Landesregierung zur Arbeitsmarktsituation in
Sachsen-Anhalt
Wirtschaftsminister Rehberger: Mittelstand erwartet
grundlegende Reformen auf dem Arbeitsmarkt
16.09.2003, Magdeburg – 432
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 432/03
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 432/03
Magdeburg, den 16. September 2003
Landesregierung zur Arbeitsmarktsituation in
Sachsen-Anhalt
Wirtschaftsminister Rehberger: Mittelstand erwartet
grundlegende Reformen auf dem Arbeitsmarkt
Die Zahl der Mini-Jobs in Sachsen-Anhalt ist seit
der Neuregelung im September 2002 bis Ende Juni dieses Jahres von 77.578 auf
110.863 gestiegen. Dieser Anstieg um mehr als 45 Prozent in nur neun Monaten
bestätigt nach Ansicht von Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Horst Rehberger
den Erfolg der Neuregelung. ¿Sachsen-Anhalt war immer der Meinung, dass es sich
bei den Mini-Jobs um ein wichtiges Instrument zur Flexibilisierung des
Arbeitsmarktes handelt.¿ Rehberger erinnerte daran, dass diese Neuregelung im
Bundesrat gegen die Bundesregierung durchgesetzt werden musste. Die meisten
Jobs entstanden im Verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe, im Bereich Handel
und Reparatur sowie im Grundstücks- und Wohnungswesen.
Dem steht gegenüber, dass sich die Bundesanstalt
für Arbeit in den vergangenen Monaten deutlich aus der Arbeitsmarktpolitik
zurückgezogen hat. Darauf wird in der Antwort der Landesregierung auf eine
Große Anfrage der PDS-Landtagsfraktion verwiesen. Im August dieses Jahres lag
die Zahl der Teilnehmer an beruflichen Fortbildungsmaßnahmen, an ABM und
Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) um insgesamt 16.000 zurückgegangen. Dem stand
ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 7.000 im gleichen Zeitraum gegenüber. Das
heißt: Bei gleich bleibendem Niveau des 2. Arbeitsmarktes hätte Sachsen-Anhalt
im August dieses Jahres sogar 9.000 Arbeitslose weniger als ein Jahr zuvor.
Parallel zum Rückgang der Teilnehmerzahlen an
Maßnahmen des 2. Arbeitsmarktes stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen stark
an ¿ um 15.597 auf 117.982.
Minister Rehberger
hob hervor, dass sich seine Prognose bestätigt habe, wonach die Hartz-Reform
der Bundesregierung kein Allheilmittel sei, um die Arbeitsmarktprobleme zu
lösen. ¿Dazu bedarf es grundsätzlicher Strukturreformen, denn insbesondere die
neuen Bundesländer haben kein Vermittlungsproblem, sondern zu wenig
Arbeitsplätze!¿ Dennoch verschließe sich die Landesregierung nicht einzelnen
Instrumenten der Hartz-Vorschläge.
Hinsichtlich der Ich-AG stellte Rehberger fest:
¿Wenn hier auch noch eine große rechtliche Unsicherheit besteht, so wird dieses
Instrument doch gut angenommen. Allerdings setzen wir uns dafür ein, dass das
nicht zu Lasten qualitativ hochwertiger Handwerksleistungen geht.¿ Das Land
habe deshalb die Existenzgründungsoffensive ego. mit einem Beratungsangebot
auch für Inhaber einer Ich-AG geöffnet.
Kritik äußerte der Minister an den neu geschaffenen
Personal-Service-Agenturen (PSA) zum jetzigen Zeitpunkt ¿Die Zeitarbeit bietet
große beschäftigungspolitische Chancen, weshalb sie weiter ausgebaut werden
sollte. Allerdings kann Zeitarbeit nur funktionieren, wenn Wirtschaftswachstum
vorhanden ist¿, so Rehberger. In Zeiten wie diesen, in denen faktisch
Nullwachstum vorherrscht, auf die arbeitsschaffenden Effekte der PSA zu
vertrauen, sei deshalb eine Illusion
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