Die temporären Aktionen der „Gruppe der Zweiten Generation“
Die „Gruppe der Zweiten Generation“ ist eine internationale Gruppe, die seit 1998 an der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge arbeitet. Ihre Mitglieder sind in der großen Mehrzahl Kinder und Enkel ehemaliger Gefangener des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge, aber auch Bürgerinnen und Bürger derselben Generation aus dem Umkreis von Halberstadt, wie damalige Leiterin der Gedenkstätte Ellen Fauser und ihre Stellvertreterin Gesine Daifi.
Aus der Sicht der „Zweiten Generation“, die zum Zeitpunkt der Gründung der Gruppe nicht mehr nur die Generation der Kinder, sondern auch eine Elterngeneration war, diskutieren die Gruppenmitglieder auf ihren jährlich stattfindenden Seminaren. Die Mittel und Möglichkeiten ihrer Generation historische Fakten über das KZ Langenstein-Zwieberge zu vermitteln, stehen von Anfang an im Zentrum der Diskussion, weil absehbar war, dass ehemalige Häftlinge aus Alters- und gesundheitlichen Gründen bald nicht mehr selbst als Zeugen des Geschehens vor jüngeren Generationen berichten können.
Zwei Ziele stellt sich die Gruppe:
- das Festhalten und Dokumentieren der Erinnerungen ehemaliger Häftlinge in den verschiedenen Ländern zu forcieren (seit 1998 entstanden 19 Interviews in fünf Ländern)
- neue Methoden der Vermittlung zu überlegen und zu entwickeln (die Methode „temporäre Aktion“ entstand)
Die temporären, nur für einen relativ kurzen Zeitraum in der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge stattfindenden Aktionen der „Gruppe der Zweiten Generation“ bringen am authentischen Ort bedeutsame, für die betroffenen Menschen verhängnisvolle und immer wieder andere Aspekte der Geschichte des KZ Langenstein-Zwieberge in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Sie verbinden die Vermittlung von historischen Fakten mit Gedenkprojekten.
Da sich die Gedenkstätte auf einem jederzeit zugänglichen Areal befindet, können die Ergebnisse der Aktionen auf dem Gedenkstättengelände durch die Besucher ohne zeitliche Einschränkung betrachtet werden.
Die Aktionen werden seit 2002 durchgeführt. Nach Jahren geordnet, werden sie im Folgenden beschrieben und wesentliche Merkmale der temporären Aktionen fett gedruckt hervorgehoben.
