20. Hallesches Wirtschaftsgespräch/
Ministerpräsident Böhmer: Innovationen Voraussetzung für Wirtschaftswachstum
28.04.2003, Magdeburg – 189
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 189/03
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 189/03
Magdeburg, den 28. April 2003
20. Hallesches Wirtschaftsgespräch/
Ministerpräsident Böhmer: Innovationen Voraussetzung für Wirtschaftswachstum
Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer
war heute der Hauptredner beim 20. Halleschen Wirtschaftsgespräch an der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das Gespräch stand unter dem Thema
¿Mitteldeutschland braucht innovatives Wirtschaftswachstum¿. In seinem Vortrag
hob der Ministerpräsident die Bedeutung von Innovationen für die
wirtschaftliche Entwicklung einer Region hervor. Wesentliches Ziel für
Mitteldeutschland müsse es sein, an die erfolgreiche Zeit im ersten Drittel des
20. Jahrhunderts anzuknüpfen, als die Region die wirtschaftlich stärkste in
Deutschland gewesen sei. Erfolgreich sei man damals vor allem gewesen, weil die
Region die innovativste in Deutschland war.
Für Innovationen, so der Regierungschef, sei
nicht allein die Wirtschaft zuständig. Es müssten auch die Rahmenbedingungen
stimmen. Hier sei die Politik gefordert. Ministerpräsident Böhmer forderte von
der Bundesregierung zügige Reformschritte ein. Dies betreffe nicht nur die
Reform der sozialen Sicherungssysteme. Der Bund müsse bei der Setzung von
Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung mehr Mut zu Flexibilität
zeigen. So forderte der Ministerpräsident bei bundesweiten Vorschriften
Öffnungsklauseln für Gebiete mit besonders hoher Arbeitslosigkeit und
unterdurchschnittlichem Bruttoinlandsprodukt. Dies sei kein Ost-West-Problem,
sondern müsse für wirtschaftlich schwache Regionen im Westen ebenso gelten. Der
Regierungschef betonte, dass man sich über den Bundesrat gemeinsam mit Sachsen
und Thüringen für Deregulierung und Bürokratieabbau einsetze.
Im eigenen Verantwortungsbereich habe man im
letzten Jahr mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, das Klima für
Investitionen und Innovationen zu verbessern. Ministerpräsident Böhmer nannte
hier die Investitionserleichterungsgesetze, die Ansiedlungsoffensive, die
Gründung einer Investitions- und Strukturbank wie auch die Einsetzung eines
Innovationsrates und die Aufhebung der Beschränkung der Geschäftstätigkeit der
IBG Beteiligungsgesellschaft auf das Land Sachsen-Anhalt.
Der Regierungschef warnte jedoch vor überzogenen
Erwartungen an die Politik. Sie könne immer nur Rahmenbedingungen vorgeben. Wo
Kreativität fehle und an alten Zöpfen festgehalten werde, könnten auch beste
Rahmenbedingungen keine Wirkung entfalten. Die Aufgabe der Entwicklung innovativer
und konkurrenzfähiger Produkte und neuer Ideen bei der Betriebsorganisation und
der Vermarktung könne niemand den Unternehmen abnehmen. Auch in
Forschungseinrichtungen und Hochschulen sei Kreativität nicht nur im Bereich
der Forschung gefragt.
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