. ¿Er ist ein
wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Einheit Deutschlands, und es ist allen
herzlich zu danken, die an diesem Kompromiss mitgewirkt haben, gerade auch in den
westdeutschen Ländern und im Bund. In einer Zeit, in der zu Recht jede Form der
staatlichen Förderung einer strengen Prüfung unterzogen werden muss, gerade in
einer solchen Zeit muss dies besonders gewürdigt werden.¿
Paqué
erläuterte, dass bei der Investitionszulage
für das verarbeitende Gewerbe allerdings die ökonomische Logik für die
zumindest befristete Beibehaltung spräche. Die mittel- und ostdeutschen Länder
hätten noch immer einen deutlichen Produktivitätsrückstand gegenüber dem Westen
¿ in der Größenordnung von 30 v.H. Und sie hätten weit höhere Arbeitslosenquoten.
¿Das Hauptproblem liegt in der noch immer zu
schwachen industriellen Basis. Es gibt noch immer zu wenig hochqualifizierte
Arbeitsplätze, noch immer zu wenig Innovations- und Exportkraft - und dadurch
auch zu wenig moderne Dienstleistungen. Denn gerade produktionsbezogene
Dienstleistungen entstehen nur in enger Verzahnung mit dem verarbeitenden Gewerbe;
und wo dieses fehlt, da fehlt es insgesamt an Arbeitsplätzen, auch in den
Dienstleistungsbranchen.¿ so Paqué.
Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass
die Investitionszulage ein außerordentlich wirksames Instrument sei, um die
Ansiedlung und das Wachstum von Betrieben des verarbeitenden Gewerbes in
Mittel- und Ostdeutschland zu befördern. Dies sei auch gutachtlich bestätigt worden.
Es sei deshalb ein wichtiger Beitrag zum wirtschaftlichen Wiederaufstieg
Mittel- und Ostdeutschlands, wenn die Investitionszulage nach 2004 um weitere
zwei Jahre verlängert würde. Und dies gelte um so mehr, je früher diese Entscheidung
feststehe. Denn nur so ginge an private Unternehmen ein verlässliches Signal,
an dem sie ihre Investitionsentscheidungen orientieren könnten.
Paqué bat die Mitglieder des Bundesrates mit
folgenden Worten der Einbringung des Gesetzentwurfs in der geänderten Fassung
in den Deutschen Bundestag zuzustimmen:
¿In Mittel- und Ostdeutschland müssen immer
mehr und immer dichtere wirtschaftliche Ballungszentren entstehen. Nur so kann
es uns gelingen, der starken Abwanderung junger, gut qualifizierter Menschen
von Ost nach West Einhalt zu gebieten. Und nur dann haben wir eine Chance, die
deutsche Vereinigung in all ihren auch schwierigen Dimensionen zu einem guten
Abschluss zu bringen. Die Fortführung der Investitionszulage für das verarbeitende
Gewerbe bis Ende 2006 ist ein wichtiger Beitrag dazu.¿
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