Das Landeswappen

Anhalts Bär und preußischer Adler

Landeswappen von Sachsen-Anhalt (Achtung: nur für staatliche Stellen)
Landeswappen

Hier lesen Sie die ausführliche Beschreibung des Wappens.

Das Wappen des Landes Sachsen-Anhalt - durch Gesetz vom 29.Januar 1991 eingeführt - symbolisiert in seiner Gestaltung die historischen und territorialen Entwicklungslinien, die am 3. Oktober 1990 schließlich zur Wiederherstellung des Landes führten. Es knüpft an die Wappen der ehemaligen preußischen Provinz Sachsen und des Freistaates Anhalt an.

Die 1816 gebildete preußische Provinz Sachsen führte seit 1817 als Wappen einen neunmal von Schwarz und Gold geteilten Schild mit dem schrägrechts liegenden altsächsischen grünen Rautenkranz. Seit 1864 begann dann die Teilung im sächsischen Provinzwappen mit Gold und nicht wie bisher mit Schwarz, um sich damit vom Wappen des Königreichs Sachsen abzugrenzen. Während der Weimarer Republik wies das nach einem Erlass des Preußischen Staatsministeriums vom 27. Juni 1927 neu geschaffene Wappen der Provinz Sachsen im Schildhaupt des Halbrundschildes in Silber einen linksblickenden goldbewehrten schwarzen Adler aus. Darunter war der Schild neunmal gold-schwarz geteilt und mit einem grünen Rautenkranz schrägrechts belegt. Der 1919 aus dem Herzogtum (vormals Fürstentum) Anhalt gegründete Freistaat Anhalt hatte sich am 4. April 1924 ein neues Wappen in Anlehnung an das Wappen der Herrschaft Bernburg gegeben; es zeigte einen silbernen Schild, darin einen schreitenden schwarzen Bären auf roter, schwarz gefugter Zinnenmauer mit offenem Tor.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die im Juli 1944 gebildeten Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg von der sowjetischen Besatzungsmacht am 23. Juli 1945 mit dem Freistaat Anhalt zur neuen Provinz Sachsen vereinigt. Ein Landtagsbeschluss vom 3. Dezember 1945 änderte diese Bezeichnung in Provinz Sachsen-Anhalt um. Nach der Auflösung des Staates Preußen durch den Alliierten Kontrollrat im Februar 1947 wurde die Provinz Sachsen-Anhalt mit Billigung der sowjetischen Militäradministration am 21. Juli 1947 schließlich als Land Sachsen-Anhalt konstituiert.

Das neue Wappen des Landes, das der Landtag am 14. Dezember 1948 beschloss, behielt bis zur Auflösung der Länder in der DDR und der Aufteilung des Landes Sachsen-Anhalt in die Bezirke Halle und Magdeburg im Juli 1952 seine Gültigkeit. Es ließ den Landesteil Anhalt unberücksichtigt und lehnte sich an das Wappen der preußischen Provinz Sachsen an. Sein Halbrundschild war neunmal geteilt, jedoch in Abänderung der Farbreihenfolge schwarz-gold, und wiederum mit dem grünen Rautenkranz belegt; statt des weggefallenen Schildhauptes mit dem preußischen Adler krönten den Schild nun im Halbrund drei goldene Ähren, die mittlere stehend, die seitlichen nach rechts und links liegend. In den Zwischenräumen zwischen den Ähren waren rechts ein schwarzer Schlegel und links ein schwarzer Hammer angebracht, die Stiele von zwei grünen Lorbeerblättern begleitet.

Das am 29. Januar 1991 vom Landtag des Landes Sachsen-Anhalt beschlossene neue Wappen kehrt zur Streifenteilung in der Reihenfolge wie bei der Provinz Sachsen zurück und stellt den schwarzen preußischen Adler, golden bewehrt, in ein silbernes Obereck. Im silbernen Schildfuß repräsentiert ein auf roter Zinnenmauer schreitender schwarzer Bär das ehemalige Land Anhalt. Der Bär auf der Mauer war seit dem 15.Jahrhundert zunächst das Wappenbild der fürstlichen Linie Anhalt-Bernburg gewesen, die diesen Bären mit einem goldenen Halsband und einem Tor in gleicher Farbe in ihrem Wappen führten. Der Bär weist auf die Beziehung des anhaltinischen Fürstenhauses zu Bernburg ("Bärenburg") hin. Nach dem erstmals 1138 als Burganlage erwähnten Bernburg an der unteren Saale nannten sich verschiedene Linien des Hauses Anhalt. Nachweisbar findet sich das Bärenmotiv zuerst auf einem Reitersiegel des anhaltinischen Fürsten Bernhard aus dem Jahre 1323.

Die gelb-schwarz waagerecht gestreifte Landesflagge basiert auf den Hauptwappenfarben des provinzial-sächsischen Wappenfeldes und knüpft in dieser Farbzusammenstellung an das älteste askanische (ballenstedtische) Wappen an, das aus gelben und schwarzen Streifen bestand. Die Provinz Sachsen hatte seit 1884 schwarz-gelb als Provinzialfarben geführt, die 1945 vom Präsidenten der Provinz Sachsen als Landesflagge bestätigt wurden und bis 1952 auch für das Land Sachsen-Anhalt galten.

Als im Oktober 1990 das Land Sachsen-Anhalt wiederhergestellt wurde, waren Schwarz-Gelb mittlerweile von Baden-Württemberg als Landesflagge angenommen worden. Deshalb entschied sich der Landtag bei der Schaffung der neuen Landesflagge im Januar 1991 für die Abfolge Gelb-Schwarz, die damit auch der Streifenteilung im Landeswappen entspricht.

Informationen zu den Wappenzeichen des Landes finden Sie über diesen Link auf den Internetseiten der Staatskanzlei.

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