Landesregierung zieht ein Jahr nach der
Hochwasserkatastrophe Bilanz/ Schadenshöhe an Hochwasserschutzanlagen
verdoppelt
19.08.2003, Magdeburg – 379
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 379/03
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 379/03
Magdeburg, den 19. August 2003
Landesregierung zieht ein Jahr nach der
Hochwasserkatastrophe Bilanz/ Schadenshöhe an Hochwasserschutzanlagen
verdoppelt
Die Landesregierung hat in ihrer
heutigen Kabinettssitzung eine Bilanz der Hochwasserkatastrophe 2002 in
Sachsen-Anhalt gezogen. Danach beläuft sich die Schadenssumme in Sachsen-Anhalt
insgesamt auf rd. eine Mrd. ¿. Der Anteil am Gesamtschaden aller betroffenen
Länder (ca. 7,7 Mrd. ¿) beträgt somit 13,3 %. An Soforthilfen wurden im vergangenen
Jahr ca. 62 Mio. ¿ ausgezahlt. Für die
mittel- und langfristig angelegten Programme, wie beispielsweise das kulturelle
Hilfsprogramm, der Hochwasser-Hilfsfonds bei der Deutschen Ausgleichsbank, die
Aufbauhilfe Wohngebäude oder die Gemeinschaftsaufgabe ¿Agrarstruktur und Küstenschutz¿,
sind 13.539 Anträge mit einem Volumen von 474,9 Mio. ¿ eingegangen. Bereits
bewilligt sind 8.719 Anträge in Höhe von 213,3 Mio. ¿.
Auf das Spendenkonto der
Landesregierung, das im August 2002 eingerichtet wurde, sind bis heute 925.000
¿ eingegangen. Der Betrag wird für Grenz- und Härtefälle verwendet. Ein Gremium
unter Vorsitz des Ministeriums für Gesundheit und Soziales entscheidet über die
Spendenvergabe. Bislang wurden 211 Anträge mit einem Bewilligungsvolumen von
rd. 585.000 ¿ positiv entschieden. In
der kommenden, für September anberaumten Sitzung wird das Gremium über 97
Anträge aus den Landkreisen und der Landwirtschaft entscheiden. Es ist davon
auszugehen, dass das Sonderkonto dann nahezu ausgeschöpft sein wird.
Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer , der
sich in der vergangenen Woche über laufende und bereits abgeschlossene
Sanierungsarbeiten in den damaligen Flutregionen informiert hat, unterstrich,
dass es in Sachsen-Anhalt keine schwerwiegenden Fälle von Missmanagement bei
der Schadensregulierung gegeben habe. Es gebe allerdings noch Fälle, die
bislang keine Hilfsmaßnahmen erfahren hätten. Dies sei jedoch die Ausnahme. Bau- und Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre
kündigte an, dass solche Sonderfälle künftig direkt von den jeweils zuständigen
Ministerien bearbeitet würden.
Der Regierungschef betonte
erneut, dass die Landesregierung mit dem bereits am 25. März 2003 beschlossenen
Hochwasserschutzkonzept dem Schutz der Menschen vor Hochwasser höchste
Priorität eingeräumt habe. Sachsen-Anhalt stehe als Land mit dem längsten
Elbabschnitt vor einem großen finanziellen Kraftakt.
Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke
informierte darüber, dass sich die Schadenshöhe an Hochwasserschutzanlagen nach
einer genauen Bestandsaufnahme verdoppelt habe. Ursprünglich sei man von 68
Mio. ¿ ausgegangen, inzwischen seien weitere Flutschäden in Höhe von 74 Mio. ¿
bekannt geworden. Allein in diesem Jahr
würde an 600 Stellen auf über 130 km gebaut. Hierfür seien 77 Mio. ¿ vorgesehen.
Die meisten Aufträge seien bereits vergeben. Insgesamt werden laut
Hochwasserschutzkonzeption 310 Mio. ¿ benötigt, um die Deiche auf einer Länge
von ca. 1.340 km bis 2010 in einen DIN-gerechten Zustand zu bringen.
Vor diesem Hintergrund sei nicht
nachvollziehbar, dass der Bund den Küstenschutz mit 70 % kofinanziere, den
Binnenhochwasserschutz dagegen nur mit 60 %. Sachsen-Anhalt wolle daher eine
Bundesratsinitiative zur Gleichbehandlung von Küstenschutz und Binnenhochwasserschutz
einbringen. Mit ihrem nun vorgelegten Entwurf zum Hochwasserschutzgesetz
verursache die Bundesregierung darüber hinaus weitere Kosten für die Länder.
Auch wenn sie die vorgeschlagenen Ansätze aus fachlicher Sicht durchaus teile,
sei es wenig hilfreich, wenn der Bund den Ländern auferlege, ab dem Jahr 2013
den Ackerbau in Überschwemmungsgebieten zu verbieten, ohne gleichzeitig
Aussagen zur Finanzierung zu machen.
Wernicke kündigte ferner an, dass die
Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) Standorte von
Deichrückverlegungen und Polderflächen für steuerbare Flutungspolder vorschlagen
werde. Das Landwirtschafts- und Umweltministerium habe daher die Universität
Karlsruhe beauftragt, bis zum Spätherbst eine Bewertung von vier möglichen Poldern
im Raum Dessau/Wittenberg bis Magdeburg vorzunehmen.
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