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Hochschulstrukturplanung: Kabinett gibt
Entwurf zur Anhörung in den Hochschulen frei

16.07.2003, Magdeburg – 352

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 352/03

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 352/03

 

 

 

Magdeburg, den 15. Juli 2003

 

 

 

Hochschulstrukturplanung: Kabinett gibt

Entwurf zur Anhörung in den Hochschulen frei

 

Kultusminister

Prof. Dr. Jan Hendrik Olbertz stellte heute dem Kabinett den Entwurf einer

neuen Hochschulstrukturplanung vor. Nach Prüfung der Vorschläge durch alle

Ministerien und einer Anhörung der betroffenen Hochschulen wird sich das Kabinett

am 12. August mit der Vorlage erneut befassen. 

 

 

In der Präambel des Entwurfs wird

das gut ausgebaute und in weiten Bereichen leistungsfähige System staatlicher

Hochschulen in Sachsen-Anhalt gewürdigt. Dennoch müsse das Hochschulsystem

angesichts der wachsenden Qualitätsansprüche, aber auch aus Gründen der

Haushaltskonsolidierung, kritisch überprüft und weiter profiliert werden.

Angesichts wachsender Relevanz- und Effizienzprobleme wird auch von den

Hochschulen Sachsen-Anhalts Rechenschaft über den Einsatz knapper werdender

öffentlicher Mittel erwartet.

 

Die Hochschulstrukturplanung folgt in

allen wesentlichen Punkten den Anregungen der Arbeitsgruppe Hochschulstrukturen

auf der Grundlage eines Planungsanstoßes aus dem Kultusministerium. Zahlreiche

Hinweise der Hochschulrektoren wurden darin verarbeitet. Zugleich greift die

neue Hochschulstrukturplanung in wesentlichen Punkten einschlägige Empfehlungen

des Wissenschaftsrates sowie den Bericht und die Empfehlungen der ¿Arbeitsgruppe

Wissenschaftsstruktur¿ der Vorgängerregierung vom April 2001 auf.

 

Die wichtigsten Vorschläge betreffen

 

die Lehrerbildung, die mit Ausnahme der

Lehrämter an berufsbildenden Schulen mittelfristig vollständig nach Halle

verlagert werden soll;

 

die ingenieurwissenschaftlichen

Studiengänge an Universitäten, die künftig nur noch an der

Otto-von-Guericke-Universität angeboten werden sollen ¿ in Halle werden

profilbestimmende Forschungsfelder der Ingenieurwissenschaften aufrechterhalten

und ggf. gemeinsamen Studiengängen mit der Fachhochschule Merseburg zu Grunde

gelegt;

 

den Standort Stendal, an dem durch den

Neuaufbau zweier Fakultäten (Betriebswirtschaft und

Rehabilitationspsychologie/Heilpädagogik) ein leistungsfähiges Profil aufgebaut

werden soll - dabei wird eine Verlagerung des Fachbereiches Fachkommunikation/Medien mit dem Studiengang Journalistik/Medienmanagement

an den Standort Magdeburg vorgeschlagen ;

 

ein komplementäres Kooperationsprofil in

der Landwirtschaft zwischen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und

der Hochschule Anhalt (Bernburg);

 

die Aufteilung der Schwerpunkte

Architektur (künftig nur Hochschule Anhalt in Dessau) und Bauingenieurwesen

(künftig nur am FH-Standort Magdeburg).

 

die Aufgabe oder Neuorganisation mehrerer

ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge an Fachhochschulen zu Gunsten einer

Konzentration an ausgewählten Standorten.

 

Mit

diesen Strukturveränderungen könne es gelingen, so Kultusminister Olbertz, ab

2006 ohne Qualitätseinbußen etwa zehn Prozent des Gesamtbudgets der Hochschulen

einzusparen.

 

Mit der Aufgabenkritik und der

Situationsanalyse durch die Arbeitsgruppe sei deutlich geworden, dass es

ungeachtet vieler guter Beispiele Mängel und erhebliche Effizienzreserven an

den einzelnen Hochschulstandorten gibt. ¿Insbesondere

gibt es zu viele Doppel- und Mehrfachangebote bei gleichzeitiger

Unterauslastung, zu wenig hochschulübergreifende Kooperationen und eine

beträchtliche Anzahl von Studiengängen mit niedrigen Studierendenzahlen,

während die Ausstattung stark nachgefragter Studiengänge oft zu wünschen übrig

lässt¿, so der Minister.

 

Die

Hochschulen Sachsen-Anhalts hätten in den letzten Jahren weitgehend unabhängig

voneinander und kaum mit Bezug auf die übergreifende Angebotslage im Land ihre

Studienangebote ausgebaut. Für mehrere Studiengänge sei an ihren jeweiligen

Standorten das Ausbildungsprofil zu schmal, um deutsch­landweit konkurrenzfähig

zu sein. Dazu gehörten u.a. die Studienfächer Design (derzeit an drei

Standorten im Land), Architektur und Musik (jeweils an zwei Standorten). Die

ehrgeizige Hochschulstrukturplanung aus den frühen 90er Jahren sei z.T. von

Prognosen getragen worden, die damals plausibel erschienen, aber von der

tatsächlichen Entwicklung korrigiert wurden.

 

Vor

diesem Hintergrund könne die schwierige Haushaltslage zwar als Auslöser der

neuen Strukturplanung für die Hochschulen angesehen werden, nicht jedoch als Anlass,

erklärte Olbertz. Dieser bestünde vielmehr in den festgestellten Reserven und

prognostizierten Bedarfs- und Nachfrageänderungen, die u.a. mit dem

demografischen Wandel auf die Hochschulen zukämen. Deshalb dienten die

vorgesehenen Strukturänderungen auch unabhängig von der Frage, wie viel Geld

damit im Einzelnen eingespart werden kann, vor allem der Konzentration von

Potenzialen, die an ihren gegenwärtigen Standorten nicht auf Dauer

wettbewerbsfähig sind. Wettbewerbsfähigkeit dürfe nicht allein das Land

Sachsen-Anhalt zum Maßstab haben, sondern Deutschland und Europa insgesamt. ¿Hier rechtzeitig Weichenstellungen

vorzunehmen, ist eine wichtige Aufgabe der Zukunftssicherung des Systems¿, unterstrich der

Kultusminister. Stärken seien zu stärken, Schwachstellen müssten überwunden

werden.

 

¿ Der vorgelegte

Entwurf folgt einer Vision von Hochschulen, denen es gelingt, wissenschaftliche

Exzellenz mit Wirtschaftlichkeit zu verbinden, sich über erkennbare Schwerpunkte

und Profile in der Region gut zu verankern, miteinander zu kooperieren und sich

in moderner Weise selbst zu verwalten und zu bewirtschaften¿, erklärte

Kultusminister Olbertz.

 

Mit den

Zielvereinbarungen haben die Hochschulen Planungssicherheit über drei Jahre und

eine weitgehende Bewirtschaftungsfreiheit der verfügbaren Mittel erhalten. Auf

der Grundlage der Budgets von 2003 wurden ihnen 90% der Haushaltsansätze plus

ein Betrag ¿x¿ in Höhe von maximal zehn Prozent auch für die Folgejahre 2004

und 2005 garantiert. Ein solches

Privileg unter äußerst fragilen finanzpolitischen Rahmenbedingungen habe die

Regierung bisher keinem anderen öffentlichen Sektor eingeräumt. Es sei Ausdruck

für den prominenten Stellenwert der Hochschulen in der Politik der Landesregierung.

 

 

Eine Zusage der verbleibenden zehn Prozent wurde an die

Verpflichtung gebunden, an der Entwicklung eines neuen Hochschulstrukturplanes

für Sachsen-Anhalt mitzuwirken. ¿ Die Hochschulen sind im Rahmen der Arbeitsgruppe

dieser Verpflichtung nachgekommen¿, so Kultusminister Olbertz.

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei

des Landes Sachsen-Anhalt

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Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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