Ein Jahr nach der Flut: Ministerpräsident
Böhmer informiert sich über Sanierungsarbeiten in Dessau
12.08.2003, Magdeburg – 373
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 373/03
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 373/03
Magdeburg, den 12. August 2003
Ein Jahr nach der Flut: Ministerpräsident
Böhmer informiert sich über Sanierungsarbeiten in Dessau
Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer
hat heute in Dessau seine Reise ¿Ein Jahr nach der Flut¿ gestartet. Er will
sich vor Ort über laufende und bereits abgeschlossene Sanierungsarbeiten in den
damaligen Flutgebieten Sachsen-Anhalts informieren. In Dessau besichtigt der
Regierungschef den Neubau und die Verstärkung von Deichanlagen am Birnbaumweg,
laufende Sanierungsarbeiten in Schloss und Park Luisium sowie an der
Grundschule Am Luisium. Ferner wird er eine sanierte Fleischerei besuchen.
Der Ministerpräsident betonte zum Auftakt
seiner Reise, dass der Schutz der Menschen vor einer Hochwasserkatastrophe an
oberster Stelle stehe. Die Landesregierung habe entsprechende Regelungen
geschaffen, die diese Prioritätensetzung sicherstellen würde. So habe
Sachsen-Anhalt bereits im März diesen Jahres eine neue Hochwasserschutzkonzeption
vorgelegt. Danach sollen alle Deiche zehn Jahre früher als geplant in einen DIN
gerechten Ausbauzustand versetzt werden. Die Hochwasserschutzkonzeption sehe
außerdem konkrete Pläne für die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten, Deichrückverlegungen
und Flutungspoldern vor.
Der Regierungschef unterstrich, dass
Sachsen-Anhalt als Land mit dem längsten Elbabschnitt vor einem großen
finanziellen Kraftakt stehe. 310 Mio. ¿ würden gebraucht, um die Deiche (ca.
1.340 km) bis 2010 in einen DIN-gerechten Zustand zu bringen. Es sei daher
nicht nachvollziehbar, dass der Bund den Küstenhochwasserschutz mit 70 %
kofinanziere, den Binnenhochwasserschutz aber nur mit 60 %.
Zum Hintergrund:
Daten und Fakten zur Jahrhundertflut und deren Bewältigung
Während des Hochwassers kam es in
Sachsen-Anhalt zu über 300 Deichschäden mit 17 Deichbrüchen sowie 53 Deichschlitzungen
und ¿entlastungssprengungen sowie der Überflutung einer Fläche von ca. 55.000
ha, davon ca. 40.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Es mussten ca. 60.000
Menschen evakuiert werden. Geschädigt wurden 620 landwirtschaftliche Betriebe
und 20 Gartenbaubetriebe. Mehr als 46.000 Rinder, Schweine und Schafe wurden
evakuiert. Dem Hochwasser fiel in Sachsen-Anhalt kein Menschenleben zum Opfer.
Bereits in einer Sondersitzung am 16. August
2002 hat die Landesregierung eine Soforthilfe von zunächst 5 Mio. ¿ für die vom
Hochwasser betroffenen natürlichen Personen bereitgestellt. Die Landkreise und
kreisfreien Städte wurden ermächtigt, Soforthilfen in Höhe von 500 ¿ pro Person
(höchstens jedoch 2.000 ¿ pro Haushalt) auszuzahlen. Mit Kabinettsbeschluss vom
27. August 2002 wurde das Soforthilfeprogramm um weitere 5 Mio. auf 10 Mio. ¿
aufgestockt.
Sichtbare Schäden wurden zunächst an ca. 80
km Deiche festgestellt. Durch weitere Untersuchungen sind augenblicklich ca.
150 km bekannt. Da immer noch Standsicherheitsuntersuchungen und Vermessungen
durchgeführt werden, wird sich auch diese Zahl noch erhöhen. Im vergangenen
Jahr wurden im Rahmen der Sofortschadensbeseitigung 15,8 km Deiche mit einem
Volumen von 19,5 Mio. ¿ DIN gerecht saniert. In diesem Jahr werden mehr als 130
km Deiche saniert. Die Sanierung beinhaltet die Schadensbeseitigung und den DIN
gerechten Ausbau. Es handelt sich um mehr als 600 Maßnahmen in Höhe von ca.
77,7 Mio. ¿.
Für die Wiederherstellung von Wohngebäuden
sind Mittel in Höhe von 94,8 Mio. ¿ vorgesehen. Insgesamt wurden 13.067 Anträge
auf Hilfen zur Wiederherstellung von Wohngebäuden gestellt. 7.763 Anträge mit
einem Volumen von 76,8 Mio. ¿ wurden bewilligt. 3.100 Anträge mussten wegen
fehlender Fördervoraussetzungen abgelehnt werden.
In Höhe von ca. 160 Mio. ¿ liegen Anträge zur
Beseitigung der Schäden an der kommunalen Infrastruktur vor. Davon bewilligt
wurden bisher ca. 100 Mio. ¿.
Es wurden ca. 155 km Straßen durch das Hochwasser
in Sachsen-Anhalt beschädigt. 70 Straßenkilometer konnten bereits
wiederhergestellt werden. Ca. 80 km Schienenwege wurden beschädigt, davon sind
65 km wiederhergestellt.
1.303 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
und der Freien Berufe wurden geschädigt. Die gemeldete Gesamtschadenssumme
beträgt 88,7 Mio. ¿, von denen 26,8 Mio. ¿
bewilligt wurden.
Für die Erstattung von Aufwendungen der
Kommunen für Schadensabwehrmaßnahmen sind Haushaltsmittel in Höhe von 48,5 Mio.
¿ vorgesehen, die nach jetzigem Stand auch ausreichen werden.
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