Die Landeszentrale für politische Bildung

ist eine Einrichtung des Landes Sachsen-Anhalt im Geschäftsbereich des Kultusministeriums (seit Mai 2011).
Sie wurde 1991 auf Beschluss der Landesregierung errichtet und hat ihren Sitz in Magdeburg.
Vorrangige Aufgabe der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt ist es, durch politische Bildungsarbeit die Entwicklung des freiheitlich-demokratischen Bewußtseins zu fördern und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken.
Ihre Arbeit wird von einem Kuratorium begleitet, dem 13 Mitglieder des Landtages von Sachsen-Anhalt angehören. Das Kuratorium gewährleistet die parteipolitische Ausgewogenheit bei der Erfüllung der Aufgaben der Landeszentrale für politische Bildung, gibt Anregungen für die Arbeit der Landeszentrale und nimmt Stellung zu Berichten und Planungen.
Die Mitglieder des Kuratoriums werden vom Ministerpräsidenten auf Vorschlag der Fraktionen nach dem Höchstzahlverfahren d´Hondt berufen. Gemäß Beschluss der Landesregierung vom 7./22.5.1991 zur Errichtung der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt endet die Amtszeit des Kuratoriums mit der Neuberufung eines Kuratoriums zu Beginn einer neuen Legislaturperiode des Landtages.
Tätigkeitsbereiche
Die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt ist seit 1991 fester und anerkannter Bestandteil in einer pluralen Bildungslandschaft. Politische Bildung im öffentlichen Auftrag leistet seitdem einen fortdauernden und unverzichtbaren Beitrag zur persönlichen und gesellschaftlichen Orientierung sowie zur Entwicklung und Festigung demokratischer Einstellungen und Verhaltensweisen.
In Ihrer Arbeit orientiert sich die Landeszentrale an den politischen, ökonomischen und technischen Veränderungen in den zurückliegenden Jahren, aber auch der jüngsten Zeit. Nach wie vor fällt der Landeszentrale die wichtige Aufgabe zu, im bzw. nach dem Umbruch von Diktatur und zentralistischer Planwirtschaft zu Demokratie und sozialer Marktwirtschaft die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger für eigenverantwortliches Handeln zu wecken und zu fördern.
Über die Vermittlung von Kenntnissen über demokratische Institutionen und rechtsstaatlichen Strukturen hinaus sind vor dem Hintergrund ausländerfeindlicher, extremistischer und antisemitischer Erscheinungen Angebote zur Einübung in eine demokratische Streitkultur und Meinungsvielfalt, unabdingbar verbunden mit einer Wertevermittlung und -diskussion, notwendig. Im Bildungsangebot der Landeszentrale finden verstärkt Veranstaltungen Berücksichtigung, die die Achtung vor Anderen und deren Einstellungen thematisieren. Dies bedeutet auch, dass sich die Landeszentrale intensiv mit totalitären und antidemokratischen Erfahrungen in Deutschland auseinandersetzt, damit durch Erinnerungsarbeit die Irrtümer der Vergangenheit künftig vermieden werden können.
Die Landeszentrale fördert die politische Bildung durch Veranstaltungen und Publikationen. Veranstaltungen werden in Eigenregie, aber auch in Kooperation mit staatlichen und freien Trägern der politischen Bildungsarbeit durchgeführt. Maßgebend für eine finanzielle Unterstützung politischer Bildungsarbeit anderer Träger sind die Förderrichtlinien denen die Landeszentrale unterliegt. Die Veranstaltungen der Landeszentrale richten sich in der Regel an spezielle Zielgruppen, einige Veranstaltungen stehen aber auch allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern des Landes Sachsen-Anhalt offen.
Die politische Bildungsarbeit der Landeszentrale wird ergänzt durch das Netzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt, deren Geschäftsstelle der Landeszentrale zugeordnet ist. Zu den Aufgaben des Netzwerks gehört es, die Arbeit von Institutionen und zivilgesellschaftlichen Gruppen in Sachsen-Anhalt für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz zu stärken und zu verknüpfen.
