Grundwassersituation in Sachsen-Anhalt
Grundwasser ist ein wesentlicher Bestandteil des Wasserkreislaufs. Das vom Niederschlagsgeschehen gespeiste oberflächennahe Grundwasser unterliegt sowohl jahreszeitlich als auch längerfristig erheblichen Schwankungen, die mehrere Meter betragen können. Erfahrungsgemäß liegen im jahreszeitlichen Rhythmus die höchsten Grundwasserstände in der Regel in den Monaten Februar bis Mai vor, da die Grundwasserneubildung vor allem im Winterhalbjahr (November bis April) erfolgt. Hohe Grundwasserstände können zu Vernässungen führen. Die Folge können erhebliche Beeinträchtigungen der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen sein. Auch die Bausubstanz kann in Siedlungsbereichen gefährdet sein.
Extrem hohe Grundwasserstände, wie wir sie insbesondere seit Ende 2010 vielerorts in Sachsen-Anhalt mit dem Erreichen und zum Teil auch mit dem Überschreiten der höchsten jemals aufgenommenen Grundwasserstände verzeichnen, sind das Ergebnis mehrerer aufeinanderfolgender Nassjahre mit einer erhöhten Grundwasserneubildung.
Die Ursachen für die auftretenden Probleme sind vielschichtig und müssen immer mit Blick auf die konkrete Situation vor Ort bewertet werden. Zu den Ursachen zählen vor allem die hohen Niederschläge der vergangenen Monate und Jahre und die damit im Zusammenhang stehenden hohen Wasserführungen der Fließgewässer. Seit 2007 waren bisher insgesamt vier aufeinanderfolgende Kalenderjahre deutlich niederschlagsreicher als im langjährigen Mittel. Dazu kommen nun noch eine Reihe weiterer regionalspezifisch wirkender Ursachen. So hat sich in den letzten Jahrzehnten die Inanspruchnahme des vorhandenen Wasserdargebots durch Haushalte, Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie stark verringert. Auch bei Baumaßnahmen wurden die Grundwasserverhältnisse nicht immer ausreichend beachtet.
Für den Braunkohlebergbau abgesenkte Grundwasserspiegel (siehe Gebietskulisse) sind nach dessen Einstellung wieder auf das natürliche Niveau angestiegen. Hier wird im Rahmen eines zwischen Sachsen-Anhalt und dem Bund abgeschlossenen Verwaltungsabkommens Hilfe geleistet. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie bei der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH.
