Aktuelle Pressemitteilungen - Sachsen-Anhalt
Projektgruppe Cargo des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt und Europol unterstützen polnische Behörden bei Festnahmen zu Ladungsdiebstählen
05.03.2019, Magdeburg – 2
- Landeskriminalamt
Gorzow/Polen: Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt wertet
bundes- und europaweit Ladungsdiebstähle durch Planenschlitzen im eigens dafür
ins Leben gerufenen und von der EU geförderten Projekt Cargo aus. Die gewonnenen
Erkenntnisse werden dabei den beteiligten in- und ausländischen Polizeibehörden
zur Verfügung gestellt und an Europol geliefert. Europol prüft in einer
internationalen Datenbank, ob es Übereinstimmungen mit Fällen in anderen
Ländern gibt und koordiniert die Zusammenarbeit der nationalen Sicherheitsbehörden.
Durch diese internationale Zusammenarbeit konnten die
polnischen Sicherheitsbehörden im Januar zehn Verdächtige festnehmen und Diebesgut
im Wert von über 100.000 Euro sicherstellen.
Am 10. Januar 2019 führte das Zentrale Ermittlungsbüro
der Polizei Gorzow Wielkopolski einen Einsatz gegen Planenschlitzer, die seit zwei
Jahren in Polen, Dänemark, Italien, Österreich, Tschechien und der Slowakei
tätig waren. Am Einsatz waren ca. 200 Polizisten und Beamte der polnischen
Zoll- und Finanzbehörden, tschechische, österreichische und deutsche
Polizeibeamte beteiligt.
Sechs der Verdächtigen wurden von SEK-Beamten aus
Warschau und Gorzow unmittelbar beim Entladen gestohlener LKW-Ladungen
festgenommen, vier Weitere im Laufe der Durchsuchungen von 30 Wohnungen, Keller,
Garagen und Lagerräumen. Zahlreiche Beweismittel und diverses Diebesgut wurden
beschlagnahmt. In den Lagern fanden die Ermittler hochwertige Heim- und Elektrogeräte
sowie Rasenmäher, Motorsägen etc.
Darüber hinaus beschlagnahmten die polnischen Behörden
Luxusfahrzeuge und Vermögen der Bandenmitglieder in Höhe von ca. 600.000 Euro.
Den Verdächtigen wird vorgeworfen, als Bande in mehr
als 40 Fällen Ladungen von LKW entlang der Autobahnen in mehreren europäischen
Ländern entwendet zu haben. Dabei gingen sie immer arbeitsteilig vor. Die sog. Schlitzer
waren für die Auswahl der Ware zuständig. Dazu schnitten sie nachts auf den
Parkplätzen die Planen der LKW-Auflieger auf. War die Ware von Interesse,
informierten sie die sog. Transporteure. Die verluden das Diebesgut auf
Kleintransporter mit gefälschten Kennzeichen und brachten es umgehend nach
Polen. Dort wurde die Ware gelagert und durch die Verkäufer weiter veräußert.
Um Deutschland machte diese Bande in den
zurückliegenden Monaten einen großen Bogen, weil einige Mitglieder bereits mit
Haftbefehl gesucht wurden. Sie sollen vorwiegend in Süddeutschland diverse
Diebstähle begangen haben.
Zum Hintergrund der Projektgruppe
Cargo:
Ziel des Projekts Cargo ist u. a. die
Zusammenfassung aller Fälle von Ladungsdiebstahl in eine länderübergreifende
Datenbank, das Betreiben einer Diebesgutdatenbank, die Koordinierung der
Ermittlungen auf nationaler Ebene und die Verbesserung der internationalen
Zusammenarbeit, insbesondere über Europol. Das Projekt CARGO startete am
01.07.2018. Es ist für einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt und von der EU
gefördert.
So wurden von den Landeskriminalämtern
Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, dem BKA, Europol und
Eurojust eine Partnerschaftsdeklaration unterzeichnet, in der die
avisierten Ziele der Zusammenarbeit formuliert wurden. Weitere Partnerschaften
bestehen mit internationalen Projektteilnehmern wie Polen, Frankreich und
Österreich.
Vertreter der Polizeibehörden aus Schweden,
Dänemark und den Niederlanden haben ihr Interesse bekundet und prüfen aktuell
die rechtlichen Voraussetzungen zur Teilnahme am Projekt. Aufgrund der hohen
Mobilität der Täter und deren internationaler Tatbegehung erstreckt sich der
räumliche Wirkungsbereich des Projektes auf alle EU-Mitgliedstaaten. Die
Teilnahme am Projekt ist insbesondere für Staaten vorgesehen, die
Herkunftsland, Rückzugsraum oder Aktionsraum der Straftäter sind. In
Abhängigkeit von der Lageentwicklung ist demnach eine Projektbeteiligung
weiterer Staaten möglich.
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