Aktuelle Debatte im Landtag zum Vorziehen der
3. Stufe der Steuerreform / Finanzminister Paqué: Vorziehen ist wünschenswert ?
Bund muss aber Ausfälle für Länder und Kommunen kompensieren
03.07.2003, Magdeburg – 33
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 033/03
Ministerium der
Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 033/03
Magdeburg, den 3. Juli 2003
Aktuelle Debatte im Landtag zum Vorziehen der
3. Stufe der Steuerreform / Finanzminister Paqué: Vorziehen ist wünschenswert ¿
Bund muss aber Ausfälle für Länder und Kommunen kompensieren
Sachsen-Anhalts Finanzminister Karl-Heinz Paqué hat heute in einer Landtags-Debatte
das von der Bundesregierung geplante Vorziehen der 3. Stufe der Steuerreform
als ¿durchaus wünschenswert¿ bezeichnet. Allerdings müsse der Bund seiner
gesamtstaatlichen Verantwortung nachkommen und die Finanzierung der
Steuerausfälle in den Ländern und Kommunen im nächsten Jahr übernehmen.
Er bezifferte die Ausfälle für Sachsen-Anhalt durch das Vorziehen nach
aktualisierten Schätzungen auf etwas über 200 Millionen Euro, für die Kommunen
rund 20 Millionen Euro. Paqué erinnerte daran, dass Sachsen-Anhalt im kommenden
Jahr ohnehin rund 450 Millionen Euro weniger Steuern (inklusive
Finanzausgleich) einnehmen wird als noch im Jahr 2000. Dieses auszugleichen und
gleichzeitig die mittlerweile eingetretenen Besoldungs- und Tarifsteigerungen
gegen zu finanzieren, bedeute einen enormen Kraftakt.
Er sei sich sicher, so Paqué, dass die 3. Entlastungsstufe
verabschiedet werden könne. Er betonte jedoch: ¿Die Entlastung der Länder und
Kommunen von den zu erwartenden Mindereinnahmen ist die zwingende Voraussetzung
für einen Konsens in dieser Frage.¿
Zur Finanzierung des Vorziehens sagte Paqué, es müsse sofort mit dem
Abbau von Subventionen begonnen werden. Allerdings müsse der Bund zusätzlich
Beteiligungen veräußern, etwa Aktien der Telekom, da nicht über Nacht 16
Milliarden Euro an Subventionen abgebaut werden könnten.
Er forderte den Bund auf, den Umsatzsteueranteil der Länder und Gemeinden
2004 einmalig zu erhöhen, um die Einnahmeausfälle auszugleichen.
Angesichts der tiefsten Wirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte
der Bundesrepublik warteten die Menschen auf Lösungen. Das vorzeitige Senken
der Einkommensteuer könne ein wichtiger materieller und auch psychologischer Beitrag
zur Förderung von Beschäftigung und Prosperität sein.
Paqué betonte aber die nur kurzfristigen konjunkturellen Effekte, die
sich durch das Vorziehen ergäben. Er sagte: ¿Ab 2005 ändert auch das Vorziehen
auf der Seite der Besteuerung nichts. Ab 2005 sind wir wieder dort, wo wir
ohnehin auch ohne das Vorziehen wären. Das bedeutet: Jeder Abbau von
Steuervergünstigung, der zur Finanzierung des Vorziehens eingesetzt wird,
bedeutet ab 2005 eine Erhöhung der Steuerbelastung im Vergleich zu den
bisherigen Plänen. Die eigentlichen Hausaufgaben sind aber dann immer noch
nicht gemacht. Wir brauchen nämlich einen großen Wurf ¿ eine Reform der
Einkommensteuer, die auf breiter Front die Steuertarife senkt und dann im
Gegenzug Steuervergünstigungen beseitigt.¿
Impressum:
Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Editharing 40
39108 Magdeburg
Tel: (0391) 567-1105
Fax: (0391) 567-1390
Mail:
thiel@mf.lsa-net.de
Impressum:Ministerium der FinanzenPressestelleEditharing 4039108 MagdeburgTel: (0391) 567-1105Fax: (0391) 567-1390Mail: presse.mf@sachsen-anhalt.de






