Fortschrittsbericht "Aufbau Ost"
2002 im Kabinett
30.09.2003, Magdeburg – 463
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 463/03
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 463/03
Magdeburg, den 30. September 2003
Fortschrittsbericht "Aufbau Ost"
2002 im Kabinett
Das Kabinett hat heute den von
Finanzminister Karl-Heinz Paqué vorgelegten Fortschrittsbericht ¿Aufbau Ost¿
2002 zur Kenntnis genommen. Dieser in diesem Jahr zum ersten Mal von allen
neuen Ländern erstellte Bericht dient als Nachweis für die Verwendung der
Mittel aus den Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen (SOBEZ).
Sachsen-Anhalt bekommt im Zeitraum
von 1995 bis 2004 jährlich rund 1.661 Milliarden Euro SOBEZ, danach sinken die
Zuweisungen wie im Solidarpakt II festgelegt jährlich und werden zum letzten
Mal 2019 gezahlt. Die SOBEZ sollen zur Schließung der Infrastrukturlücke, zum
Ausgleich der unterproportionalen Finanzkraft der Kommunen und zum Ausgleich
weiterer teilungsbedingter Lasten genutzt werden.
Dem Bericht zufolge sind die
SOBEZ im Jahr 2002 nur zu rund 46 Prozent zweckgerecht eingesetzt worden.
Ursache hierfür war der Korrekturbedarf im Haushaltsplan 2002, den die neu
gewählte CDU-FDP-Landesregierung durch einen Nachtragshaushalt abdecken musste.
Die in diesem Haushalt auf 1,5 Milliarden Euro angestiegene Nettokreditaufnahme
fließt in die Rechnung zur SOBEZ-Verwendung ein.
Paqué machte deutlich, dass die
46 Prozent nur der Ausnahmesituation des Jahres 2002 geschuldet seien. ¿Die von
der Vorgängerregierung verschuldeten Haushaltslöcher und Steuerausfälle machten
eine hohe Nettokreditaufnahme unumgänglich¿, sagte er. ¿Dies schlägt sich in der
Berechnung der SOBEZ-Verwendung nieder."
Für 2003 sei ein deutlicher
Fortschritt des Nachweises zu erwarten, so Paqué. Damit werde deutlich, dass
die Landesregierung sich ihrer Verpflichtung zum zweckentsprechenden Einsatz
der Solidarmittel bewusst sei und entsprechende Prioritäten setze. Insbesondere
die konsequente Rückführung der konsumtiven Ausgaben, vor allem im
Personalbereich, seien eine wesentliche Bedingung für den zweckgerechten
Einsatz der SOBEZ.
Paqué weiter: ¿Der
Fortschrittsbericht zeigt damit ganz deutlich die Notwendigkeit, den Haushalt
zu konsolidieren. Er bestätigt nachdrücklich den Kurs dieser Landesregierung,
die Nettoneuverschuldung kontinuierlich zurückzufahren und den konsumtiven
Bereich rigoros zu beschneiden.¿
Hintergrund: Mit dem Solidarpaktfortführungsgesetz wurde die degressive
Fortführung der SOBEZ für die neuen Länder bis 2019 beschlossen. Daran wurde
eine Nachweispflicht der neuen Länder einschließlich ihrer Gemeinden über die
zweckgerechte Verwendung der empfangenen SOBEZ zur Schließung der
Infrastrukturlücke, zum Ausgleich der
unterproportionalen Finanzkraft der Kommunen und bis 2004 zum Ausgleich
weiterer teilungsbedingter Lasten geknüpft. Diesen Nachweis legen die Länder ab
diesem Jahr jährlich in einem Fortschrittsbericht vor. Der Bericht wird im
Finanzplanungsrat mit einer Stellungnahme der Bundesregierung erörtert.
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