Landtagssitzung / Kürzungen für Landesbeamte
bei Urlaubs- und
18.09.2003, Magdeburg – 49
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 049/03
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 049/03
Magdeburg, den 18. September 2003
Landtagssitzung / Kürzungen für Landesbeamte
bei Urlaubs- und
Weihnachtsgeld / Finanzminister Paqué: Beitrag zur Zukunftssicherung
müssen alle leisten
Finanzminister Prof. Dr.
Karl-Heinz Paqué hat auf der heutigen Landtags-
sitzung den Entwurf eines
beamtenrechtlichen Sonderzahlungsgesetzes eingebracht, das für Beamtinnen und
Beamte des Landes Kürzungen bei der jährlichen Sonderzahlung (Weihnachtsgeld)
und einen Wegfall des Urlaubsgeldes vorsieht.
Paqué erklärte dazu:
¿Sachsen-Anhalt befindet sich derzeit in einer der schwierigsten Haushaltslagen
aller Länder. Es ist deshalb folgerichtig, dass die Landesregierung beschlossen
hat, Veränderungen bei der Beamtenbesoldung vorzunehmen. Die finanzielle
Lage im Land lässt uns keine andere Wahl, als frühzeitig zu handeln und die
finanzielle Entlastung, die mit dieser Reform verbunden ist, bereits in diesem
Jahr zu realisieren, so wie das auch in einer Reihe anderer Länder beschlossen
ist.¿
Paqué erläuterte weiter, dass
in diesem Jahr deutschlandweit ein Punkt erreicht sei, an dem die Erwartung
einer jährlichen Besoldungserhöhung
nicht mehr erfüllt werden könnten. Dies gelte um so mehr, als Anfang dieses
Jahres für die Angestellten im öffentlichen Dienst ein Tarifabschluss zustande
kam, der für eine weitere schwere Belastung des Landeshaushalts im
Personalbereich sorgt. Die Landesregierung habe diesem Tarifabschluss in der
Tarifgemeinschaft deutscher Länder nicht zugestimmt, müsse ihn aber mittragen.
Durch bundesgesetzliche Regelungen wird er, was die lineare Tarifanpassung
betrifft, mit einer Verzögerung von 3 Monaten auf die Beamtenbesoldung übertragen.
Die Landesregierung habe allerdings frühzeitig klargemacht,
dass sie ¿ wie andere Länder auch ¿ von ihrem neuen Recht Gebrauch machen
werde, im Bereich der Sonderzuwendung und des Urlaubsgeldes eine gewisse
Kompensation zu schaffen, um die fiskalischen Belastungen in Grenzen zu halten.
Paqué wies darauf hin, dass
selbst nach Kürzung der Sonderzuwendung für den Großteil der Beamten durch die
lineare Tarifanpassung ein Zuwachs im Jahresgehalt verbleibe.
In seiner Rede erläuterte er den
Inhalt des Gesetzentwurfs:
¿Der vorliegende Gesetzentwurf sieht die Streichung
des Urlaubsgeldes sowie eine Neustrukturierung der Sonderzuwendung vor. Die
Landesregierung geht dabei den selben Weg wie die Sächsische Staatsregierung,
die im Wesentlichen die gleichen strukturellen Reformen vorgelegt hat. Die neue
Struktur besteht vor allem aus zwei Elementen:
(1) Statt eines festen Anteils an der monatlichen
Besoldung, wie bisher, werden pauschalierte Festbeträge gewährt. Und diese
Festbeträge enthalten eine deutliche soziale Komponente. Denn sie sind so
gestaffelt, dass sie ¿ als Anteil des monatlichen Grundgehaltes ¿ bei
niedrigeren Besoldungsgruppen höher ausfallen als bei höheren
Besoldungsgruppen. Niedrigere Besoldungsgruppen werden also nicht nur absolut,
sondern auch relativ weniger stark von der Kürzung des Weihnachtsgeldes betroffen
als höhere Besoldungsgruppen.
(2) Es
entfällt die bisherige Differenzierung des Weihnachtsgeldes zwischen sog. Westbeamten
und Ostbeamten. Bisher war es üblich, dass die Sonderzuwendung die noch
bestehende generelle Lücke zwischen West- und Ostbesoldung widerspiegelte, da
ein konstanter Anteil des jeweiligen Grundgehaltes gezahlt wurde. Mit der
Neuregelung erhalten alle Beamten Sachsen-Anhalts gemäß ihrer Einstufung die
gleiche Sonderzuwendung.
(3) Die pauschalierten Festbeträge betragen:
·
950
Euro für den einfachen und mittleren Dienst
·
1.250
Euro für den gehobenen Dienst
·
1.550
Euro für den höheren Dienst
·
2.100
Euro für die übrigen Besoldungsgruppen.
·
Anwärter
bekommen 350 Euro.
Die
Landesregierung plant die vorgelegte Veränderung der Sonderzuwendung bereits ab
diesem Jahr 2003, die Streichung des Urlaubsgeldes ab 2004.
Für
Minister und Staatssekretäre des Landes gehen die Sparmaßnahmen sogar noch
einen Schritt weiter: Das heute ebenfalls in den Landtag eingebrachte
Besoldungs- und Versorgungs-Nichtanpassungsgesetz 2003/2004 sieht vor, für
Staatssekretäre für 2003 und 2004 eine ¿Nullrunde¿ bei den Bezügen einzulegen.
Die Minister verzichten bereits für diese beiden Jahre auf eine
Besoldungsanpassung.
¿Damit
geht die Landesregierung in einer Zeit, in der alle sparen müssen, in ihrer
Gesamtheit voran¿, so Paqué.
Der
Minister weiter: ¿Ich muss an dieser Stelle die Beamtinnen und Beamten unseres
Landes um Verständnis bitten. Ich habe dies auch schon in einer Reihe
persönlicher Gespräche mit Vertretern der Beamtenschaft getan. Wir stehen in
unserem Land am Scheideweg: Wir müssen in diesen Jahren dringend unseren
Landeshaushalt sanieren. Davon wird die Zukunftsfähigkeit unseres Landes
abhängen. Und unabdingbarer Kern dieser Sanierung ist die Kontrolle über die Personalkosten.
Wir
als Landesregierung arbeiten intensiv und konsequent an der Senkung der
Personalkosten. Dies geschieht vor allem durch Personalabbau. Aber der Personalabbau
muss flankiert werden durch Entlastungen bei den Gehältern, und zwar sowohl bei
der Besoldung der Beamten als auch bei der Vergütung der Angestellten. Die neue
Struktur der Sonderzuwendung und die Abschaffung des Urlaubsgeldes ab 2004 sind
unabdingbare Elemente dieser Entlastung auf der Seite der Beamten.
Arbeitszeitverkürzungen und in der Zukunft moderate Tarifabschlüsse sind es bei
den Angestellten.
Die
Beamten und auch die Angestellten unseres Landes möchte ich herzlich bitten,
sich ihrer besonderen Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes
bewusst zu sein. Genau wie in einem privaten Unternehmen, das in
wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist, so tragen auch in einer öffentlichen
Verwaltung die Beschäftigten eine große Verantwortung für die Zukunft des
Unternehmens. Im Unterschied zu Angestellten in der privaten Wirtschaft gibt es
für Beamte kein Risiko des Arbeitsplatzverlustes. Aber gerade dies verstärkt
ihre Verantwortung für den Staat. In einer Zeit, in der viele Menschen ihre
Arbeitsplätze gefährdet sehen, müssen alle ihren Beitrag zur Sicherung der
Zukunft leisten.¿
Hinweis: Den gesamten Wortlaut der Landtagsreden
von Finanzminister Paqué finden Sie im Internet unter www.fm.sachsen-anhalt.de unter der
Rubrik ¿Aktuelles¿.
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