Finanzminister Karl-Heinz Paqué: Kein
Vorziehen der Steuerreform auf Pump
30.06.2003, Magdeburg – 32
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 032/03
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 032/03
Magdeburg, den 29. Juni 2003
Finanzminister Karl-Heinz Paqué: Kein
Vorziehen der Steuerreform auf Pump
Finanzminister
Paqué fordert die Bundesgierung auf, schnellstmöglich zu erklären, wie genau
die Gegenfinanzierung des geplanten Vorziehens der Steuerreform aussehen soll.
Paqué wörtlich: "Wir müssen wissen, ob die Bundesregierung den Ländern und
Gemeinden zusätzliche Lasten aufbürden will. Eben dies darf nicht
geschehen." Die Haushalte von Ländern und Kommunen seien bereits auf
äußerste angespannt. Paqué: ¿Wir in Sachsen-Anhalt leiden schon massiv unter
den Steuerausfällen (470 Mio. Euro), die ohnehin für das nächste Jahr
prognostiziert sind. Ein weiterer Einbruch ohne Kompensation an anderer Stelle
wäre für uns nicht hinnehmbar." Paqué betont, dass eine solche
Kompensation auch darin bestehen könnte, dass der Bund die Länder und Kommunen
von bundesrechtlich festgelegten Verpflichtungen befreit.
Für Paqué ist das
Vorziehen der Steuerreform für sich genommen aus konjunkturpolitischer Sicht
wünschenswert, aber es kann als politische Maßnahme nicht ohne die Frage der
Gegenfinanzierung beurteilt werden. ¿Dabei begrüßen wir grundsätzlich Schritte
des Bundes in Richtung Abbau von Subventionen und erst recht Privatisierungen
in Form des Verkaufs von Bundesbeteiligungen; wir lehnen aber zusätzliches
Schuldenmachen ab. Das kann sich weder Sachsen-Anhalt noch der Bund
leisten."
Paqué weist darauf
hin, dass der Bund nicht zum dritten Mal dafür sorgen darf, dass die
Maastricht-Kriterien der Nettokreditaufnahme in Deutschland verletzt werden.
Paqué wörtlich. ¿Die Bundesregierung verspielt den Rest ihrer Glaubwürdigkeit,
wenn sie ein Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform auf Pump finanziert.
Mit den bisher bekannten Beschlüssen von Neuhardenberg droht der Abschied von
einer stabilitätspolitischen Orientierung, die seit Jahrzehnten zu den
Grundfesten deutscher Politik gehört."
Im übrigen fordert
Paqué die Bundesregierung auf, den Menschen ehrlich zu sagen, dass sie
längerfristig die Steuerbelastung gegenüber früheren Planungen erhöht und nicht
senkt. Vorziehen heiße doch: Geplantes früher durchführen, den Menschen also
gerade mal für zwölf Monate weniger Belastung zu gewähren. Im Gegenzug würden
Steuervergünstigungen gestrichen, und zwar auf Dauer. Für 2004 würde gegenüber
früheren Planungen die Steuerbelastung gesenkt, ab 2005 dagegen erhöht. Paqué
wörtlich: ¿Dies ist die Fortsetzung der Steuerbelastungspolitik, die bereits im
Steuervergünstigungsabbaugesetz angelegt wurde. Sie führt auf längere Sicht
eben nicht zu mehr Wachstum und Beschäftigung."
Impressum:
Ministerium der
Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Editharing 40
39108 Magdeburg
Tel: (0391) 567-1105
Fax: (0391) 567-1390
Mail:
thiel@mf.lsa-net.de
Impressum:Ministerium der FinanzenPressestelleEditharing 4039108 MagdeburgTel: (0391) 567-1105Fax: (0391) 567-1390Mail: presse.mf@sachsen-anhalt.de






