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Pressemeldungen der Polizei

Ergänzungsmeldung zur unbekannten Getöteten Person
(Stadt Dessau-Roßlau)

23.05.2017, Dessau-Roßlau – 48

  • Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost

 

 

bereits

am 14.11.2016 veröffentlicht:

 

?Fund einer unbekannten Leiche

 

In den Mittagsstunden des 05. Juli 2016

informierte ein Paddler, der auf der Elbe unterwegs war, die Polizei über ein

Behältnis, worin sich möglicherweise ein menschlicher Körper befindet.

 

Beamte des Wasserschutzpolizeireviers

Magdeburg kamen zum Einsatz. Die Beamten bestätigten gegen 13:20 Uhr, dass es

sich um ein metallisches Behältnis handelt, in dem sich eine menschliche Leiche

befindet.

 

Gemeinsam mit Kräften der Feuerwehren

Vockerode und Waldersee konnte das Behältnis samt Leichnam aus dem Wasser der

Elbe geborgen und anschließend zur gerichtsmedizinischen Untersuchung nach

Halle (Saale) überführt werden.

 

Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau leitete

ein Todesursachenermittlungsverfahren ein, um die Identität des Leichnams und

die Umstände des Todes zu klären.

 

Darüber hinaus prüfte die Polizei  - auch länderübergreifend - mögliche Zusammenhänge

zu aktuellen Vermisstenfällen.  

 

 

 

Erste Rechtsmedizinische Untersuchungen

 

Nach dem Ergebnis der ersten

rechtsmedizinischen Untersuchung handelt es sich bei der Person, die tot in der

Elbe gefunden wurde, um einen Mann.

 

Der Leichnam weist zudem Verletzungen auf,

wonach der bislang Unbekannte  Opfer

eines Tötungsverbrechens geworden ist.

 

Zur Beschreibung des Getöteten liegen

derzeit folgende Erkenntnisse vor:

 

männlichca. 45 ? max. 60 Jahre altathletische Staturcirca 75 kg schwercirca 180 cm groß

 

Auf dem linken Unterarm findet sich in schwarzer

Farbe die Tätowierung ?Michaela? (Abbildung 1), auf dem rechten Ringfinger trug

der Leichnam einen goldenen Ring, der innen ebenfalls die Gravur ?Michaela? (Abbildung

2) aufweist.Auf Grund des Zustandes der Leiche geht die Gerichtsmedizin davon aus, dass der Tod

des Mannes mehrere Wochen vor dem Auffinden eingetreten sein dürfte.Die Kiste

 

Der Getötete wurde in einer Kiste

aufgefunden. Es handelt sich um eine Metallkiste ähnlich einer Werkzeugtruhe

(Abbildungen 3 u. 4), die in dieser Ausführung bis 1991 in großer Stückzahl

produziert wurde. Die Kiste trägt an der Vorderseite eine markante individuelle

Aufschrift in schwarzer Farbe. An der Innenseite des Deckels befinden sich zwei

Aufkleber, wobei einer die Aufschrift ?Original BETRA Qualität? trägt

(Abbildung 5). Der zweite Aufkleber zeigt zwei Mainzelmännchen und die

Aufschrift ?ZDF? (Abbildung 6). rekonstruiertes

Portrait des TotenDurch das Landeskriminalamt des

Landes Sachsen-Anhalt konnte ein rekonstruiertes Portrait des unbekannten

Toten erstellt werden. So könnte der Mann vor seiner Tötung ausgesehen haben

(Abbildung 7).

 

Der Fundort des Leichnams

 

Zwischenzeitlich haben kriminaltechnische

Untersuchungen ergeben, dass  die Kiste,

in der sich der Leichnam befand, von der Elbebrücke der Bundesautobahn 9  (Abbildung 8) in die Elbe gelangt ist.

 

Diese Elbebrücke befindet sich auf dem

Autobahnabschnitt zwischen den Anschlussstellen Coswig und Vockerode. Die BAB 9

verbindet die Städte Berlin und München und wird stark durch Pendler,

Touristen, den Güterkraftverkehr und auch von einheimischen Autofahrern frequentiert.Es

ist nach derzeitigem Ermittlungsstand davon auszugehen, dass bislang unbekannte

Personen die Kiste mit dem Leichnam bis zum 05. Juli 2016 mit einem Fahrzeug

auf die Elbebrücke transportierten und diese von dort oben direkt in den Fluss

warfen.

 

Isotopenanalyse und GesichtsweichteilrekonstruktionIm

Rahmen der Ermittlungen zur Identität des bislang unbekannten getöteten Mannes,

welcher am 05. Juli 2016 in der Elbe in einer Kiste aufgefunden wurde, haben

Staatsanwaltschaft und Polizei sowohl eine Isotopenanalyse

als auch ein Gesichtsweichteilrekonstruktion

in Auftrag gegeben.IsotopenanalyseDas

rechtsmedizinische Institut in München hat am Leichnam des Getöteten bio-chemische Untersuchungen (Isotopenanalysen)

vorgenommen. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass sich der Unbekannte

seit mindestens zehn Jahren in Deutschland aufhielt, jedoch ursprünglich nicht aus

in Mitteleuropa stammt. Den Untersuchungen zufolge dürfte der Getötete etwa bis

zu seinem 35. Lebensjahr im südöstlichen Europa (z. B. ehem. Jugoslawien, Serbien,

Rumänien, Bulgarien, etc.) aufgewachsen sein und gelebt haben, bevor er nach

Deutschland kam.  Dort dürfte er eher im

Binnenland und weniger an der Küste gelebt haben.GesichtsweichteilrekonstruktionDie Rekonstruktion der Gesichtsweichteile erfolgte

durch das Landeskriminalamt des Landes Sachsen-Anhalt. Im Ergebnis liegen

nunmehr zwei Abbildungen (Abbildungen 9 u. 10) vor, die das Äußere des Getöteten

vor seinem Tod zeigen.Fragen

der Ermittler

 

 

Wer ist der Getötete?

Wer hat den Mann vor dem 5. Juli 2016 gesehen?

Wo wurde der Mann vor dem 5. Juli 2016 gesehen?

Wer kann Angaben zu den abgebildeten Gegenständen (Ring, Kiste)

sowie zu der Tätowierung machen?

Wer hat vor dem 5. Juli 2016 relevante Beobachtungen

im Bereich der genannten Elbbrücke gemacht?

 

Trotz zahlreicher

Veröffentlichungen im In- und Ausland konnte der Getötete noch nicht identifiziert

werden. Bislang haben viele Bürgerinnen und Bürger Hinweise zur Identität des

Toten an die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost herangetragen. Mit diesen

Hinweisen haben Sie die Ermittlungen hilfreich unterstützt, wobei diese noch

nicht zur Identifizierung des Mannes führten.

 

Mit diesem ergänzenden

Zeugenaufruf bitten Staatsanwaltschaft und Polizei erneut um Hinweise aus der

Bevölkerung. Möglicherweise können Sie entscheidende Hinweise geben, die die

Ermittlungen vorantreiben. Auch wenn Sie meinen, dass Ihre Wahrnehmungen nicht

sachdienlich seien, können diese für die Polizei von großer Bedeutung sein.

Scheuen Sie sich nicht, uns zu kontaktieren!

 

Sachdienliche Hinweise nehmen wir

unter der Rufnummer 0340/6000-291 oder per E-Mail unter lfz.pd-ost@polizei.sachsen-anhalt.de

entgegen. Sie können sich auch persönlich an Ihre örtliche Polizeidienststelle

wenden.? Bislang

ist es nicht gelungen, den Unbekannten zu identifizieren. Die Auswertung

zahlreicher Hinweise aus dem gesamten Bundesgebiet sowie dem europäischen

Ausland führte ebenso wenig zur Identifizierung des Mannes, wie die

umfangreichen kriminaltechnischen Untersuchungen der gesicherten Spuren.

 

Staatsanwaltschaft

und Polizei haben sich nunmehr entschlossen, ein Foto vom Gesicht des Mannes,

welches nach seinem Auffinden gefertigt wurde, zu veröffentlichen. Dieses soll

besonders in Wochenblättern mit hoher Auflage, in Tageszeitungen mit bestimmtem

Abonnentenkreis sowie in Online-Medien verbreitet werden. Eine erneute Veröffentlichung

des Sachverhalts im Radio und Fernsehen wird ebenfalls als hilfreich angesehen.

 

 

Darüber

hinaus wird derzeit die Veröffentlichung von Handzetteln vorbereitet. Diese

sollen auf landwirtschaftlichen Betrieben im Westen Brandenburgs an Mitarbeiter

bzw. Erntehelfe ausgehändigt werden. Ziel ist es, Personen, die mit den

bisherigen Veröffentlichungen nicht erreicht werden konnten, um Hinweise zu

bitten. Möglicherweise können auch Mitarbeiter von Spargelhöfen sachdienliche

Hinweise geben.

 

Eine

ausführliche Berichterstattung zu diesem Fall mit den Fahndungsfragen findet am

28.05.2017 in der MDR Fernsehsendung Kripo live statt. Dazu wird der

Staatsanwalt Olaf Braun als Gast im Kripo live Studio anwesend sein.Frank

Pieper                                                    

 

Pressesprecher

                                    

 

Staatsanwaltschaft

Dessau-Roßlau 

 

 

 

Sebastian

Opitz

 

Pressesprecher

 

Polizeidirektion

Sachsen-Anhalt Ost

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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