Sachsen-Anhalt will Chancen der
EU-Erweiterung nutzen / Internet-Seiten zur Erweiterung freigeschaltet
16.06.2003, Magdeburg – 291
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 291/03
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 291/03
Magdeburg, den 16. Juni 2003
Sachsen-Anhalt will Chancen der
EU-Erweiterung nutzen / Internet-Seiten zur Erweiterung freigeschaltet
Die
bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union eröffnet Sachsen-Anhalt neue
Chancen. Dies geht aus einem Bericht über die Auswirkungen der Erweiterung auf
Sachsen-Anhalt hervor, den die Landesregierung in ihrer heutigen
Kabinettssitzung beraten hat. Anlass ist die für den 20. Juni 2003 vorgesehene
Abstimmung im Bundesrat zum Gesetzentwurf über den Beitrittsvertrag.
Europaminister und Chef der Staatskanzlei, Rainer Robra: ¿Sachsen-Anhalt wird
diesem Gesetz und damit dem Beitritt von zehn Ländern zur EU zustimmen. Die Erweiterung
ist eine politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Notwendigkeit. Sie
bietet die Chance, Frieden, Freiheit, Demokratie, Stabilität und Wohlstand in
ganz Europa langfristig zu sichern. Die Unterstützung Sachsen-Anhalts für die
EU-Erweiterung ist auch ein Ausdruck der Solidarität mit jenen Staaten, die die
deutsche Einheit maßgeblich mit ermöglicht haben.¿
Europaminister
Rainer Robra: ¿Um die Öffentlichkeit noch besser über die Erweiterung und ihre
Auswirkungen zu informieren, hat die Landesregierung heute neue Seiten im Internet-Portal
freigeschaltet. Diese Seiten sind unter www.europa.sachsen-anhalt.de in der Rubrik ¿Sachsen-Anhalt in
Europa¿ zu finden.¿
Zudem
wird demnächst eine von der Europäischen Kommission unterstützte
Informationskampagne starten. Diese umfasst eine Reihe von Veranstaltungen, die
über die Beitrittsländer informieren und einen Dialog über die Erweiterung
ermöglichen. Veranstalter sind u. a. die IHK Halle-Dessau, die Handwerkskammer
Halle, die Landeszentrale für politische Bildung und die Auslandsgesellschaft
Sachsen-Anhalt.
Robra
unterstrich, dass sich durch den Beitritt der mittel- und osteuropäischen
Staaten zur EU neue Möglichkeiten für die Wirtschaft Sachsen-Anhalt ergäben.
Sachsen-Anhalt rücke aus seiner Randlage in der heutigen EU in das Zentrum
einer erweiterten Union. Durch die Erweiterung wachse der EU-Binnenmarkt um ca.
80 Mio. Menschen und damit potenzielle Konsumenten. Schon jetzt zählten mit
Polen und Tschechien zwei der Beitrittsländer zu den wichtigsten
Außenhandelspartnern unseres Landes. Das Volumen der Ausfuhren Sachsen-Anhalts
in die Beitrittsländer sei seit Jahren kontinuierlich gestiegen. Das
Wirtschaftswachstum in den Beitrittsländern liege z. T. deutlich über dem in
Deutschland und schaffe so die Voraussetzung für Nachfrage an Produkten und
Dienstleistungen sowie Investitionen. Durch die Verpflichtung zur Übernahme des
Rechtsbestandes der EU müssten die Beitrittsländer in den kommenden Jahren in
vielen Bereichen gewaltige Investitionen vornehmen, um die EU-Standards
speziell in den Bereichen Umweltschutz sowie Ver- und Entsorgung zu erfüllen
oder die Infrastruktur zu modernisieren. Schätzungen gingen von einem
Auftragsvolumen in dreistelliger Milliardenhöhe aus, an dem Unternehmen in
Sachsen-Anhalt partizipieren könnten. Auch der Landwirtschaft und
Ernährungswirtschaft böten sich zusätzliche Absatzchancen.
Gleichwohl
seien mit dem Beitritt der zehn Länder zur EU auch Risiken verbunden. So
müssten z. B. die Wirtschaft und Landwirtschaft mit verstärkter Konkurrenz aus
den Beitrittsländern aufgrund des noch vorhandenen deutlichen Lohngefälles und
geringerer Produktionskosten rechnen. Als weiteres Risiko müsse die derzeit
noch offene Regelung der Strukturförderung nach 2006 in Ostdeutschland
angesehen werden. Der Europaminister: ¿Hier setzt sich die Landesregierung
intensiv für eine weitere Förderung ein, die der wirtschaftlichen Situation
Sachsen-Anhalts angemessen ist.¿ Der Gefahr massenhafter Migration von
Arbeitskräften nach Deutschland sei im Beitrittsvertrag mit der Festlegung von
Übergangsfristen von bis zu sieben Jahren begegnet worden, während derer der
Zugang von Arbeitnehmern aus den Beitrittsländern ganz oder teilweise
beschränkt werden kann. Somit sei nicht mit negativen Auswirkungen auf den
Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt zu rechnen. Auch für die innere Sicherheit
ergäben sich aus der Erweiterung nicht zwangsläufig negative Folgen für
Sachsen-Anhalt. Zum einen erfolge der Wegfall von Grenzkontrollen zwischen
Deutschland und den Beitrittsländern erst, wenn die Anforderungen des
Schengener Abkommens zur wirksamen Kontrolle der neuen EU-Außengrenzen erfüllt
seien. Zum anderen werde die Übernahme des Rechtsbestandes der EU eine bessere
Kriminalitätsbekämpfung in den Beitrittsländern ermöglichen.
Europaminister
Robra betonte, dass das Land in vielfältiger Weise vor allem die Wirtschaft
unterstütze, damit die Chancen der Erweiterung genutzt würden. ¿Trotz der
notwendigen Sparbemühungen sollen auch zukünftig Unterstützungsmaßnahmen zur
Belebung von Wirtschaftskontakten und zur Steigerung der Absatzchancen heimischer
Unternehmen durchgeführt bzw. finanziell gefördert werden. Hierzu zählen nicht
nur die Gewährung von Fördermitteln, sondern auch die Durchführung
außenwirtschaftlicher Informationsveranstaltungen, die Vermittlung von
Kontakten und Ansprechpartnern sowie die Durchführung verschiedener
Delegationsreisen unter Teilnahme einheimischer Unternehmen wie jüngst in die
baltischen Staaten¿, so Robra. Um weitere Marktanteile für Unternehmen zu
erschließen, werde das Land ferner Kooperationsbörsen,
Informationsveranstaltungen, Lieferantenforen und Unternehmerreisen von Kammern
und Verbänden sowie Messeteilnahmen fördern sowie eigene Delegationsreisen mit
Unternehmensvertretern durchführen. Die langjährigen Beziehungen zwischen
Sachsen-Anhalt und den Beitrittsländern würden dabei als Basis für weitere enge
Kooperationen dienen. Mit den Maßnahmen der Landesregierung würden die Angebote
der Kammern zur Vorbereitung der Wirtschaft auf die EU-Erweiterung wirksam ergänzt.
Impressum:
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