Sparkassenkongress
Ministerpräsident Böhmer: Starke Institute in Sachsen-Anhalt erhalten/
Beteiligte müssen an einem Strang ziehen
08.09.2003, Magdeburg – 406
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 406/03
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 406/03
Magdeburg, den 8. September 2003
Sparkassenkongress
Ministerpräsident Böhmer: Starke Institute in Sachsen-Anhalt erhalten/
Beteiligte müssen an einem Strang ziehen
Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer und
Finanzminister Karl-Heinz Paqué haben heute beim Sparkassenkongress des Finanzministeriums
in Magdeburg die Notwendigkeit betont, starke Sparkasseninstitute in
Sachsen-Anhalt zu erhalten. Nur starke Institute könnten sich am härter
werdenden Markt behaupten, sagte der Ministerpräsident. Er rief die Kommunen,
den Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverband (OSGV), die Sparkassen und die
Parteien im Land auf, zusammen mit der Landesregierung an einem Strang zu
ziehen, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei dürften auch weitere
Strukturveränderungen kein Tabu sein. Die Landesregierung wolle bei Fusionen
jedoch nach Möglichkeit am Prinzip der Freiwilligkeit festhalten, unterstrich
Böhmer. Seit 1995 gibt es 23 Sparkassen in Sachsen-Anhalt.
Der Ministerpräsident hob die große Bedeutung des
Sparkassenwesens hervor: Die Sparkassen verbänden Wettbewerbs- mit
Gemeinwohlorientierung und garantierten ein flächendeckendes Angebot von Finanzdienstleistungen.
Dies sei umso wichtiger, als sich die privaten Banken immer stärker aus dem
Kleinkundengeschäft zurückzögen.
Unverzichtbar sei das Engagement der Sparkassen für
die regionale Wirtschaftsentwicklung in Sachsen-Anhalt, so der Regierungschef.
Das betreffe besonders die Förderung von Existenzgründung und die Unterstützung
von kleinen und mittleren Unternehmen. So habe 2002 der Marktanteil der
Sparkassen bei der Durchleitung des ERP-Existenzgründungsprogramms bei 50
Prozent und beim Eigenkapitalhilfeprogramm immerhin bei 40 Prozent gelegen.
Der Ministerpräsident würdigte die Sparkassen und
ihre Stiftungen als größten nicht staatlichen Sponsor für Kunst und Kultur.
Allein im Bereich des OSGV hätten sie 2002 für diese Zwecke elf Millionen Euro
zur Verfügung gestellt.
Finanzminister Paqué würdigte die Leistungen beim
Aufbau der Sparkassenlandschaft nach 1990 in Sachsen-Anhalt. Gleichwohl
erfordere der hohe Wettbewerbsdruck in der Kreditwirtschaft einen tief
greifenden Restrukturierungsprozess, mahnt der Minister Änderungen an. Ziel der
Landesregierung werde sein, mit der Novellierung des Sparkassengesetzes
zukunftsweisende Strukturen zu entwickeln. Eine notwendige Voraussetzung sei,
den Sparkassen die Möglichkeiten zu schaffen, Größenordnungen anzunehmen, die
die Erfolgschancen am Markt maßgeblich erleichterten. Es könne niemand
ernsthaft behaupten, dass 23 Sparkassen angesichts des äußerst schwierigen
wirtschaftlichen Umfeldes auf Dauer optimal seien.
Neue Mindestanforderungen an Kreditgeschäft und Wertpapierhandel, die
Auswirkungen von Basel II, das Rating von Kreditnehmern, die erhöhten
Anforderungen an Innenrevision und Controlling sowie die Auflagen des
Geldwäschegesetzes erforderten außerdem spezialisierte Kräfte, die ein kleines
Kreditinstitut alleine nicht vorhalten könne.
Die geplante Novellierung des Sparkassengesetzes
beinhalte die Aufhebung einengender Vorschriften, so der Minister. Es werde ein
Angebot an die Träger der Sparkassen sein, die damit in die Lage versetzt würden,
die Zukunft der Sparkassen langfristig zu sichern.
Eine Überlegung sei, den Sparkassen zu ermöglichen,
Stammkapital zu bilden. Dieses soll dann auch an andere Sparkassen verkauft und
übertragen werden können. Mit der Novellierung solle auch die Möglichkeit
geschaffen werden, ¿Kommunale Sparkassengesellschaften¿ zu gründen. ¿Auch eine
Beteiligung der Nord/LB wäre denkbar¿, so Paqué. Allerdings wäre die
Beteiligung auf 49 Prozent begrenzt, so dass die Träger die Mehrheit behielten.
Paqué betonte in dem Zusammenhang, dass es sinnvoll sei, dass die Landesbank
Kapital und Expertise einbringen könne.
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