Bundesratsinitiative zur Grünen Gentechnik/
Staatssekretär Aeikens: ?Brauchen klare Vorschriften statt Blockaden?
06.05.2003, Magdeburg – 213
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 213/03
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 213/03
Magdeburg, den 6. Mai 2003
Bundesratsinitiative zur Grünen Gentechnik/
Staatssekretär Aeikens: ¿Brauchen klare Vorschriften statt Blockaden¿
Sachsen-Anhalt kann wegen gesetzgeberischer
Blockaden seine Potenziale in der Grünen Gentechnik nicht nutzen. Die
Landesregierung hat daher in ihrer heutigen Kabinettssitzung beschlossen, zu
dieser Thematik eine Bundesratsinitiative zu starten. Ziel ist der Abbau
bestehender Hemmnisse beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen.
Sachsen-Anhalt fordert, dass bereits
bestehende EU-Rechtsvorschriften vom Bund unverzüglich in nationales Recht
umgesetzt und angewendet werden, um die Voraussetzungen für eine Trendwende
beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland zu schaffen. Darüber
hinaus sollen durch die EU Vorschläge über Schwellenwerte, Kennzeichnung und
Rückverfolgbarkeit schnellstmöglich verabschiedet werden. Umweltstaatssekretär
Dr. Hermann Onko Aeikens: ¿Mit diesen Regelungen können auch die Verbraucherrechte
umfassend gesichert werden.¿
Ziel der Bundesratsinitiative ist, dass
Deutschland in dem Bereich der Grünen Gentechnik den Anschluss an die weltweite
Entwicklung wieder findet und auch Sachsen-Anhalt von den wirtschaftlichen Chancen
profitiert. Aeikens: ¿Wir haben beste Ressourcen in Landwirtschaft und
Züchtungsforschung. Damit wir etwas daraus machen können, brauchen wir klare Vorschriften
für einen verantwortungsvollen Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen und
keine Blockaden.¿ Auch Züchter und Forscher könnten ohne verlässliche
rechtliche Grundlagen nicht arbeiten.
Pflanzenzucht und Kulturpflanzenforschung und
damit auch die Grüne Gentechnik sind wichtige Potenziale des
Biotechnologiestandortes Sachsen-Anhalts. Mit der gestarteten
Biotechnologie-Offensive will das Land die Entwicklung der Biotechnologie in
Sachsen- Anhalt forcieren.
Die weltweite Anbaufläche für gentechnisch
veränderte Pflanzen (GVP) stieg im Jahre 2002 auf etwa 58 Mio. Hektar an. Die
Europäische Union blieb von dieser Entwicklung unberührt. Lediglich in Spanien
wurden etwa 25.000 Hektar gentechnisch veränderter Mais angebaut. In
Deutschland sind bislang lediglich 16,5 Tonnen transgener Mais für den
kommerziellen Anbau im Jahre 2003 freigegeben worden, was etwa einer bundesweiten
Anbaufläche von 800 Hektar entspricht.
Auch in Sachsen-Anhalt ist eine deutliche
Abnahme der Freisetzungsversuche zu verzeichnen. Waren es im Jahr 2000 noch
1720 Freisetzungen an zwölf Standorten so sind für das Jahr 2003 lediglich neun
Freisetzungsversuche angekündigt. Die Bundesanstalt für Züchtungsforschung will
in Sachsen-Anhalt gentechnisch veränderte Kartoffeln und Äpfel freisetzen. Das
Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben plant drei
Versuche mit Kartoffeln und die Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg, wird Pappeln
freisetzen. Weiterhin plant die Firma Monsanto die Freisetzung von gentechnisch
verändertem Mais.
Ursache für die Stagnation des GVP-Anbaus in
der EU und in Deutschland ist ein seit 1998 bestehendes De-facto-Moratorium für
alle Neuzulassungen von gentechnisch veränderten Organismen. Seitdem sind nicht
nur die Anmeldungen für den GVP-Anbau, sondern auch die Feldversuche für die Forschung
drastisch zurückgegangen.
Zwischenzeitlich wurde jedoch die sogenannte
Freisetzungsrichtlinie novelliert und Vorschriften für die absichtliche
Freisetzung weiter verbessert sowie eine solide Basis für ein transparentes und
verantwortungsbewusstes Bewertungs- und Anbaumanagement geschaffen. Außerdem hat
man im Europäischen Rat eine politische Einigung zu weiteren Rahmenbedingungen
wie Schwellenwerten, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit erreicht.
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Domplatz 4
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de






